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Recap: Meine Zeit auf Teneriffa

Recap: Meine Zeit auf Teneriffa

Vor einem Jahr wäre ein Auslandsaufenthalt für mich noch undenkbar gewesen. Komfortzone und Unsicherheiten hielten mich davon ab. So wagte ich ein Experiment, um persönlich zu wachsen: Drei Monate Teneriffa. Neuer Ort, neue Menschen, neuer Arbeitsplatz. Habe ich meine Mission erfüllt? Habe ich die Zeit genossen oder hat das Heimweh gewonnen?

Im April begann meine Reise nach Teneriffa. Mehr als die Vorfreude, überwog hier noch meine Nervosität. Noch nie bin ich so weit aus meiner Komfortzone getreten. Vor meiner Ankunft ertappte ich mich immer wieder dabei, wie ich mich fragte, ob das alles eine gute Idee sei. Für eine Umplanung war es aber schon zu spät. ich stieg also ins Flugzeug und wagte den ersten Schritt ins Ungewisse.

Das erste Kennenlernen

Meine erste Woche auf Teneriffa verging wie im Handumdrehen. Ich lernte meine Mitbewohnerinnen und weitere PraktikantInnen das erste Mal persönlich kennen. Ich gewöhnte mich an meine neue Wohnsituation und machte viele Ausflüge, um die Insel zu erkunden. Teneriffa zeigte sich vielseitig: Gebirge, Meer, unzählige Volksfeste und wunderschöne Orte. Ich konnte bereits in meiner ersten Woche unzählige neue Eindrücke gewinnen. Meine anfängliche Anspannung löste sich auf. Bis jetzt bereute ich meine Entscheidung nicht und ein erstes Gefühl der Erleichterung kam auf. Ich bereitete mich auf den Praktikumsstart vor und freute mich auf meine restliche Zeit.

„Bist du unsere neue Praktikantin?“

An der Deutschen Schule Santa Cruz de Tenerife wurde ich herzlich empfangen. Eine Führung durch die Primarstufe und allgemeine Aufklärungen leiteten meine Zeit auf der Schule ein. Das Kennenlernen meiner Mentorin und der Schulklasse, in die ich eingeteilt wurde, erfolgte ebenfalls am gleichen Tag. Schnell wurde klar, dass ich mich in dieser Klasse wohlfühlen würde. 22 aufgeschlossene SchülerInnen waren neugierig darauf, die neue Praktikantin kennenzulernen.

In meiner Praktikumszeit begleitete ich meine Schulklasse im Unterricht und unterstützte meine Mentorin bei der Materialvorbereitung. Ich wurde hin und wieder in der Nachmittagsbetreuung eingesetzt und hatte auch die Chance einige Unterrichtsstunden zu übernehmen. Die PraktikantInnen unterstützten sich gegenseitig bei der Unterrichtsvorbereitung und übernahmen Vertretungsstunden in fremden Klassen auch mal zu zweit. In der sechsten Schulstunde trafen sich die PraktikantInnen der Primar- und Sekundarstufe in der Mensa, um gemeinsam zu essen. Danach ging es mit dem Schulbus nach Hause. In der Mensa essen und Schulbus fahren war für uns glücklicherweise kostenlos. Alles in allem war mein Praktikum an der Colegio Aleman eine tolle Erfahrung.

keine Zeit für Heimweh

So war ich jeden Tag gegen 14 Uhr wieder zu Hause und hatte noch reichlich Zeit, den Tag voll auszunutzen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es somit üblicherweise direkt weiter: Zum Schwimmen an einen der vielen Strände, nach La Laguna zum Churros essen, zum Wandern ins Anaga-Gebirge, zum Shoppen nach Santa Cruz oder in eine andere Stadt für eine Erkundungstour. Jeden Tag gab es was neues zu sehen. Heimweh in dieser Zeit? Fehlanzeige. Ich befand mich in der sogenannten „Honeymoon-Phase“ meines Auslandsaufenthaltes und dachte nur wenig an mein Leben in Deutschland zurück.

Der erste Bruch

Nach ungefähr einem Monat auf der Insel kehrte das erste Mal etwas Ruhe ein. Es war Zeit die unzähligen Eindrücke der anfänglichen Wochen erstmals zu verarbeiten. Gleichzeitig denkt man in Zeiten der Ruhe auch mal öfter an die Heimat. An die Familie und Freunde, die man ganz plötzlich nicht mehr jeden Tag sieht, von denen man nicht mehr jeden Tag hört. Plötzlich schwappten auch noch Selbstzweifel über: Ich hatte das Gefühl am Limit zu sein. Ich redete mir ein, meine Mission nicht weiter durchführen zu können. Ich hätte meine Komfortzone in den ersten Wochen bereits oft genug verlassen und jetzt sei der Punkt, an dem ich aufgebe. Ich wünschte mir nichts sehnlichster als nach Hause zu gehen.

Was mir in dieser Periode besonders half, war das Reden. Ich telefonierte nicht nur mit Freunden und Familie aus der Heimat, sondern wendete mich auch an meine Mitbewohnerin. Alle hatten ein offenes Ohr für mich und zeigten sich verständnisvoll. Was sie mir jedoch auch klar machten: Ich sei weder allein noch ein Sonderfall! Fast jeder hätte bei Auslandsaufenthalten Phasen, in denen es ihm nicht gut ginge. Es ist eben nicht immer einfach kilometerweit von der Heimat und vom Support-System entfernt zu sein. Es gibt aber immer Wege die Liebsten aus der Heimat zu kontaktieren. Es gibt Wege sich ein weiteres Support-System im Ausland aufzubauen, indem man Freundschaften entwickelt. Aus diesen Erkenntnissen schöpfte ich wieder Energie, meine Angespanntheit fiel ab und ich genoss die nächsten Monate in vollen Zügen.

Die ersten Male und meine Mission

Zum ersten Mal lebte ich direkt am Meer, besuchte eine Bananenplantage, nahm an einer Lavahöhlen-Wanderung teil, schwamm in einem Naturschwimmbecken, beobachtete Delfine, picknickte über den Wolken und erlebte den zweitgrößten Karneval der Welt hautnah mit. Und das sind nur einige Punkte auf der Liste meiner ersten Male, die ich auf Teneriffa hatte.

Für einige dieser ersten Male sprang ich über meinen Schatten, trat aus der Komfortzone heraus oder legte meine Angst ab, um sie umfassend erleben zu können. Meine Mission war für mich keine Aufgabe, die es nur auf Teneriffa zu bewältigen galt. Sie sollte der Grundstein für eine teilweise neue Einstellung sein, aus der ich auch noch in meiner Heimat schöpfen wollte. Teneriffa half mir dabei diese Einstellung zu entwickeln: Neuen Erfahrungen offen gegenüberzutreten, ohne von Anfang an abgeneigt zu sein, Ängste zu überwinden und Unsicherheiten einfach mal auszublenden.

Wenn aus „Durchhalten“ ein „Erleben“ wird

Niemals hätte ich gedacht, dass ich am Ende meines Auslandsaufenthaltes traurig sein werde, mein Inselleben verlassen zu müssen. Zu Beginn sah ich mein Solo-Trip als Experiment an. Als etwas, das es durchzuhalten galt. Aus diesem Durchhalten entwickelte sich jedoch ziemlich schnell ein Erleben. Ich begann meinen Auslandsaufenthalt wertzuschätzen. Ich realisierte, dass es nicht gewöhnlich ist, direkt am Meer zu leben oder nach der Arbeit am Strand zu entspannen. Ich genoss es, in die fremde Kultur einzutauchen, Volksfeste mitzuerleben und auf Festivals zu tanzen. Mir wurde bewusst, dass meine Zeit auf Teneriffa ein unvergleichbares Erlebnis sein würde. Jetzt bin ich wieder zurück in Deutschland und kann es bestätigen: Meine Teneriffa-Reise war etwas, was ich für immer nah am Herzen tragen werde.

Erlebe es selbst!

Ich bedanke mich bei dir, dass du auf meiner Reise nach Teneriffa dabei warst und hoffe, dass ich dir gute Einblicke in mein Leben auf der Insel geben konnte. Jetzt bist du dran: Leg deine Sorgen ab und wage es einfach. Wenn ich es gemeistert habe, schaffst du es auch! Viel Erfolg und alles Gute!

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