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Vorhang auf für Groningen!

Vorhang auf für Groningen!

Wo liegt Groningen eigentlich? So genau wusste ich es selbst nicht, bevor ich hierher gezogen bin. Generell wusste ich anfangs wenig über die Stadt in den Niederlanden und ich denke, das geht vielen so. Aber Groningen sollte nicht unterschätzt werden.

Hier sieht man Häuser, die in den Himmel ragen.
Willkommen in Groningen!

Um das Rätsel aufzulösen: Groningen liegt etwas isoliert von den restlichen größeren niederländischen Städten ganz im Norden der Niederlande.  Tatsächlich fühlt sich Groningen wie eine Art Insel an. Kaum hat man die Stadt verlassen, fährt man kilometerweit an weiten Feldern und kleinen Dörfern vorbei. Die touristischen Hochburgen in Nord- und Südholland liegen für niederländische Verhältnisse weit von Groningen entfernt. Nach Amsterdam oder Rotterdam braucht man zweieinhalb Stunden mit dem Zug. Um nach ganz in den Süden nach Maastricht zu gelangen sitzt man etwa dreieinhalb Stunden im Zug.

Die Rijksuniversiteit Groningen

Groningen ist eine Studierendenstadt.  Von den knapp 230.000 Einwohner*innen sind fast 25 Prozent an einer der Hochschulen eingeschrieben. Das macht Groningen zu einer sehr jungen Stadt. Das Durchschnittsalter der Menschen hier liegt bei nur 36 Jahren. Die Unis hier haben einen sehr guten Ruf. Die 1614 gegründete Rijksuniversiteit Groningen (RUG) wird regelmäßig in die Top-100 verschiedener Rankings gewählt. Die Uni ist seit jeher international aufgestellt. Nach Aussagen ihrer Internetseite sind schon im 17. Jahrhundert über die Hälfte der Studierenden und Lehrenden aus dem Ausland gekommen. Auch im aktuellen Jahrhundert lernen an der RUG etwa 6000 Studierende aus über 120 verschiedenen Ländern.

Auf diesem Bild sieht man das Gebäude der Rijksuniversiteit Groningen. Es ist ein altes, hohes Gebäude, das rot gepflastert ist. Vor der Uni stehen Fahrräder.
Und schick sieht sie auch noch aus, die Rijksuniversiteit Groningen.

Wer das Glück sucht, sollte vielleicht in Groningen damit anfangen

Groningen ist eine sehr glückliche Stadt. Sie gilt als eine der glücklichsten Städte Europas und ist die glücklichste kleine Stadt in den Niederlanden. Unter den europäischen Städten rangiert Groningen in den Top-5, was Lebensqualität, Bildung, Luftqualität und Gesundheit angeht. Wer mir nicht glaubt, der kann sich auch gerne den Bericht der Europäischen Kommission aus dem Jahre 2016 durchlesen. Alternativ glaubt ihr einfach mir.

Was macht das Bild vieler niederländischer Städte aus? Natürlich die Grachten. Und von denen hat Groningen genug.

Auffällig im Groninger Stadtbild ist das Forum, über das ich auch schon einen Artikel geschrieben habe. Den könnt ihr euch gerne hier durchlesen. Das Forum, das im Dezember seinen einjährigen Geburtstag gefeiert hat, ist ein hohes, neumodisches Gebilde mitten im Stadtzentrum. Hier wird Kultur gemacht. Es ist Heimat für unterschiedliche Ausstellungen, hat ein Medialab und eine Bücherei. Und vor allem funktionierendes Internet, was für den Studierenden besonders wichtig ist.

Zum Entspannen zieht es die Menschen in die vielen Parks. Die zwei Bekanntesten davon sind der Noorderplantsoen und der Stadspark.

Man sieht einen Teich der von Grünfläche umgeben ist.
Im Sommer saßen immer viele Studierende auf den Grünflächen des Noorderpantsoens. Man trifft auf Jogger*innen, Hunde und Spaziergänger*innen.

Auch auf dem Vismarkt und dem Groote Markt sollte man unbedingt mal vorbeischauen. Dienstags, freitags und samstags wird hier viel frisches (und günstiges) Gemüse angeboten, aber auch Fisch, Fleisch und Käse verkauft. Auch den Brotstand sollte man sich nicht entgehen lassen. Vor allen, wenn man, wie ich das deutsche Brot sehr vermisst.

Groningen, eine Großstadt?

Was ich besonders an Groningen liebe, ist, dass man nur ein paar Minuten laufen muss, um zwischen Feldern mit Schafen und Kühen zu stehen. Ich gehe hier relativ häufig laufen und stehe dann immer gerne ein paar Minuten vor dem Gatter und beobachte die Tiere. Eigentlich komme ich vom Land und ihr Anblick sollte mich nicht so faszinieren, aber vor allen die Rinder sind wirklich einfach zu süß.

Ich persönlich finde ja, dass Groningens Altstadt schon Sehenswürdigkeit genug ist. Ich lasse auch hier einfach mal die Bilder für sich sprechen. Der Turm, dessen Motiv sich in den Bildern immer wieder wiederholt, ist übrigens der Martinitoren.

Vielleicht kommt einem Groningen nicht direkt in den Sinn, wenn man an die Niederlande denkt. Eine Stadt wie Groningen ist vielleicht nicht unbedingt mit einer Stadt wie Amsterdam zu vergleichen. Ich denke mir aber gerne, dass Groningen eine Seele hat. Und vielleicht ziehen ja auch einige von euch diese Stadt in Betracht, wenn sie überlegen, in den Niederlanden zu studieren. Ich kann euch mein neues Zuhause nur ans Herz legen.

Kommentare
  1. Paul Leon Wetzel

    26. März 2021

    Hallo, ich fand deinen Bericht über Groningen wirklich sehr interessant, zumal ich auch ab September in den Niederlanden studieren werde, allerdings in Breda 🙂 Ich wollte einmal fragen, ob es die Möglichkeit gibt ein Stipendium für so einen Aufenthalt zu erwerben und an wen man sich in diesem Fall am Besten wenden kann. Vielleicht kannst du mir ja weiterhelfen. Vielen Dank!

    1. Linda

      29. März 2021

      Hallo Paul, danke für deine Nachricht! Du kannst mal auf der Internetseite deiner Uni nachschauen, da listen die ihre eigenen Stipendien auf. Ich weiß, dass einige Begabtenförderwerke auch das Studium im europäischen Ausland fördern, vielleicht ist das ja was für dich? Sonst schau doch mal in der Stipendiendatenbank vom DAAD.
      Du kannst für das Studium in den Niederlanden auch Bafög beantragen. Für die Niederlande ist da das Amt in Köln zuständig.
      Ich wünsche dir ganz viel Spaß in Breda und falls du noch irgendwelche Fragen haben solltest, kannst du dich immer gerne melden! Liebe Grüße, Linda

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