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Hurrikan Maria – Was würdest du tun?

Ein Hurrikan kommt selten allein. Die stärkste Hurrikansaison ist  von August bis Oktober. Im September erreichte Irma die puertorikanische Küste und verursachte an der nördlichen Küste einen massiven Stromausfall. Erst nach zwei Wochen hatten alle Einwohner wieder Strom. Doch dann kam Hurrikan Maria. Konnte ich jetzt noch bleiben und weiter studieren?

Circa zwei Wochen nach dem ersten Hurrikan  hatte sich das Leben in San Juan wieder normalisiert, die Einwohner hatten wieder Strom und für uns Studenten lief die Universität. Eine Woche hatten wir das Gefühl wieder am normalen Leben teilzunehmen, doch die nächste Katastrophe baute sich im Atlantik auf – Hurrikan Jose. Zum Glück war der Hurrikan keine Bedrohung und verlief sich im Atlantik. Wenn uns schon Jose keine Schwierigkeiten machen sollte, dann aber Maria. Maria wurde zunächst mit der Stufe 3 eingestuft. Hier wusste man, dass dieser Hurrikan wieder die Insel treffen wird, nur wie war noch unklar. Wir trafen wieder alle Notfallmaßnahmen, kauften genug Wasser und Lebensmittel. Nachdem wir den ersten Hurrikan Irma mehr oder weniger „locker“ weggesteckt hatten, nahmen wir diesen vergleichsweise niedrig eingestuften Hurrikan entspannter auf. Dennoch sprachen wir über die Option die Insel zu verlassen, denn wir wussten die Zeit nach dem Hurrikan wird nicht einfach – wieder ohne Strom und Wasser, vielleicht sogar eine zerstörte Infrastruktur. Dennoch entschieden wir uns, erst mal auf der Insel zu bleiben. Obwohl dieser Hurrikan anders war. Hurrikan Irma streifte nur die Nordküste und die Insel blieb unversehrt, aber der Kurs von Hurrikan Maria lief quer durch die komplette Insel. Der Hurrikan kam näher und wir blieben erst mal entspannt und planten eine Pre-Hurrikan-Party. Bei einem deutschen Kommilitonen wohnte ein älterer Herr im Haus, der schon sieben Hurrikane erlebt hatte und uns die Party vorgeschlagen hatte, um die Situation zu beruhigen.

48 Stunden vor dem Hurrikan – erstmal wird gefeiert

Montagabend. Die Pre-Hurrikan-Party fand statt. Es wurde gekocht, es gab Snacks, Wein und Gäste. Wir deutschen Studenten saßen mit dem Vermieter und anderen amerikanischen Mietern am Tisch zusammen. Doch die Laune war lange nicht mehr dieselbe, denn der Hurrikan hat sich noch am selben Tag von Stufe 3 auf Stufe 5 hochgearbeitet. Sogar das Gesicht des entspanntesten Kollegen wurde kreidebleich, obwohl er braun gebrannt war. Wir merkten die Situation wird mehr als ernst. Ein Hurrikan kommt mit der höchsten Stufe und wird quer durch die Insel fegen. Aber dennoch im Moment genossen wir den Abend und hatten eine Menge Spaß, denn wir wussten, das wir sicher sind, sowohl in der Studentenresidenz als auch in der Wohnung. Der Abend war lustig, es gab interessante und witzige Diskussion unter uns und somit endete es ruhig, wir waren zuversichtlich.

Und dann musste alles ganz schnell gehen

Dienstagmorgen, das Smartphone in Dauervibration, am laufenden Band kamen Nachrichten und Neuigkeiten aus Deutschland. Hurrikan Maria richtete pure Verwüstung auf der Insel Dominica an. Die Unruhe kam schlagartig hoch. Ich rief schnell meinen deutschen Kommilitonen an, um zu besprechen, was wir tun sollen. Sogar der ältere Hurrikan erfahrene Herr war nun nervös. Er riet uns, in die Residenz zu gehen, denn in unserer Wohnung seien wir nicht mehr sicher. Nach einer langen Diskussion mit meinem Kollegen, entschied ich mich, die Insel zu verlassen, er hingegen entschied sich dafür, in seiner Wohnung zu bleiben.

Apartment vom deutschen Kollegen nach dem Hurrikan

Ich bestellte mir über die Applikation Uber ein Art Taxi (private Personen die einen von a nach b fahren, ist um einiges günstiger als Taxi), um so schnell wie möglich zum Flughafen zu gelangen. Der Flughafen war voll, klar, jeder wollte die Insel verlassen. Es war ein Kampf von Airline zu Airline. Bei der einen Fluggesellschaft funktionierte das System nicht, eine war geschlossen und bei der anderen war alles ausgebucht. Mein Ziel war New York, weil die Flüge meist sehr günstig sind. Bei der letzten Fluggesellschaft war das Glück auf meiner Seite. Es kostete natürlich einiges mehr. Ich fuhr noch schnell zurück nach Hause, leerte den Kühlschrank übergab meinem Kollegen meine Schlüssel und verabschiedete mich. Dann ging es es von San Juan nach Miami und von dort nach New York. Nur eine Sache fehlte noch, und zwar eine Wohnung. In San Juan hatte dafür die  Zeit nicht mehr gereicht. In Miami nutzte ich den Zwischenstopp, um das nachzuholen.

Unterkommen in New York, New Jersey und Iowa City

Hier haben sich Hostelworld und Airbnb bewährt, schließlich bekam ich eine Airbnb Wohnung in der Nähe des Flughafens. Vorab buchte ich mir erst mal ein Zimmer für zwei Nächte, um mir danach eine günstigere Wohnung zu suchen. Somit verbrachte ich eine Woche in New York und New Jersey und von dort ging es nach Iowa City. Da sich die Situation in Puerto Rico nur sehr langsam normalisiert, verbrachte ich weitere zwei Wochen in Iowa City. Dort habe ich glücklicherweise eine Freundin aus meiner Heimatuni, die zur selben Zeit ein Auslandssemester macht und mir ein Schlafplatz anbot.

kaputter Baum
Umgeknickter Baum
baum knickt über ein Zaun ein
Baum macht ein Zaun kaputt
Hurrikan richtet Chaos an und zerstört eine Tankstelle
Maria hatte schlechte laune und macht eine Tankstelle kaputt
schwimmende Boot in den Straßen on San Juan
Boot statt Auto zum cruisen
Baum auf Auto
Auto versteckt sich unter einem Baum

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