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Ein Liebesbrief an Jerez

Ein Liebesbrief an Jerez

Seit zwei Wochen bin ich nun wieder in Deutschland, mein Herz befindet sich aber noch in Jerez de la Frontera. Eine Stadt, die ich nun liebevoll mein zweites Zuhause nenne und an die ich noch ein paar letzte Worte richten möchte, bevor ich bereit bin, das Kapitel „Auslandssemester“ zu schließen.

Liebes Jerez,

als ich am vierten Februar aus dem Flugzeug stieg und dich das erste Mal sah, hatte ich noch keine Ahnung, wie wichtig du für mich sein wirst.

Doch wenn ich ehrlich bin, gefielst du mir schon an unserem ersten gemeinsamen Abend. Ich schlenderte durch deine Straßen in der Innenstadt und du hast mich mit deinem Charme sofort um den Finger gewickelt. Während in Deutschland noch tiefster Winter herrschte, fühlte es sich mit dir bereits wie Frühling an. In dieser sternenklaren Nacht hatte ich das Gefühl, dass wir gut zueinander passen könnten.

Dass du nicht nur bei Nacht blendend aussiehst, hast du mir in den darauffolgenden Tagen bewiesen. Bei einer Stadtführung konnte ich dir endlich näher kommen. Deine süßen und engen Gässchen, deine alten Gebäude, die vielen Tapasbars und deine lebensfrohen Einwohner zogen mich in deinen Bann. Auch bei Streifzügen durch die Nachbarschaft oder auf dem täglichen Spaziergang zur Uni konnte ich dich von deiner schönsten Seite kennenlernen.


Mit jedem Tag hast du dich mehr in mein Herz geschlichen, bis du dort einen festen Platz gefunden hast. Als es mir aufgefallen ist, war es schon zu spät – ich war Hals über Kopf in dich verliebt. Bemerkt habe ich das bei einem der vielen Abende auf unserer Dachterrasse, bei dem meine Mitbewohnerin Sonja und ich den Blick über dich schweifen ließen. Du hast uns einen atemberaubenden Sonnenuntergang geschenkt, weißt du noch?

Sonnenuntergang auf einer Dachterrasse in Jerez de la Frontera
Diesen schönen Sonnenuntergang hast du uns an dem Abend geschenkt.


Doch wie in jeder Beziehung, hatten auch wir unsere Differenzen. Zum Beispiel, als du uns einen Monat nichts als Regen beschert hast. Als wir in der Wohnung mit Wärmflaschen und Decken ausharrten. Als du mich mit deinem andalusischen Dialekt in die Knie gezwungen hast. Doch auch ich bin nicht ganz fehlerfrei. In unserer gemeinsamen Zeit habe ich des Öfteren mit anderen spanischen Städten geflirtet. Aber letzten Endes kam ich immer wieder zu dir zurück. Denn du bist meine Heimat, mein sicherer Hafen. Mit dir werden normale Tage zu etwas ganz Besonderem. Du gibst mir das Gefühl von Geborgenheit.

Seit zwei Wochen bin ich nun Zuhause in Deutschland. Aber ist das immer noch mein Zuhause? Zuhause werde ich wohl nie wieder sein, zumindest nicht ganz. Denn ein Teil von mir, wird seine Heimat immer bei dir haben. Das ist der Preis, den man zahlen muss, wenn man sein Herz für neue Orte öffnet.

Für dich zahle ich diesen Preis gerne. Sei nicht traurig, dass wir uns nun trennen müssen. Es ist kein „Adiós“ („auf Wiedersehen“), es ist nur ein „Hasta luego“ („Bis bald“). Dass ich zurückkehren werde, wissen wir doch beide ganz genau. Bis dahin behalte ich dich weiter fest in meinen Herzen und werde dich hüten wie ein Schatz.

Muchos besos y un gran abrazo (viele Küsse und eine dicke Umarmung),

Deine Christina

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