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13 Stunden im Zug – Ich verstehe nur Bahnhof

13 Stunden im Zug – Ich verstehe nur Bahnhof

Auf geht’s ins Auslandssemester! Mit vollgepacktem Koffer fahre ich in die Alpen, wo ich die nächsten fünf Monate studieren und leben werde. Weshalb ich mich für die Sciences Po Grenoble entschieden und wie ich meine ersten Tagen in Frankreich erlebt habe: Davon will ich euch hier berichten.

Mann lächelt, Berge und Stadt Grenoble im Hintergrund
Sichtlich zufrieden mit der Wahl meiner Uni: Grenoble wird umrahmt von den Alpen, die Stadt selbst ist aber flach und deshalb gut geeignet zum Fahrradfahren!

Es ist Samstagmorgen, der Wecker klingelt um 4:30 Uhr: Startschuss meines Auslandssemesters. Noch etwas müde, aber voller Vorfreude beginnt meine Zugreise um 6:30 Uhr – München, Stuttgart, Karlsruhe, Straßburg, Lyon, Grenoble. Ich bin froh, nur einen Koffer und einen Rucksack gepackt zu haben, sodass ich ohne Probleme umsteigen kann. Überhaupt ist meine Zugfahrt erholsam und verläuft reibungslos – die erste Hälfte jedenfalls.

In Straßburg fällt mir auf, dass auf meinem französischen Ticket kein Gleis steht. Etwas verwundert laufe ich also eine Runde um den Bahnhof. Dass das meiste auf Französisch ausgeschildert ist, macht es mir umso schwerer. Schließlich entdecke ich eine Anzeigetafel in der Haupthalle, wo die Gleise der abfahrenden Züge nach und nach angezeigt werden. Etwa 15 Minuten vor Abfahrt erscheint mein Gleis und ich laufe zum TGV, dem französischen Hochgeschwindigkeitszug.

Dort angekommen das zweite Problem: Ich finde meinen Sitzplatz nicht, ich bitte deshalb einen Zugbegleiter um Hilfe – das erste Mal, dass ich wieder Französisch spreche. Er begleitet mich zu meinem Sitz, der sich auf der oberen Etage befindet. Wenn ich schon beim Umsteigen solche Probleme habe, wie soll ich dann ein halbes Jahr in Frankreich studieren? Zur Sicherheit nutze ich die restliche Zugfahrt dafür, französische Vokabeln zu lernen.

Nochmal Erstiwoche: Einleben in Grenoble

Gegen 19:30 Uhr komme ich in Grenoble an, die 13-stündige Reise ist geschafft. Nachdem mich die Zugfahrt einige Nerven gekostet hat, ist das Gefühl des Ankommens in Grenoble umso schöner. Schon am Bahnhof kann ich die Berge bestaunen, welche die Stadt umrahmen. Ich bin mir sicher: Mit dieser Aussicht lässt es sich leben. Die ersten zwei Nächte verbringe ich in einem Hotel, solange bis ich in meine WG einziehen kann. Am Montag geht es dann auch schon los: Kennenlernen mit meinen französischen Mitbewohnerinnen und direkt danach die Begrüßung an der Sciences Po Grenoble.

Junge Menschen mit gelben T-Shirts spielen Instrumente
Die studentische Band der Sciences Po Grenoble begrüßt die neuen Studierenden. Der Name der Band hält, was er verspricht: „BAM“

Meine erste Woche an der Uni ist vollbepackt mit Kennenlernveranstaltungen: Stadtführung, Barabende, Campusbesichtigung, Picknicks im Park, Wanderungen. Ich fühle mich direkt in meine Erstiwoche zurückversetzt. Parallel dazu nehme ich an einem Intensivsprachkurs teil, der für die internationalen Studierenden der Sciences Po Grenoble verpflichtend und deshalb kostenlos ist.

Französisch lernen: Meine Mission

Als Student der Internationalen Beziehungen (TU Dresden) stand für mich außer Frage, dass ich ein Auslandssemester absolvieren will. Wieso aber Frankreich? In erster Linie um mein Schulfranzösisch aufzupolieren: Nach der 10. Klasse habe ich das Sprachzertifikat DELF B2 abgelegt, anschließend jedoch kaum mehr Französisch gesprochen und somit vieles vergessen. Weil ich das nicht auf mir sitzen lassen will, heißt es für mich ab sofort: Tägliches Französisch lernen!

In diesem Blog werde ich von meinen Tipps rund ums Sprachenlernen, aber auch von meinen persönlichen Erlebnissen aus meinem Auslandssemester erzählen. Ich freue mich über Fragen, Austausch und Kommentare!

Im Nachbarland Italien startet nun auch Correspondent Talha in sein Auslandssemester. Wie sein Ankommen wohl war? Hier erzählt er von seinen ersten Eindrücken aus der Ewigen Stadt Rom.

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