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Wohnen in Japan – sind Wohnheime die idealste Lösung?

Eigenes Appartement, Zimmer im Shared House oder doch ein Zimmer im Wohnheim? So ein Auslandssemester birgt neben finanziellen vor allem aber auch organisatorische Hürden. Neues Land, neue Kultur, neue Uni etc. Wer sich schon einmal in Deutschland auf Wohnungs- und WG-Suche begeben hat, weiß wie schwer und frustrierend die Suche sein kann. Daher war ich umso erleichterter als ich erfuhr, dass die Rikkyo University Wohnheimzimmer für Austauschstudenten zur Verfügung stellt.

Eine andere Alternative wäre eine eigene Wohnung oder ein Zimmer in einem der sogenannten Shared House gewesen. Ersteres wäre für mich finanziell nicht möglich gewesen. Ein Shared House ist eine Art Wohngemeinschaft, in der mehrere Menschen, vorwiegend aus dem Ausland zusammenleben und sich Gemeinschaftsräume teilen. Meistens werden hier auch Waschräume und Küche miteinander geteilt. Da ich mir den ganzen Organisationsstress ersparen wollte, habe ich mich für das Studentenwohnheim der Rikkyo University entschieden.

Die Rikkyo University bietet insgesamt vier internationale Wohnheime an.

Das Wohnheim: Lage und Austattung

Bei der Unibewerbung hatte ich die Möglichkeit mich direkt um einen Platz im Studentenwohnheim zu bewerben. Insgesamt standen vier zur Auswahl. Mir wurde das Wohnheim in Asakadai zugeteilt. Das ist das älteste der Rikkyo University und ist etwa 30 min Bahn- und Fußweg vom Hauptcampus in Ikebukuro entfernt. Das Wohnheim befindet sich in Asaka (Saitama-Präfektur), einer Nachbarstadt Tokios. Mit der Tobu-Tojo-Line braucht man etwa 20 min. nach Tokio-Ikebukuro.

Obwohl es eines der ältesten Wohnheime ist, sind die Einzelappartements großzügig aufgeteilt. Sie sind mit kleiner Küchenzeile und Bad ausgestattet und vollständig möbliert. Man hat außerdem die Möglichkeit, Bettzeug (Matratze bzw. Futon und Bettwäsche für 17.820 Yen, ca. 130 Euro, für 6 Monate) zu leihen. Allerdings empfehle ich, dass du dir diese Sachen selbst kaufst, da die Futons sehr dünn und nicht unbedingt bequem sind. Preislich kommt es nämlich auf das gleiche heraus. Falls du etwas früher anreist, kannst du mit etwas Glück einiges von den Vorgängern übernehmen.

Mietkosten und Finanzierung

Die Mietkosten belaufen sich auf 325.000 Yen für das  Wintersemester (ca. 2.500 Euro).  Die Mieten für das Sommersemester sind günstiger, da es nur vier Monate dauert. Pro Monat kommt man damit auf ca. 415 Euro. Allerdings muss man die komplette Miete für das Semester im Voraus zu bezahlen, was für manche eventuell eine Hürde darstellen könnte. Da die Wohnheime zur Hälfte von der Universität subventioniert werden, gibt es kaum günstigere Alternativen. Die Shared Houses in Tokio sind teilweise deutlich teurer, bieten weniger Platz und kaum Privatsphäre. Zusätzlich zur Miete müssen die Nebenkosten, die sich aus Internet- und Telefongebühren sowie Stromnutzung zusammensetzen, bezahlt werden. Das sind ungefähr 60 weitere Euro im Monat. Diese sind von der eigenen Nutzung abhängig und werden monatlich im nächstgelegenen Kiosk beglichen. Da es hier keine Zentralheizung gibt, sind die Klimaanlagen mit einer Heizfunktion ausgestattet. Die Isolierung der japanischen Häuser ist nicht sonderlich gut, weshalb die Stromrechnung in den Wintermonaten etwas höher sein kann. Entscheidet man sich für die Meal-Plan-Option, wird der Strom auch monatlich abgerechnet.

Die Nebenkostenabrechnung zahlt man hier monatlich im nächsten Kiosk.

Die Rikkyo University bietet außerdem ein besonderes Stipendium („Rikkyo University International Exchange Student Scholarship“-Stipendium) an, mit dessen Hilfe einem die Grundmiete erlassen wird. Die Nebenkosten (Internet- und Telefongebühr sowie Stromnutzung) müssen trotzdem getragen werden. Da ich bereits das JASSO-Stipendium bekommen hatte, konnte ich dieses Stipendium nicht in Anspruch nehmen. Wie ich von meinen Vorgängern erfahren habe, bekommt man aber in der Regel zumindest eines der beiden Stipendien.

Das Leben im Wohnheim

Obwohl ich bereits in Deutschland Erfahrung mit dem Leben im Wohnheim gesammelt habe (in Wuppertal wohne ich in einer 6er-WG), war das Leben in der deutschen Wohngemeinschaft größtenteils sehr anonym. Das „Dormylife“ hier ist um einiges familiärer. In jedem Wohnheim leben auch sogenannte Supporter, die uns Austauschstudenten jeder Zeit zur Seite stehen. Mit regelmäßigen Events, wie Willkommens- oder Halloweenpartys, Fussballturnieren etc. wird auch die Interaktion mit den japanischen Studenten gefördert.

Andere Länder, strengere Regeln

Mit der Unterzeichnung des Mietvertrages ist man verpflichtet einige Regeln zu befolgen. Diese sind hier in Japan etwas strenger als in Deutschland. Hier ein kleiner Ausschnitt der Wohnheimregeln:

  1. Ausgangssperre ab 24 Uhr: Die Türen werden vom Dorm-Manager täglich um Mitternacht geschlossen.
  2. Kein Zutritt für Besuch des anderen Geschlechts zu den Zimmern
  3. Strenges Rauchverbot im und um das gesamte Wohnheimgebäude herum
  4. Externe Besucher nur in den Gemeinschaftsräumen
  5. Keine Glücksspiele auf den Zimmern

Fazit

Trotz der strengeren Vorschriften bin ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden (einige Regeln sind in Realität auch etwas lascher als geschildert). Mein Zimmer bietet alles was man braucht. Die Zimmergröße entspricht dem westlichen Standard. Zudem werden die Gemeinschaftsräume von allen Bewohnern gern genutzt, sodass man schnell Anschluss zu anderen Austauschstudenten und auch Japanern findet. Der ausschlaggebende Grund war auch der finanzielle und organisatorische Aspekt. Auch die Nähe zur Uni war für mich ein Argument.

 

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