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WWW statt Vorlesungssaal – Das Onlinestudium in den Niederlanden

WWW statt Vorlesungssaal – Das Onlinestudium in den Niederlanden

Mittlerweile kann ich mich schon seit sieben Monaten Studentin nennen. Die Uni in Groningen kenne ich allerdings nur von außen. Wie sich meine niederländische Uni in der Onlinelehre schlägt, erfahrt ihr hier!

Man sieht meinen Laptop. Geöffnet ist meine Seite bei studieren weltweit. Vor meinem Laptop liegt alllerlei Papierkrams.
Das alltägliche Chaos beim Lernen oder Artikel schreiben. 😉

Keiner weiß, wie sich die Lage mit dem Coronavirus zukünftig entwickeln wird. Ein weiteres Onlinesemester kann also nicht ausgeschlossen werden.  Die Qualität des Onlineunterrichts könnte also auch für diejenigen relevant sein, die momentan mit dem Gedanken an ein Studium in den Niederlanden spielen.

Organisation

Die Uni wickelt alles über das Portal mit dem Namen „Blackboard“ ab. Dort finde ich zentral alles, was mit meinem Studium zu tun hat. Ich kann mich einschreiben, finde meinen Stundenplan, schaue mir Vorlesungen an und nehme an meinen Seminaren teil. Ich finde auch alle Informationen zu meinem Studium an sich, sowie mögliche Stellenausschreibungen für Jobs an der Uni. Meiner Meinung nach ist Blackboard sehr übersichtlich gestaltet. Von der benötigten Literatur bis zum Nachrichtenportal der Uni finde ich alles an einem Ort. Bis jetzt hatte ich auch mit der Organisation der Lehre an sich noch keine Probleme. Fragen werden schnell geklärt, alles scheint übersichtlich und vor allen einheitlich.

Prüfungen

Auch unsere Prüfungen finden seit Anfang an online und nicht in Präsenz statt. Diese werden ebenfalls über Blackboard abgehalten. Bis jetzt waren fast all meine Prüfungen open-book Klausuren. Das heißt, dass ich offiziell meine Unterlagen und Folien nutzen darf. Für einige Klausuren hieß das, dass die Fragen mit einem schier nicht machbaren Zeitlimit versehen waren. Andere Klausuren liefen dagegen sehr entspannt ab. Meine Methodik Klausur zum Beispiel war auf zwölf Stunden angesetzt worden und eher eine Hausaufgabe als eine Klausur. In der Benotung sind die Professor*innen generell sehr schnell. Aufsätze und Abgaben sind innerhalb von zwei Wochen korrigiert, meist sogar früher. Klausuren dauern meistens drei oder vier Wochen, was ich gemessen an der Masse allerdings auch als sehr schnell empfinde.

Betreuung

Ich muss sagen, dass ich die Betreuung an der Uni Groningen als sehr gut empfinde. Wenn ich Fragen an meinen Seminarlehrer habe, erhalte ich teilweise innerhalb von Minuten eine Antwort. Auch die Professor*innen antworten in der Regel sehr flott. Auffällig ist, dass die Professor*innen einen sehr lockeren Umgangston pflegen. Meine E-Mails, die ich förmlich mit: „Dear Mr. XY, (…) Sincerely, Linda Zeitz“ beginne, werden mit „Dear Linda (…) Kind regards, Steffen“ beantwortet. E-Mails an alle werden von manchen Professoren sogar mit „Dear y’all“ begonnen.

Zu Beginn des Studiums haben wir einen Mentor zugewiesen bekommen, mit dem wir uns zweimal pro Semester im Einzelgespräch (online natürlich) treffen können. Dort besprechen wir unsere Noten und auf das Studium bezogene Dinge, aber er oder sie fragt uns auch danach, wie es uns geht und wie wir mit der momentanen Situation zurecht kommen. Ich schätze es doch sehr, dass von Seiten der Uni zumindest versucht wird, den Überblick über die mentale Gesundheit ihrer Studierenden zu behalten.

Und wie geht es weiter?

Die Uni Groningen nimmt momentan an einem Modellversuch teil. Dieser soll herausfinden, ob man mithilfe von Schnelltests hybriden Unterricht wieder möglich machen kann. Ob das funktionieren wird, sehen wir dann. Ich hoffe, in ein paar Monaten dann auch endlich die Uni mal von innen bewundern zu dürfen.

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