studieren weltweit studieren weltweit

Navigationen
Service Navigation
Hauptnavigation

Studium in Japan: der Weg zum JASSO-Stipendium

Ein Auslandssemester in Japans Hauptstadt kann sich trotz Hochschulpartnerschaft zu einer teuren Angelegenheit entwickeln. Denn Tokio gehört immer noch zu den teuersten Städten der Welt. Deshalb sind Stipendien eine gute Sache. In diesem Beitrag erfährst du, wie man mit etwas Glück erfolgreich an das JASSO-Stipendium kommt.

Japanische Yen
Mit dem JASSO-Stipendium erhält man monatlich 80.000 YEN (ca. 610€)

Das JASSO-Stipendium ist ein Stipendium der „Japanese Student Services Organization“. Die staatliche Organisation vergibt jährlich verschiedene Stipendien. Das Stipendium, das ich erhalte heißt „Student Exchange Support Program (Scholarship for Short-term Study in Japan)“ und ist eine Förderung für internationale Studenten, die im Rahmen ihres Studiums einen Aufenthalt in Japan planen.

Wer kann sich bewerben?

Das Kurzzeitstipendium ist nur für nicht-japanische Vollzeit-Studierende in Verbindung mit einer Hochschulpartnerschaft zugänglich. Das heißt, eine direkte Bewerbung ist leider nicht möglich. Stattdessen muss eine Partnerschaft zwischen der Heimatuniversität und der japanischen Universität bestehen. Die Bewerbung wird dann direkt über die japanische Hochschule verwaltet. Als Empfänger in Frage zu kommen, benötigt man einen Grade Point Average (GPA), also Notendurchschnitt, von mindestens 2,30 (dazu später mehr).

Was bekommt man?

Bei diesem Stipendium handelt es sich um eine reine finanzielle Förderung in Höhe von 80.000 Yen pro Monat (ca. 620 €). Dies deckt natürlich nur einen Teil der Lebenshaltungskosten. Das Kurzzeitstipendium kann für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten beantragt werden. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass man mindestens acht Tage am Stück im Monat in Japan verweilt. Falls man also bspw. über die Semesterferien länger als drei Wochen verreisen möchte, muss auf die Stipendienauszahlung für den entsprechenden Monat verzichten.  Das Stipendium ist auf die Dauer, in der man an der japanischen Hochschule immatrikuliert ist beschränkt und wird also auch nach Vorlesungszeit ausgezahlt, vorausgesetzt, man hält sich mindestens acht Tage in Japan aus. Diese Voraussetzung beschränkt sich allerdings nur auf das JASSO-Stipendium. Auf das Studentenvisum hat dies keine Auswirkungen.

Und so bewirbt man sich…

Nominierung der Heimathochschule

In meinem Fall konnte ich bei der Bewerbung an der Rikkyo-University schon direkt angeben, ob ich mich für das JASSO-Stipendium bewerben möchte. Konkret musste ich direkt im Online-Bewerbungsbogen der Hochschule kurz erklären, wieso ich dieses Stipendium in Anspruch nehmen möchte. Falls sich mehrere deiner Uni bewerben, wird ein Ranking vorgenommen. Dies übernimmt  in der Regel das International Office. Einige Wochen nach der Bewerbung erhält man dann eine weitere E-Mail mit weiteren Anweisungen und Voraussetzungen. Besonders wichtig ist das Empfehlungsschreiben (Letter of Recommendation) und die Umrechnung der bisherigen Studienleistung in das japanische System.

Empfehlungsschreiben

Um ein Empfehlungsschreiben kommt man bei den meisten Stipendien nicht drumrum. Hierbei ist zu beachten, dass man für die Bewerbung für das JASSO-Stipendium ein anderes Gutachten benötigt als bei der Bewerbung für das Auslandssemester! Ich hatte diesbezüglich Sorge, da ich zum Zeitpunkt der Bewerbung noch im ersten Mastersemester an einer neuen Hochschule befand. Ich hatte zwar schon ein paar Prüfungsergebnisse – sprich Studienleistung – aber bis dato noch keinen persönlichen Kontakt zu einem wissenschaftlichen Mitarbeiter oder gar Dozenten. Aber auch hier habe ich Unterstützung vom International Office meiner Uni erhalten. Zusammen mit der Mitarbeiterin wurden die wichtigsten Punkte herausgearbeitet und ein Kontakt zum Dekan der Fakultät hergestellt.

Umrechnung des Notendurchschnitts (GPA)

Eines der komplexeren Schritte ist die Umrechnung des Notendurchschnitts ins japanische System. Hier muss man besonders präzise arbeiten. Anders als bei den gängigen GPAs, die man sonst von amerikanischen Universitäten kennt, verwenden japanische Hochschulen ein anderes Umrechnungssystem. Leider kann man seinen aktuellen Durchschnitt nicht einfach pauschal umrechnen. Die erreichten Studienleistungen werden auf die Credits verteilt und gewichtet. Grundlage für den GPA ist in der Regel das letzte akademische Jahr bzw. das letzte Semester. In meinem Fall hat ein Semester ausgereicht, da ich mich erst im ersten Mastersemester befand.

Die Hauptvoraussetzung für die Vergabe des Stipendiums ist der Mindest-GAP von 2,30 (oder besser). Leider findet man im Internet nur Umrechnungshilfen für  das amerikanische Notensystem. Das deutsche Notensystem muss daher auch noch mal transformieren. Die folgende Tabelle soll dir bei der Umrechnung helfen.

GPA-Umrechnungstabelle (Angaben ohne Gewähr)

Die Formel zur Berechnung lautet:

GPA-Formel

Um alles etwas verständlicher zu erklären eine exemplarische Beispielsrechnung:

Beispiel: Notenübersicht
Rechenbeispiel

Allerdings habe ich von ein paar Kommilitonen hier mitbekommen, dass sie auch mit einem minimal schlechteren GPA für das JASSO-Stipendium aufgenommen wurden. Also scheue dich nicht und bewirb dich trotzdem!

Sonstige bürokratische Hürden

  • Monatliche Unterschrift: Wie bereits oben erwähnt, ist eines der Voraussetzungen für die Auszahlung des Stipendiums ein Mindestaufenthalt von acht aufeinanderfolgenden Tagen pro Monat in Japan. Um dies vorweisen zu können, muss ich jeden Monat ein Dokument beim International Office unterschreiben. Stichprobenweise werden auch Reisepässe auf Ein- und Ausreisestempel kontrolliert. Wichtig ist hierbei auch, dass man die Unterschrift zwischen dem ersten und zehnten Tag jeden Monats abgibt. Eine verspätete Unterzeichnung kann zur Nichtauszahlung führen.
  • Bankkonto: Für die Auszahlung benötigt man ein japanisches Girokonto. Ich habemit Hilfe der Mitarbeiter des International Office ein Bankkonto bei der Japan Postbank eröffnet. Dort soll es wohl für Ausländer am einfachsten sein. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert diese Prozedur mit einem Einheimischen durchzuführen, da die meisten Dokumente nur auf Japanisch verfügbar sind.

 

Kommentieren

Bitte beachte, dass dein Kommentar nach dem Absenden erst von unserer Redaktion gesichtet werden muss. Aus diesem Grund kann das Erscheinen deines Kommentars etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Mehr über #Finanzierung

Tipps, Infos und Erlebnisse rund um die Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes