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So kannst du dir das Studium in Australien leisten

In Australien zu leben ist nicht gerade günstig. Miete, Lebensmittel und Studiengebühren sind teurer als in Deutschland. Internationale Studierende zahlen bis zu 25.000 Euro Studiengebühren. Ich könnte mir das nicht leisten und trotzdem bin ich hier? Wie ich mein Auslandsjahr finanziere, erzähle ich dir in folgendem Beitrag.

Seit bereits fünf Monaten studiere ich an der Monash University in Melbourne, Australien und könnte nicht zufriedener mit meiner Entscheidung sein. Ich mache ein Auslandsjahr und bleibe ganze 12 Monate hier. Was mich an der Monash University besonders angesprochen hat, war die Möglichkeit, Module zu belegen, die ich sonst nirgends in dieser Form hätte studieren können – und die ideal zu meinem langfristigen Ziel passen, Psychotherapeutin zu werden.

Was es mich kosten in Melbourne zu studieren?

Im ersten Semester habe ich in einer sehr teuren Studierendenunterkunft gewohnt, für die ich mich entschieden hatte, weil ich sie weit im Voraus buchen konnte und ich den Wohnungsmarkt in Melbourne nicht einschätzen konnte. Mein kleines und zugegeben ziemlich dunkles Zimmer in einer Sechser-WG hat mich im Monat ganze ~1300 Euro gekostet. Im zweiten Semester habe ich mich dann für ein Zimmer im Studentenwohnheim auf dem Campus entschieden, dort teile ich mir Küche und Bäder mit ca. 20 anderen Studierenden auf demselben Stockwerk. Die Miete kostet dort ca. 800 Euro im Monat. In Melbourne kannst du allerdings auch günstiger Wohnen, Freunde von mir zahlen z.B. zwischen 570–900 Euro. Mehr zum Thema erfährst du in meinem Beitrag übers Wohnen in Melbourne.

Für Lebensmittel gebe ich im Monat ca. 200 Euro aus. Für ein paar Spartipps z.B. wo du kostenlos Lebensmittel auf dem Campus bekommst, lies meinen Beitrag „Geld sparen: Die besten Tipps für Melbourne“.

Zur Uni fahre ich meist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit einem Studentenrabatt zahle ich pro Tag 5,50 Australische Dollar umgerechnet ca. 3 Euro.  Monatlich kostet mich das maximal 90 Euro. Mehr zu den öffentlichen Verkehrsmitteln erkläre ich im Beitrag „Du bist in Melbourne gelandet – und jetzt?“. Monatlich zahle ich zudem für meine Simkarte 39 Dollar – umgerechnet 22 Euro.

Zu Beginn meines ersten Semesters habe ich mir zudem Dinge wie Bettwäsche, Einrichtungsgegenstände und Küchenutensilien angeschafft. Vieles davon konnte ich auch Secondhand kaufen und so etwas Geld sparen. Insgesamt kostete mich dies einmalig 48 Dollar, also 27 Euro.

Meine Freizeit verbringe ich meist mit Wandern, Surfen oder bei verschiedenen Sportclubs. Für eine Mitgliedschaft bei den Clubs an der Uni habe ich meist zwischen 10-25 Australische Dollar, also ca. 6-14 Euro pro Semester ausgegeben. Tipp: Kaufst du eine Mitgliedschaft bei der Monash Student Association (MSA+) für 20 Dollar, bekommst du 5 Dollar Rabatt auf Club-Mitgliedschaften.

Inzwischen habe ich mir ein eigenes Surfboard gekauft, secondhand für 150 Dollar umgerechnet 83 Euro sowie zwei Neoprenanzüge, jeweils stark heruntergesetzt (Geheimtipp ist das RipCurl Outlet in Torquay). Bevor ich ein eigenes Board hatte, habe ich meist 25$ umgerechnet 14 Euro für die Miete eines Surfboards für 2 Stunden in der Woche ausgegeben.

Wie finanziere ich mir das Auslandsjahr in Melbourne?

Anstatt die 25.000 Euro Studiengebühren an der Monash University für internationale Studierende zahle ich die deutschen Studiengebühren (312,30 Euro Semesterbeitrag) an meiner Heimatuniversität in Leipzig. Denn ich bin eine Austauschstudentin. Zwischen der Universität Leipzig und der Monash University gibt es einen Partnerschaftsvertrag.

Meine Heimatuniversität in Leipzig hat Partneruniversitäten überall auf der Welt. Allerdings gibt es oft nur begrenzte Plätze. Für die gesamte Universität Leipzig gab es zum Beispiel nur einen einzigen Platz an der Monash University. Für meine Bewerbung habe ich ein Motivationsschreiben, meinen Sprachtest und meinen Lebenslauf sowie Notenübersichten eingereicht. Die Bewerbungsfrist ist meist ein ganzes Jahr im Voraus. Wenn du einen besseren Überblick über den Verlauf des Bewerbungsprozesses bis hin zum Beginn des Auslandssemesters bekommen möchtest, empfehle ich dir meine Auslandsjahr-Checkliste, die ich damals für mein Auslandsjahr in Israel geschrieben habe.

Am meisten gewichtet im Bewerbungsprozess wird, vermute ich, das Motivationsschreiben und wie überzeugend dein Auslandsvorhaben ist. Ich habe mich bisher zwei Mal auf einen Austauschplatz und Stipendien beworben, hatte beim zweiten Mal allerdings einen schlechteren Notendurchschnitt. Trotzdem war meine Bewerbung beide Male erfolgreich.

Für die Zeit, die ich im Ausland verbringe, habe ich ein Urlaubssemester beantragt. Ein Tipp: Je nach Uni kann es möglich sein, dass du dir Teile des Semesterbeitrags zurückerstatten lassen kannst, wenn du nachweisen kannst, dass du über den gesamten Zeitraum des Semesters nicht in Deutschland bist.

Nachdem ich den Austauschplatz bekommen habe, bewarb ich mich auf das Jahresstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Das Stipendium umfasst einen Reisekostenzuschuss von einmalig 3.375,00 Euro, eine Auslandskrankenversicherung (die Restkosten des Overseas Student Health Covers (OSHC) aufstockt, dass alle ausländischen Studierenden in Australien kaufen müssen) und ein Vollstipendium von 1.325,00 Euro monatlich, das alle Kosten wie Wohnen, Lebensmittel und Transport abdecken soll. Zudem gibt das Stipendium bis zu 12.000 Euro zu den Studienkosten hinzu, falls du keinen Austausch machst, sondern als Freemover die Studienkosten im Ausland selbst trägst. Je nach Zielland gibt es verschiedene Stipendienraten und Zuschüsse.

Für die Bewerbung habe ich ein Motivationsschreiben, einen Studienplan, Lebenslauf, Notenübersichten, Sprachtestergebnisse und Empfehlungsschreiben von Dozierenden eingereicht. Anschließend wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. In meinem Beitrag über Stipendien erzähle ich dir, worauf ich beim Schreiben meiner Bewerbungen achte und wie der Prozess abläuft.

Weiterhin bin ich Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, das ist ein Begabtenförderungswerk und erhalte daher 300 Euro Studienkostenpauschale und verdiene mit meiner Tätigkeit als Correspondentin zusätzlich 200 Euro im Monat. Vor dem Auslandsjahr habe ich zudem gearbeitet und Geld angespart.

Mein Auslandsjahr wäre ohne Stipendien und Austauschprogramme nicht möglich gewesen. Dass es solche Unterstützungsangebote gibt, ist eine echte Chance – und ein Privileg, das vielen Studierenden aus anderen Ländern nicht zur Verfügung steht. Ich kann dich nur ermutigen, dich auf Stipendien zu bewerben, um dein Auslandsvorhaben umzusetzen. Auch wenn du dir unsicher bist, ob du überhaupt für ein Stipendium infrage kommst oder ob deine Noten ausreichen – es ist einen Versuch wert. Denn dein Motivationsschreiben und die Qualität deines Auslandsvorhabens wird im Bewerbungsprozess am stärksten gewichtet.

Ich hoffe, ich kann dich mit meinem Weg ermutigen, selbst den ersten Schritt in Richtung Auslandssemester zu wagen. Für mich hat sich der Aufwand in jeder Hinsicht gelohnt – und ich bin unglaublich dankbar für diese Chance.

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