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So wird euer Forschungspraktikum ein voller Erfolg

Ich habe in Summe mittlerweile fast zwei Jahre mit Praktika im Ausland verbracht. Dabei habe ich natürlich auch viele Fehler gemacht und gemerkt, wo es hätte besser laufen können. Fünf Dinge, die ihr nicht vergessen solltet, während ihr im Ausland forscht, findet ihr hier.

Nachdem ihr euch für ein Forschungspraktikum entschieden habt, startet die Vorbereitung. Ihr müsst eine Arbeitsgruppe finden, die Finanzierung sicherstellen, vielleicht ein Visum beantragen und noch 1.000 weitere Dinge erledigen. Doch gleichzeitig bereitet ihr euch auch darauf vor, zu forschen. Um euch ein wenig Unsicherheit zu nehmen, findet ihr hier meine fünf Tipps, wie ihr das Beste aus eurem Auslandsaufenthalt heraus holen könnt.

1) Lesen, lesen, lesen

Wenn inmitten der restlichen Vorbereitung noch Zeit bleibt, lest euch ins Thema ein. Fangt am besten mit den neuesten Publikationen eurer Arbeitsgruppe an. Vielleicht habt ihr auch schon Kontakt zu euren Betreuern, die euch weitere Infos geben können, was wichtig ist. Wenn es dann losgeht, seid ihr schon mit den Grundlagen vertraut. Stresst euch aber nicht zu viel: Paper lesen ist anstrengender als normale Bücher. Auch während des Praktikums lohnt es sich, dranzubleiben. Vor allem, wenn ihr am Ende einen Bericht schreiben sollt: Behaltet den Überblick über die Literatur, die für euch wichtig ist.

Block, Laborbuch und Laptop auf einem Tisch
Neben Publikationen lesen hilft auch ein ordentliches Laborbuch dabei, organisiert zu bleiben.

2) Kein Angst vor Fragen

Der erste Tag, die erste Woche und der erste Monat können ziemlich einschüchternd sein. Vielleicht habt ihr schon in einem Labor gearbeitet, seid aber neu im Land und mit der Kultur noch nicht vertraut. Eine Arbeit zu schreiben oder neue Methoden zu erlernen ist schon an der Heimatuniversität anstrengend. Wenn ihr Probleme habt auf der Arbeit oder im täglichen Leben, nimmt euch niemand eine Frage dazu übel. Vor allem in eurem Praktikum fragt ihr besser mehrmals, als dass ihr teure Materialien verschwendet.

3) Geht nicht, gibts schon

Ihr habt euch vorbereitet, die Methoden von euren Kollegen gelernt und die Experimente sind geplant – aber es funktioniert nicht. Auch beim zweiten, dritten und vierten Versuch geht es nicht. Das kann passieren und auch negative Ergebnisse sind wichtig und geben euch Informationen. Über Frustration und meinen Umgang damit hab ich hier schon mehr erzählt. Selbst wenn ihr in der Zeit, die ihr habt, nicht einmal zum zentralen Element eures geplanten Projekts kommt, sondern einen ganz anderen Endpunkt habt, ist das in Ordnung. 

Ronja vor der Sterilbank. Sie greift nach einer Sprühflasche und lacht in die Kamera.
Wenn etwas nicht klappt, dann mache ich halt mit was anderem weiter.

4) Pausen einplanen

Einen Punkt, den ich selbst viel zu wenig umsetze, ist Ruhe einzuplanen. Dazu gehören auch Urlaub und Reisen. Mich packt immer der Ehrgeiz und ich will zu viel, aber sechs Monate sind keine lange Zeit in der experimentellen Forschung. Ich versuche das zu kompensieren, indem ich mehr und mehr arbeite. Am Ende habe ich kaum etwas vom Land gesehen und bin völlig erschöpft. Plant Urlaub von Beginn an ein. Wenn euer Praktikum nur ein paar Monate lang ist, könnt ihr euch nach dem Praktikum noch Reisezeit einplanen. Ich hätte im besten Fall im dritten oder vierten Monat Urlaub machen sollen. Dann könnt ihr selbst nach Enttäuschungen wieder mit frischer Energie starten.

5) Mitnehmen, was geht

Mir haben Auslandsaufenthalte sehr geholfen, mehr Selbstbewusstsein zu gewinnen und auf Menschen zuzugehen. Die neuen Methoden, die ihr im Labor lernt, könnten euer Interesse auf ein Forschungsfeld lenken, dass ihr vorher gar nicht im Blick hattet. Es gibt unzählige Hobbys, die ihr im Ausland ausprobieren könnt. Vielleicht findet ihr euer neues Lieblingsessen oder Menschen, die euch euer ganzes Leben bleiben. Versucht offenzubleiben für diese neuen Erfahrungen. Auch an Tagen, wenn das Praktikum anstrengend ist und ich das Gefühl habe, absolut keine Energie mehr zu haben, rufe ich mir ins Gedächtnis, dass in fünf Jahren alles anders ist. Die Erinnerungen, die ich behalte, sind die Positiven.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch weiter, wenn ihr im Forschungspraktikum mal nicht mehr weiter wisst. Habt ihr noch was, was ich für meinen nächsten Forschungsaufenthalt mitnehmen kann?

Cheers, Ronja

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