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Die erste Woche in Ljubljana: Aller Anfang ist schwer

Die erste Woche in Ljubljana: Aller Anfang ist schwer

Mein Auslandssemester in Slowenien hat genau vor einer Woche begonnen. Schnell habe ich gelernt: Sowohl bei der Wahl des Wohnheims in Ljubljana als auch bei der des passenden Verkehrsmittels gibt es einiges zu beachten.

Ankunft

Laut meiner Recherche im Internet hieß es, ich bräuchte in etwa 1,5 Stunden Taxifahrt, um vom Flughafen in Ljubljana in mein Wohnheim zu gelangen. Wer sich entscheidet, in eines der Erasmus-Wohnheime der University of Ljubljana einzuziehen, muss sich strengst an die Öffnungszeiten des International Office halten, um rechtzeitig einchecken zu können. Ich musste bis um 14 Uhr da sein und mein Flieger landete um 11:30 Uhr. Schon Tage zuvor hatte ich Panik, es nicht rechtzeitig zu schaffen. Tatsächlich brauchte mein Taxi nur 20 Minuten. Ich war viel zu früh dran und musste vor dem Office noch warten. Für die Fahrt zahlte ich 40 Euro, was definitiv viel zu teuer war. Alternativ hätte wohl eine Fahrt mit dem Airbus (9 Euro) zeitlich ausgereicht.

Unterkunft

Die University of Ljubljana bietet allen Austauschstudierenden einen Platz in einem Wohnheim an. Alle werden in den gleichen Gebäuden untergebracht, deshalb nennt man sie auch „Erasmus-Dorms“. Die Verteilung in die zwei Komplexe Rozna Dolina und Bezigrad erfolgt nach Fakultät und Studiengang. Beide Wohnheime sind eine halbstündigen Busfahrt voneinander entfernt. Ich wohne in Rozna Dolina. Hier befinden sich zwei Dorms (Nummer 4 und 14). Dorm Nummer 4 wird auch „Partywohnheim“ genannt und 14 gilt als „ruhig“. Dorm 4 kostet etwa 90 Euro weniger. In Slowenien scheint es üblich zu sein, sich das Zimmer mit einer weiteren Person zu teilen, dennoch unterscheiden sich beide Dorms stark voneinander. Hier einmal eine Auflistung über die Ausstattungen und Rahmenbedingungen beider Wohnheimkomplexe:

Dorm 4

  • ca. 60 Personen teilen sich sowohl eine gemeinschaftliche Küche als auch Toiletten und Duschen,
  • täglich kommen Reinigungskräfte und sorgen in den Gemeinschaftsräumen für Hygiene,
  • die Zimmer sind kleiner im Vergleich zu Dorm 14,
  • es findet jeden Abend eine Party statt, sodass es furchtbar laut ist (trotz Ohrstöpsel),
  • es gibt einen Fitness- und einen Musikraum mit Klavier.

Dorm 14 

  • Vier Personen teilen sich eine kleine „Wohnung“ mit einer eigenen Küche und einem eigenen Bad,
  • hier finden nicht so viele Partys statt,
  • es gibt keine Reinigungskräfte, die für Ordnung sorgen,
  • es gibt keinen Fitness- oder Musikraum.

Ich lebe in Dorm 14 und bin froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Obwohl ich mir mein Zimmer mit einer weiteren Person teilen muss, habe ich im Gegensatz zu Dorm 4 etwas mehr Privatsphäre und Hygiene.

Mein Bett für die nächsten fünf Monate, gemütlich oder?
Mein Bett für die nächsten fünf Monate, gemütlich oder?

Ljubljana & Verkehrsmittel

Ljubljana ist zwar die Hauptstadt Sloweniens, aber sehr klein und gemütlich. Die Altstadt ist zu Fuß gut zu erreichen und bietet viel Abwechslung bezüglich Restaurants und Bars. Abgesehen davon hatte ich bisher das Gefühl, dass die Straßen kaum überlaufen waren und hier eine sehr ruhige und entspannte Atmosphäre herrscht. Die Einheimischen machen den Eindruck, nie gestresst oder genervt zu sein. Diese Atmosphäre färbte schon innerhalb einer Woche auf mich ab.

Wer sich statt zu Fuß lieber mit den öffentlichen Verkehrsmittel fortbewegen möchte, muss sich eine Urbana Card anlegen. In den Bussen kann man nicht mit Bargeld zahlen. Diese Karte gibt es an vielen Haltestellen für 2 Euro zu kaufen. Eine Busfahrt kostet 1,20 Euro und alle Fahrten innerhalb der nächsten 90 Minuten sind kostenlos.

Papierkram & Wissenswertes

Ich habe es nicht geschafft, direkt all die „Papierkram-Angelegenheiten“ zu erledigen. Obwohl meine Universität sehr organisiert ist und ich bisher etliche Emails darüber erhalten habe, wie ich welche Dokumente wo abgeben soll, kann ich jetzt nur berichten, was alles in den nächsten Tagen auf mich zukommen wird:

  • Residence-Permit: Alle Studierenden, die aus einem EU-Land kommen, dürfen bis zu drei Monate visumsfrei in Slowenien leben. In den ersten fünf Tagen nach der Ankunft ist es wichtig, einen Antrag für die Aufenthaltsgenehmigung zu stellen. Dafür werden Mietverträge, eine slowenische Simkarte, Passfotos, Kontoauszüge u.v.m. benötigt. Der ganze Prozess beträgt danach ca. vier bis sechs Wochen.
  • Urbana-Card: Wie bereits erwähnt ist die Urbana Card wichtig, um mit den Öffentlichen zu fahren. Für Studierende gibt es eine Urabana-Card, die monatlich 20 Euro kostet und mit der man unbegrenzt fahren kann.
  • Student-Boni: In ganz Slowenien gibt es eine Menge Restaurants, die spezielle Rabatte für Studierende bieten. Damit bekommt man in einigen Restaurants schon eine Mahlzeit für 2-4 Euro.
  • Sim-Card: ESN Slovenia verschenkt an alle Austauschstudenten kostenfreie Simkarten.
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