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Von Poledancing zu Fechten – In Amsterdam geht alles

Von Poledancing zu Fechten – In Amsterdam geht alles

Egal welches Hobby du hast, welche Musik du hörst, welches Essen du lecker findest: in Amsterdam gibt es alles. So richtig aufgefallen ist mir das zum ersten Mal, als ich schon ein Jahr in Amsterdam gelebt habe. Das erste stressige Jahr an der Uni lag hinter mir und ich konnte (meistens) ohne Google Maps durch die Stadt fahren: Es war Zeit für neue Erlebnisse. Angemeldet habe ich mir dann gleichzeitig für einen Poledance- und einen Fechtkurs.

In der ersten Woche des Wintersemesters gibt es am Sportzentrum der Universität von Amsterdam immer „Trial Courses“. Eine gute Freundin von mir wollte dort unbedingt hingehen und hat mich zu verschiedenen Kursen geschleppt. Wir waren beim Kickboxen, Fechten und Poledancing. Das Kickboxen nichts für mich ist, hat sich sehr schnell rausgestellt. Nach einer halben Stunde Aufwärmen und Einführung habe ich auf einmal die Faust samt Boxhandschuh meines Trainers in meinem Gesicht – genauer gesagt auf meiner Nase – gespürt.. „You really need to keep your hands up, otherwise your nose will look like mine,” war seine Aussage, mit Deutung auf seine schiefe Nase, dazu.

Man sieht ein großes Gebäude mit großer Terrasse auf dem Universum steht.
Viele der Sportkurse von der Uni finden hier beim USC statt. Die Kneipe, von der man auf dem Foto die Terrasse sehen, kann ist ein integraler Bestandteil der Sportzentrums.

Ein paar Tage später sind wir dann zum Poledance gegangen. In einer der Sporthallen waren circa sechs Poledancestangen aufgestellt. Die Kursleiterin hat zu Beginn einmal vorgemacht, woran alle Kursteilnehmer*innen danach erstmal kläglich gescheitert sind. Nachdem sie uns verschiedene Techniken erklärt hatte, sind meine Drehungen an der Stange Mal um Mal etwas besser geworden. Am Ende des Trial Course haben meine Freundin und ich uns direkt angemeldet. Die Stunde hatte Spaß gemacht, war dank der missglückten Versuche sehr lustig und war körperlich super anstrengend (am nächsten Tag hatte ich dann auch erstmal ordentlichen Muskelkater).

Als letztes ging es in der Trial Woche zum Fechten. Da hatte ich am wenigsten Lust drauf, aber meine Freundin wollte es unbedingt ausprobieren und hat es geschafft, mich zu überreden. Im Geräteraum der Sporthalle haben wir Fechtkleidung, einen Helm und einen Degen bekommen: Wir waren also direkt in voller Montur und es konnte losgehen. Zu Beginn haben wir dann erstmal Koordinationsübungen gemacht. Nach einer halben Stunde durften wir dann aber schon mit dem Degen loslegen. Wir haben die verschiedenen Degenpositionen und den richtigen Stand durchgenommen. Entgegen meiner Erwartung hat mir der Kurs super viel Spaß gemacht. Ich hatte davor noch nie einen Sport gemacht, in dem sehr präzise Technik und Strategie so eine große Rolle gespielt haben. Meine Freundin hingegen fand die Stunde schrecklich. Nach einigem Überlegen habe ich mich dann neben dem Poledance auch noch für den Fechtkurs angemeldet, zu letzterem jedoch allein.

Man sieht mich wie ich in Fechtkleidung in einer typischen Fechtposition stehe. Ich habe meinen Degen in der linken Hand und zeige damit nach vorne. Ich habe meinen Fechthelm auf.
Ich in voller Montur. Entgegen meiner Erwartungen hat mir Fechten am meisten Spaß gemacht.

Anfangs habe ich mir noch Sorgen gemacht, dass ich mit zwei neuen Sportarten neben der Uni zu viel zu tun haben werde. Diese Sorge ist aber schnell verflogen. Der Sport war ein super Ausgleich und ich hatte auf einmal viel mehr Energie für die Uni als davor.

Beim Poledance war es immer lustig und ich hatte jede Woche einen festen Zeitpunkt mit meiner Freundin zu quatschen und beim Fechten habe ich viele coole neue Leute kennengelernt. Schnell wurde es zur Angewohnheit, dass wir mit circa fünf Leuten vom Fechten nach der Unterrichtsstunde in die Sauna des Sportzentrums gegangen sind und danach in der Studierendenkneipe noch ein Bier getrunken haben. Mit einer Teilnehmerin bin ich jede Woche mit dem Fahrrad eine halbe Stunde nach Hause gefahren, woraus eine Freundschaft entstanden ist, die bis heute besteht. Leider war sie im Rahmen eines Austauschs nur ein halbes Jahr in Amsterdam und lebt mittlerweile in Wien. Trotzdem haben wir uns seit dem Fechtkurs schon ein paar Mal wiedergesehen.

Kurse vorbei – und was jetzt?

Nach zwei Monaten waren die Kurse vorbei und ich stand vor der Frage, ob ich mit den beiden Sportarten weitermachen will. Ich habe mich dann dafür entschieden, nur mit dem Fechten weiter zu machen und bin in die Studentensportvereiniging vom Fechten eingetreten. Ab dann habe ich nicht mehr in meinem Anfängerkurs gefochten, sondern zusammen mit den Profis :D. Ähnlich wie beim Anfängerkurs gab es auch dort eine Gruppe, die immer erst in die Sauna gegangen ist und danach zur Studierendenkneipe. Ich habe mich super mit den Leuten aus dem Club verstanden; es war ein bunter Mix aus Bachelorstudierenden, Masterstudierenden und Leuten, die frisch im Berufsleben sind. Außerdem waren alle möglichen Studiengänge und Interessen vertreten. Durch den Club habe ich deshalb auch zum ersten Mal viele Leute außerhalb meines eigenen Studiengangs kennengelernt, was mich sehr gefreut hat. Zwei Jahre lang war ich im Club aktiv und bin jedem Montag zum Training gegangen. Seit der Coronapandemie, bin ich nicht mehr oft da gewesen, da ich mittlerweile vor allem in der Studentendansvereiniging aktiv bin. Die Zeit will ich aber auf jeden Fall nicht missen. Durch das Fechten hatte ich viele schöne Abende, ich habe einen coolen neuen Sport kennengelernt und das schönste: Ich habe noch heute einige sehr gute Freunde, die ich über den Fechtverein kennengelernt habe.

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