22. Februar 2026
Ich bin Darin und habe an der Universitat de Valencia im Wintersemester 2025/26 studiert. Ich werde dich in diesem Blogbeitrag darüber informieren wie das universitäre System an meiner Uni in Valencia aussieht, zeige dir die Unterschiede gegenüber dem deutschen System, auf die du dich womöglich einstellen musst, und letzten Endes erzähle ich dir noch wie es für mich war auf Spanisch studiert zu haben, und wie ich die Prüfungsphase überlebt habe.
Uni Alltag & Organisation zwischen 2 Campi
Mein Uni Alltag an der Universitat de Valencia war von Anfang an vielseitiger als der der meisten Studenten. Ich war an dieser Uni für den Studiengang Philosophie eingeschrieben und belegte noch Kurse aus dem Bereich Politikwissenschaften, ich war an zwei Uni Campi aktiv und besuchte verschiedene Kurse. Ich musste meine Zeiten und die Auswahl der Kurse genau planen, damit keine Überschneidungen entstehen, was am Ende auch super gelang und kein Problem für mich war.
Das spanische Uni-System im Vergleich zu Deutschland
Wie funktioniert jetzt aber das universitäre System? Die Kurse waren an meiner Uni in Spanien mehr wie Klassen in der Schule – alles war einheitlicher und die Kommilitonen durchlaufen meist die Uni-Zeit gemeinsam. Die Kurse werden nicht individuell ausgewählt wie bei meiner Uni in Deutschland, sondern werden nach einem Semesterplan step by step abgearbeitet. Die Kurse bestehen außerdem aus Theorie und Praxiskursen, die meist einen Workload von 3-4 Stunden die Woche zusammen darstellen. Meist finden die Praxiskurse nach den Theoriekursen am folgenden Tag statt und vertiefen das Gelernte. Der Arbeitsumfang den ich in Präsenz in der Uni in Spanien hinlegen musste, war fast doppelt so hoch wie an meiner Heimatuni in Deutschland. Solltest du dich also dazu entscheiden, an die Universitat de Valencia zu gehen, sei dir bewusst, dass du selbst bei einer geringen Kurswahl vergleichsweise viel Unterricht haben wirst.
Studieren auf Spanisch – meine größte Herausforderung
Ich habe alle Kurse auf Spanisch belegt, weil es für mich keine andere Möglichkeit gab. An der Philosophischen Fakultät gibt es an der Universitat de Valencia kaum Kursangebote auf Englisch, und ähnlich ist es auch an der rechtlichen Fakultät, an der ich die Politikwissenschaftskurse besuchte. Ich sah das jedoch nicht als Problem, sondern als eine Herausforderung. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte keinerlei Schwierigkeiten gehabt allein zu verstehen, was meine Mitstudierenden anfangs zu mir sagten. Ich hatte meine Heimatuni mit einem B1-Level verlassen und die Grundlage für mein Spanisch gesetzt. Zwischen einem B1-Level und einem komplett spanischsprachigen Kurs im Ausland liegt ein großer Unterschied. Die größten Schwierigkeiten hatte ich mit den philosophischen Kursen, weil diese größtenteils ohne Präsentationen oder Verschriftlichungen unterrichtet wurden. Die Professoren führten die meiste Zeit monotone Monologe über Gott und die Welt, und da aufmerksam zuzuhören und dranzubleiben ist kein Kinderspiel…
Strategien, die mir geholfen haben Anschluss zu halten:
Was mir auf jeden Fall immer geholfen hat, war, alles Gehörte zu verschriftlichen und mit einer KI zu kontextualisieren. Dadurch wurden die Lücken gefüllt, die ich vielleicht überhört oder nicht verstanden habe, und ich hatte am Ende das Thema der Vorlesung relativ ausführlich vorliegen. Eine weitere Hilfe können immer andere Erasmus-Studierende sein. In den Philosophiekursen saß ich mit anderen Erasmus Studenten beisammen und wir halfen uns gegenseitig, wenn man mal was nicht verstanden hat oder Schwierigkeiten bestanden. Und letzten Endes hatte ich noch die Möglichkeit ein paar Prüfungen auf Englisch, und teilweise auch auf Deutsch, zu schreiben. Die Professoren sehen es gerne wenn Erasmus-Studierende bemüht sind die Sprache zu verstehen, sich in den Vorlesungen versuchen einzubringen, und den Kurs gut abzuschließen. Als eine Art Nachteilsausgleich ist es nicht selten wenn sie also auf die Studenten zukommen und ihnen beispielsweise erlauben die Prüfung auf einer anderen Sprache zu schreiben als auf Spanisch. Das ist natürlich nicht immer so, kann aber bei dem richtigen Professor vorkommen.
Mission erfüllt? Spanisch fließend sprechen?
Ich muss ehrlich zugeben, flüssig bin ich in der spanischen Sprache noch lange nicht. Ein Erasmussemester ist dafür wahrscheinlich auch viel zu wenig Zeit gewesen. Eine Sache kann ich jedoch mit erhobenem Haupt sagen: Ich habe mich um Welten in der Sprache verbessert! Wenn ich daran denke, wie schwierig es mir in den ersten Tagen fiel mich zu verständigen, fühle ich mich jetzt wirklich sicher auf Menschen zuzugehen und einfach loszureden, ohne im Kopf den Satzbau zu planen. Und auch wenn der Weg zu einem perfekten Spanisch noch sehr lang ist, habe ich in den letzten Monaten auf jeden Fall sehr viel Neues dazu gelernt, und bin darüber wirklich dankbar.
Prüfungen und Weihnachtsstress
Meine Prüfungsphase sah nicht viel anders aus als an meiner Heimatuni in Deutschland. Der einzige Unterschied lag darin, dass ich meine Prüfungen direkt ab Anfang Januar hatte und nicht erst im Februar, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin. Ich musste während der Weihnachtsferien also schon lernen und mich auf die Prüfungen vorbereiten. Ich hatte am Ende nur drei Prüfungen zu schreiben und habe alle bestanden.
Egal wie schwierig das Absolvieren von Kursen im Ausland auf einer Fremdsprache scheint, es ist alles möglich, und wenn du planen solltest im Erasmus auf einer Fremdsprache zu studieren, dann sei beruhigt, dass es, trotz der ein oder anderen Schwierigkeit, immer die Möglichkeit gibt durchzukommen!
Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick in meine Erfahrungen an der Universität in Valencia geben und dir vielleicht die Angst nehmen, den Schritt ins Auslandssemester zu wagen. Wenn du dich mehr für das Thema Erasmus in Valencia interessierst, dann folg mir gerne auf TikTok oder auf Instagram unter daringoesspain 🙂