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Ohne Moos nichts los

Ohne Moos nichts los

Um sich ein Auslandssemester mit allem, was dazu gehört finanzieren zu können, gibt es einige Wege. Meine Finanzierung besteht aus Ersparten, dem Stipendium der Technischen Universität Berlin (TUB) und dem Auslands-BAföG. Ob ich damit in Brasilien über die Runden komme?

Selbstfinanzierung: Zwei Fliegen mit einer Klatsche

Sich auf die Zeit im Ausland vorzubereiten, bedeutet einiges an Planung. Da ich schon ein Jahr vorher angefangen habe, konnte ich mich auch finanziell auf meine Auslandssemester einstellen. Deswegen habe ich früh angefangen, Bewerbungen zu schreiben, um im Semester vor Brasilien mein Pflichtpraktikum abzuhaken. Firmen in Deutschland müssen bei einem Pflichtpraktikum keinen Mindestlohn (8,50€/h) zahlen. Auch wenn es somit nur ein kleiner Obolus war, habe ich dabei einige Arbeitserfahrung sammeln können, neben der Arbeit Zeit für andere Vorbereitungen und die Chance, zum Semesterbeginn in Brasilien zu sein gehabt. Die Vorlesungszeit beginnt an meiner brasilianischen Uni nämlich eine Woche nach dem Karneval, was in meinem Fall genau in die Prüfungszeit meiner deutschen Uni gefallen wäre.

Schokoladen Geld
Mein Erspartes

Stipendium: Das geht doch nur mit guten Noten, oder?

Es kommt natürlich auf das Stipendium an, aber nicht immer wird nur auf die Noten geschaut, sondern oft auch das Gesamtpaket betrachtet. Da ich mit meinen Noten nicht glänzen kann, bin ich froh, dass es für mein Stipendium der TUB in Kooperation mit dem Büro für Internationales nicht nur um Zahlen geht. Anbei möchte ich auch nochmal anmerken, dass ich dankbar bin, an einer Universität zu studieren, die an der Förderung seiner Studenten interessiert ist. Nicht nur finanziell werde ich von der TUB unterstützt, sondern auch bei der Vorbereitung. Hierbei spielt das Büro für Internationales eine wichtige Rolle. Vor meiner Abreise gab es genügend Präsentationen, Flyer und Gesprächspartner zum Bewerbungsprozess und außerdem Erfahrungsberichte.

Der Bewerbungsprozess war jedoch ein wenig zäh

Für das Übersee-Programm musste ich meine Bewerbung bestehend aus

  • Bewerbungsformular
  • Motivationsschreiben
  • Lebenslauf
  • Kurslisten mit Begründung
  • Gutachten von Professoren
  • Sprachnachweisen
  • Leistungsnachweisen
  • Zeugnissen
  • Kopie des Reisepasses
  • und einige schicke biometrische Fotos von mir

in doppelter Form und zweisprachig (eine Version auf Deutsch, eine Version auf Portugiesisch) einreichen. Der Prozess, die Bewerbung zu erstellen hat mir nicht nur geholfen, Ordnung über meine Dokumente zu halten, sondern auch ein Portfolio für andere Bewerbungen zu haben. Außerdem habe ich mich wegen der Kurslisten mit den Universitäten näher auseinander gesetzt und wegen des Motivationsschreibens weitere Begründungen für meine Wahl zum Auslandssemester gefunden. Das Stipendium habe ich dann nach einem Bewerbungsgespräch zu meiner Person und zu Brasilien erhalten.

Brasilianisches Geld
Das sind ca. 10€

Auslands-BAföG: Die Bürokratie lohnt sich

Es wird zwar immer wieder gesagt, aber einige wissen es leider immer noch nicht: Auch wenn du kein Inlands-BAföG bekommst, kannst du trotzdem  Auslands-BAföG bekommen! Außerdem solltest du dich so früh wie möglich dafür bewerben. Sobald du weißt, dass es ins Ausland gehen soll, kannst du bereits die Dokumente ausfüllen. Das BAföG-Amt für Brasilien sitzt in Bremen und ist nach meiner Erfahrung strukturiert und hilfsbereit. Zwar habe ich in Deutschland bereits BAföG bekommen, die Beantragung für das Auslands-BAföG erfordert jedoch noch mal den ganzen Papierkram von vorne. Was du dafür brauchst, ist in diesem Beitrag sehr schön zusammengefasst. Genauso wie bei der Selbstfinanzierung habe ich mich bereits ein Jahr vorher auf das Auslands-BAföG beworben. Auch wenn ich damals noch nicht alle Informationen zur Universität, etc. angeben konnte, war es definitiv notwendig, die Dokumente bereits so früh abzuschicken. Die endgültige Zusage habe ich dann zwei Monate vor meiner Abreise erhalten.

Wie Gott in Frankreich leben

Wie jetzt, Frankreich? Das ist nur so eine Redewendung mit der ich sagen will, dass es mir in Brasilien finanziell gut geht. Wegen des momentanen Wechselkurses sind viele Produkte günstiger als in Deutschland und auch mit der Miete, den Extrakosten und meinem Lifestyle komme ich gut hin. Obwohl ich keine verschwenderische Person bin, könnte ich es in Brasilien aber werden. Die einzigen Kosten, die ein wenig stärker ins Gewicht fallen, sind die Reisen, aber wie gesagt: man gönnt sich ja sonst nichts.

Mädchen vor dem Merr
Das bin ich in Rio
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