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International Master in Security, Intelligence & Strategic Studies: Meine Kurse

International Master in Security, Intelligence & Strategic Studies: Meine Kurse

Heute möchte ich etwas detaillierter über meinen Studiengang “International Master in Security, Intelligence & Strategic Studies” (IMSISS) berichten, welche Inhalte wir in den Kursen behandeln und über meine Erfahrungen bisher in Schottland und Italien.

Bibliothek von Innen
Biblioteca Universitaria Centrale (BUC), die Bibliothek der Universität Trento

IMSISS lässt sich auf deutsch mehr oder weniger mit Sicherheitsstudien gleichsetzen, wir behandeln hauptsächlich verschiedene Sicherheitstheorien, nationale Sicherheitsstrategien und deren historischen Entwicklung sowie zeitgenössische Sicherheitsfragen. Ein interdisziplinärer Studiengang, der etwas mit Politikwissenschaften verwandt ist und an den Fakultäten für Gesellschaftswissenschaften angesiedelt ist. Als ein Erasmus Mundus Master findet jedes Semester an einem anderen Ort statt, in Glasgow hat es begonnen und ich befinde mich aktuell in Italien bevor es im Herbst in Prag weitergeht.

Schottische Unis – Selbstständiges Lernen.

Schreibtisch mit Laptop am Fenster
So sah mein Online-Studium in Schottland wirklich aus.

Mein erstes Semester in Glasgow hat sich primär mit grundlegenden Theorien und Einführungsveranstaltungen beschäftigt. Wegen Corona hat alles online stattgefunden und die Bibliothek habe ich auch nur zweimal besucht. Der Campus der Uni Glasgow ist aber wirklich schön und auf jeden Fall einen Besuch wert. Tatsächlich hatte ich in Schottland nur drei Kurse, die wie folgt aufgebaut waren:

  • International Security and Strategic Studies (ISSS) war ein sehr theoretischer Kurs, wo wir uns mit den Theorien rund um Sicherheit beschäftigt haben, von dem traditionellen Sicherheitsbegriff (wie territoriale Integrität d.h. Unverletztlichkeit des Hoheitsgebietes eine Staates sowie dessen souveräne Grenzen und militärische Verteidigung) bis hin zu menschlicher Sicherheit, aber auch postkolonialer und feministischen Sicherheitsinterpretationen befasst. Dieser Kurs hatte eine vorher aufgezeichnete Vorlesung und ein einstündiges Seminar, in dem man die gelesenen Texte diskutiert hat.
  • Intelligence Analysis and Policy Making (I&P) hat sich hauptsächlich mit der Frage beschäftigt, wie Informationen gesammelt und verarbeitet werden und inwiefern z.B. Terroranschläge mit einer anderen Kollektion von “Intelligence” verhindert hätte werden können. Dieser Kurs war ein zweistündiges Seminar, welches hauptsächlich diskutieren in Breakout-Räumen war.
  • European and International Security Strategies (EISS) hat verschiedene nationale Sicherheitsstrategien evaluiert und analysiert sowie deren historische Entwicklungen in Betracht gezogen. Mit unserem Dozent haben wir die Sicherheitsstrategien der EU, China und Russland in wöchentlichen zweistündigen Seminaren auseinandergenommen und in Gruppenarbeiten haben wir dann die Sicherheitsstragien von einem Land unserer Wahl aufbereitet und in einem 45minütigen Seminar vorgestellt und diskutiert.

Neben diesen Kursen habe ich in Schottland auch ein interkulturelles Kompetenztraining absolvieren müssen und habe Italienisch A1 belegt, um mich auf das Semester in Italien vorzubereiten. Die Noten der Kurse haben sich aus Essays (bzw. Hausarbeiten), die allerdings anders als in Deutschland strukturiert waren (kürzer und mehr Literaturarbeit), und Gruppenpräsentationen zusammengesetzt. Während meines Bachelors in Deutschland musste man sich die Fragestellung selber raussuchen, in Schottland haben die Dozenten die Fragen bereits vorgegeben. Persönlich habe ich das Semester in Schottland als sehr anspruchsvoll empfunden, trotz Lerngruppen und Aufteilen des Lesematerials, war es doch ein großes Arbeitspensum verbunden mit sehr viel selbstständigem Lernen. Vor allem, da die Deadlines alle während des Semesters waren und nicht wie in Deutschland erst Ende der Semesterferien, habe ich das erste Semester als sehr lehrreich aber auch als sehr zeitintensiv empfunden.

Studium in Italien – Präsenzunterricht während einer Pandemie

Mein zweites aktuelles Semester in Italien ist ganz anders aufgebaut: Ich habe vier Pflichtkurse und einen Kurs, den ich mir frei aussuchen kann. Alle Kurse finden zweimal die Woche statt.

  • Conflict, Natural Resources and Human Rights under International Law, welches ein juristischer Kurs ist. Hier behandeln wir verschiedenen Konflikte basierend auf territorialer Souveränität unter internationalem Recht, wie z.B. Recht auf Land indigener Völker, wem gehören natürliche Ressourcen, aber auch konkrete Fragen wie ob die Senkaku/Diaoyu Inseln chinesisch oder japanisch sind. Dieser Kurs ist in der Regel eine Vorlesung und ein Seminar, in dem Studierende einen Konflikt vorstellen.
  • History and Politics in the Middle East, welches sehr geschichtsträchtig ist, ich aber sehr spannend finde, da ich mich mit dieser Region bisher noch nicht auseinandergesetzt hatte. Hier befassen wir uns mit der Geschichte Nordafrikas, der arabischen Halbinsel und dem Persischen Golf. Dieser Kurs ist eine reine Vorlesung.
  • Geographies and Security finde ich sehr interessant, da es sich mit einer Vielzahl an Sicherheitsfragen rund um Grenzgebiete auseinandersetzt. Dieser Kurs ist in der Regel eine Vorlesung, aber ca. alle drei Termine findet ein Diskussionsseminar statt und in der zweiten Hälfte des Semesters werden wir Fallstudien untersuchen.
  • Civil Societies and Contentious Politics würde ich persönlich auch eher Soziologie zuordnen, aber auch eine sehr interessante Thematik, die sich mit zeitgenössischen Konflikten wie Radikalisierung beschäftigt. Dieser Kurs ist einmal eine Vorlesung und dann ein Seminar mit Präsentationen von Studierenden.
  • Mein freiwillig gewählter Kurs ist China and the World und handelt primär von China’s Geschichte und Aufstieg zu einer Großmacht. Auch dieser Kurs ist hauptsächlich eine Vorlesung, während alle paar Termine ein Diskussionsseminar, dass von Studierenden geleitet wird, stattfindet.

Daneben belege ich noch Italienisch A2, da ich einen Nachweis brauche, dass ich ein Minimum an Italienisch gelernt habe, das sind weitere vier Stunden die Woche. Die Kurse in Italien finde ich etwas schwieriger zu verfolgen, insbesondere wie die Notenzusammensetzung hier aussieht, aber das wird sich spätestens zum Ende des Semesters herausstellen, vor allem da hier mündliche Prüfungen recht häufig stattfinden. Auch findet hier alles in einem Hybridmodell mit Präsenzunterricht statt. Einer der beiden Unterrichtstermine findet parallel in Person als auch auf Zoom statt und nur Studierenden meines Studiengangs ist es erlaubt, in Person am Unterricht an der Universität teilzunehmen. Man kann sich aber auch per Zoom dazu schalten, falls man nicht an die Universität möchte. Diese Möglichkeit liegt daran, dass mein Studiengang nur für ein Semester hier ist, und die Uni sehr bemüht ist, uns eine schöne Zeit zu bereiten. Gleichzeitig sind wir der erste Jahrgang, der auch an der Universität Trento studieren darf, bisher gab es nur die Möglichkeit nach Irland zu gehen.

Seit dem 6. April ist Trentino wieder in der orangenen Zone (arancione) d.h. nach drei Wochen Pause vom Präsenzunterricht, geht es ab nächster Woche zurück an die Universität mit vorheriger Sitzplatzreservierung und Maskenpflicht natürlich. Hier freue ich besonders drauf, da wir in zwei meiner Kurse ins Labor gehen, um mit einer speziellen Software zu arbeiten. Ich persönlich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, drei verschiedene Unterrichtsmodelle kennenzulernen und an drei Universitäten studieren zu können.

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