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Mexiko-Stadt: Wo wohnt es sich am besten?

Mexiko-Stadt: Wo wohnt es sich am besten?

Während meiner Zeit in Mexiko-Stadt habe ich in drei verschiedenen Stadtteilen gewohnt. In welcher Wohngegend es mir am besten gefallen hat, möchte ich euch in diesem Artikel beschreiben.

Mexiko-Stadt ist riesig, die Stadt hat eine Fläche von 1.500 km². Zum Vergleich: Berlin hat 891 km². Demnach gestaltet sich die Auswahl der Wohngegend gar nicht so einfach. Doch jeder Stadtteil hat gewisse Vor- und Nachteile, die die Entscheidung beeinflussen. Zudem lässt sich die riesige Wohnfläche von Mexiko-Stadt auf einen kleinen Bruchteil reduzieren, wenn man nur die Stadtteile berücksichtigt, in denen Ausländer*Innen sicher und ohne Angst vor Kriminalität auf die Straße gehen können. Während meiner fünf Monate in Mexiko-Stadt habe ich einen Monat im El Centro (Historisches Zentrum), drei Monate in La Condesa und einen Monat in La Roma Norte gelebt. Neben diesen drei Stadtteilen zählt vor allem Polanco als weiterer sicherer Bezirk für Ausländer*Innen, jedoch ist es auch der teuerste Stadtteil von Mexiko-Stadt und am weitesten von meiner Partneruniversität UNAM entfernt. Da ich in Polanco nie gewohnt habe, werde ich in diesem Artikel nicht weiter darauf eingehen.

El Centro: Historische Altstadt und Stadtzentrum: Kultureller Anziehungspunkt der Stadt

Im El Centro konzentrieren sich sämtliche touristische Sehenswürdigkeiten und faszinierende Kolonialarchitektur. Kunsthistorisch eindeutig das interessanteste Viertel der Stadt. Besonders gut gefällt mir die künstlerische Hausfassade des Casa de los Azulejos, der Palacio de Bellas Artes, des Nationalpalasts, vom Downtown Hotel und natürlich vom berühmten Platz Zócalo. Auch das Nachtleben im El Centro blüht. Es gibt einige angesagte Bars und Nachtclubs, wie beispielsweise die Mezcal Bar Bósforo, die zu meinen Lieblingsbars in der Stadt zählt. So gesehen hätte die historische Altstadt Mexikos viel Potenzial für ein interessantes Stadtleben. Allerdings überwiegen meiner Meinung nach die Nachteile: Chaos regiert das Stadtzentrum. Es ist hektisch, laut und es gibt viel zu viele Menschen und Autos. Des Weiteren fehlt es an den Basics. Das Zentrum bietet weder gute  Supermärkte noch eine vielfältige Auswahl an Restaurants (vegetarisch, vegan, international, gesund, etc.). Darüber hinaus ist es leider in vielen Gebieten des Zentrums sehr gefährlich. Einmal falsch abgebogen und schon hat man ein komisches Gefühl in der Magengrube.

 

La Roma Norte: eine Flut an Restaurants und Bars

In La Roma Norte reiht sich Restaurant an Restaurant und Bar an Bar. Hier kann man sich treiben lassen und endet schließlich immer in einer hippen Location. La Roma befindet sich östlich, neben dem Stadtteil La Condesa. Die Avenida Coahuila trennt den Stadtteil Roma in die offiziellen Bezeichnungen Colonia Roma Norte und Colonia Roma Sur. Sowohl Roma Norte als auch Roma Sur sind sehr beliebte Wohnviertel, wobei in Roma Norte die größere Anzahl an hippen Bars und Restaurants existiert. Roma Norte ähnelt von der Struktur, den Bewohnern und der Auswahl an Bars und Restaurants dem benachbarten Stadtbezirk Condesa. Jedoch bietet Roma Norte die größere Auswahl an Restaurants, Bars und Nachtclubs.

 

La Condesa: blühendes Leben auf den Straßen und viel Grün

Ähnlich wie in La Roma ist auch in La Condesa die Auswahl an Restaurants und Bars äußerst vielfältig. Auch in Condesa wohnen viele junge Menschen aus aller Welt. Darüber hinaus ist das Stadtviertel eine beliebte Wohngegend für Politiker, Wohlhabende und Diplomaten. La Condesa überzeugt insbesondere durch die einzigartigen Grünflächen: Parque de Chapultepec, Parque España und Parque México. Jeder der Parks ist ein tolles Ziel, um sich für ein paar Stunden dem turbulenten Stadtleben zu entziehen. Meine Sonntage habe ich sehr gerne im Parque México verbracht. Hier herrscht sonntags zwischen Salsa-Unterricht und Straßenmusikern ausgelassene Stimmung mit vielen Familien, Haustieren und jungen Menschen.

Von Favoriten und Finanzen

Ingesamt hat es mir im Stadtteil La Condesa am besten gefallen. Meiner Meinung nach, ist die Lebensqualität in La Condesa vergleichbar mit europäischen Städten wie Berlin oder Barcelona. Allerdings sind dementsprechend auch die Mieten. Für ein WG-Zimmer in der beliebtesten Gegend von La Condesa sollte man zwischen 400-600 € pro Monat einplanen. Für meinen Geschmack ist das durchaus überteuert, wenn man die Qualität der Immobilien bedenkt (i. d. R. dünne Wände sowie Fenster und insgesamt renovierungsbedürftig). In La Roma sind die Mieten nur geringfügig günstiger. Im El Centro dagegen kann man bereits mit 300 € pro Monat eine WG finden (i. d. R. ist jedoch die Bauqualität noch schlechter als in La Condesa oder La Roma).

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