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Dear Ms. Laura – Mein Job als Tutorin

Dear Ms. Laura – Mein Job als Tutorin

„Dear Ms. Laura“; So beginnen seit einem Jahr einige der E-Mails, die ich empfange. In meinem Job als Tutor begleite ich Studierende in ihrem ersten Jahr an der Uni. Wie kam es dazu? Was sind meine Aufgaben? Macht der Job Spaß? Das lest ihr hier!

Im frühen Sommer 2020 wurde mir in meinen Facebook-Neuigkeiten ein Job bei meiner Fachschaft – dem College of Communication Science – angezeigt: Student Assistant for Online Education. Kurz zuvor hatte ich beschlossen meinen Bachelor noch um ein Jahr zu verlängern und zwei Minors (Nebenfächer) hinzuzufügen. Das war nicht unbedingt notwendig. Der Hauptgrund meinen Bachelor zu verlängern war, dass ich mir noch nicht sicher war in welche Richtung ich für meinen Master gehen wollte. Die Minors habe ich in Public Policy and Governance und in Cultural Anthropology and Development Sociology gemacht. Um aber zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Ich hatte mich also entschieden weiter zu studieren, nun aber nicht mehr, um einen Abschluss zu erhalten – denn den hatte ich ja im Grunde schon – sondern um des Studierens willen. Daher war ich begeistert als ich die Stelle als Student Assistant gesehen habe. Ich wollte gerne neben dem Studium arbeiten und nicht mehr nur auf Mamas und Papas Taschen liegen.

Kurz nachdem meine Bewerbung raus war, habe ich auch schon eine Zusage erhalten. Ich sollte zwei Tutorinnen in ihren Statistik- und Methodik-Kursen unterstützen. Acht Stunden die Woche war ich ein halbes Jahr als technische Unterstützung in allen Zoom-Tutorials dabei und habe die wöchentliche Lernaufgaben der Studierenden beurteilt. Das war aber nicht alles. In meiner E-Mail zur Zusage als Student Assistant wurde ich gefragt, ob ich auch ein Bewerbungsgespräch für eine Stelle als Tutor in Academic Skills Tutoring (AST) führen möchte. Da der Job noch viel interessanter ist, habe ich direkt zugesagt und hatte eine Woche später mein Bewerbungsgespräch über Zoom. Wie das so ist, dachte ich nach dem Gespräch, dass es sicherlich nichts geworden ist. Ich hatte mich zwar nicht schlecht angestellt, aber ich hatte auch nicht das Gefühl sonderlich überzeugend gewesen zu sein. Die drei Frauen von der Uni, die das Gespräch geführt haben, haben das aber anscheinend anders gesehen. Ich habe den Job bekommen und habe mich ab Ende August darauf vorbereitet mein letztes Jahr im Bachelor als Tutorin für Studierende in ihrem ersten Jahr im Bachelor zu beginnen.

Man sieht mich am Roeterseiland Campus auf einer Brücke in der Sonne stehen
Roeterseiland Campus: Hier gehe ich zum Arbeiten und zum Studieren hin
Man sieht eine PowerPoint-Folie. Ich stelle mich darauf auf Niederländisch vor. Man sieht ein Foto von mir.
In einem der Kursräume am Roeterseilandcampus gebe ich immer die Seminare.

Meine Aufgaben

Der Kurs, den ich nun schon seit über einem Jahr unterrichte, ist vor allem eine Art Studienbegleitung im ersten Jahr. Das allererste Tutorial, das neue Studierende am College of Communication Science haben, ist mit mir (und den ganzen anderen Tutor*innen für AST). Ich erkläre wie die Dinge an der Uni laufen, wo man was findet und wen man bei verschiedenen Problemen kontaktieren muss. Außerdem bewerte ich Assignments der Studierenden und stehe zur Verfügung bei sämtlichen Fragen und Problemen.

Und der Arbeitsaufwand?

Die fünf Stunden die Woche für meinen Tutoren-Job sind sehr ungleich verteilt. In Wochen, in denen ich Seminare geben muss (das ist nur drei bis vier Mal pro Semester), habe ich natürlich mehr zu tun. Es gibt zunächst immer eine Besprechung mit allen Tutor*innen, um den Stoff fürs Seminar durchzugehen. Danach schreibe ich eine Mail an meine Kurse, um sie über das Seminar zu informieren, bereite mich selber nochmal auf die Stunde vor und zum Schluss halte ich das Seminar natürlich auch noch. Demnach arbeite ich in der Woche des Seminars eher 15-20 Stunden und in den restlichen Wochen beantworte ich hauptsächlich Mails meiner Studenten. Auf diese Mails lässt sich auch der etwas ungewöhnliche Titel von diesem Blogpost zurückführen. In den Niederlanden ist der Umgang zwischen Lehrenden und Studierenden um einiges ungezwungener als in Deutschland. Professoren und Tutoren werden grundsätzlich mit dem Vornamen angesprochen. In meinem ersten Tutorial erzähle ich den Studierenden von diesem Arbeitsumgang innerhalb der Uni und sage daher auch, dass sie mich immer mit meinem Vornamen ansprechen können und ich das auch gerne so möchte. Für viele internationale Studierenden ist dieser Umgang jedoch glaube ich am Anfang noch etwas ungewöhnlich. Vielleicht ist das der Grund, dass einige der E-Mails mit Fragen, die ich von den Studenten bekomme, mit „Dear Ms. Laura“ beginnen.

Und, macht’s Spaß?

Ja, total! Obwohl ich bei Präsentationen früher oft nervös war, hat es mir nie etwas ausgemacht vor meinen Kursen zu stehen. Ich glaube, wenn ich unterrichte, habe ich das Gefühl ich kann den Menschen, die mir zuhören, wirklich etwas helfen. Außerdem weiß ich, wovon ich spreche. Ich habe genau das erlebt, was die neuen Studierenden auch erleben. Vor vier Jahren saß ich in den gleichen Tutorials und hatte ähnliche Schwierigkeiten. Viele Studierende freuen sich über die Hilfe und ich freue mich, wenn mir in den Gängen der Uni bekannte Gesichter von meinen Kursen aus diesem und letztem Jahr zulächeln.

Als im Mai diesen Jahres klar war, dass ich in Amsterdam bleiben werde, um auch meinen Master in Political Communication hier zu machen, habe ich deswegen gehofft, dass ich auch weiter als Tutorin arbeiten kann. Dieser Wunsch hat sich schnell erfüllt, da die Koordinatorin fragte, ob ich noch ein Jahr zur Verfügung stehen würde. So bin ich also dieses Jahr wieder mit von der Partie. Zwei Seminare habe ich schon gegeben und eins steht im Dezember noch an. Danach habe ich erstmal eine kleine Pause und es geht im zweiten Semester mit vier Seminaren wieder weiter!

 

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