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Finanzierung und Förderung des Auslandsaufenthaltes leichtgemacht

Finanzierung und Förderung des Auslandsaufenthaltes leichtgemacht

Bei der Planung und Bewerbung eines Auslandsaufenthaltes wird oft an viele Dinge gedacht, jedoch eine mögliche Finanzierung durch ein Stipendium wird dabei häufig vergessen. Im Folgenden gebe ich einige Tipps, die bei der Bewerbung und vor allem bei der Finanzierung eines Auslandssemesters nützlich sein können.

Grundsätzlich kommt es zunächst darauf an, in welchem Land und an welcher Universität du dein Auslandssemester verbringen möchtest.

Als erstes ist es deshalb empfehlenswert, sich so früh wie möglich über die verschiedenen Optionen eines Auslandssemesters zu informieren. Am besten besuchst du Veranstaltungen des International Centers deiner Hochschule, suchst auf der Website oder fragst direkt bei den entsprechenden Ansprechpartner*innen nach. Ich habe zum Beispiel gleich in meinem ersten Semester eine Infoveranstaltung zum Thema „Auslandssemester“ besucht und wusste dadurch schon frühzeitig, was wann auf mich zukommen wird.

Die richtige Auswahl treffen

Nachdem ich 2017 drei Monate in Chile verbracht hatte und dort im Rahmen eines Praktikums in einem Radiosender arbeitete, wusste ich, dass ich sobald wie möglich wieder nach Lateinamerika zurückkehren möchte.

Deshalb suchte ich schon zu Beginn meines Studiums nach Partneruniversitäten meiner potenziellen Hochschule. Dadurch, dass das TEC de Monterrey eine Partnerhochschule der Hochschule Furtwangen ist, standen für mich das Zielland und die Universität schon sehr früh fest.

Sollte dir die Auswahl nicht so leicht fallen, informiere dich am besten über die verschiedenen Länder und Universitäten online und lies Erfahrungsberichte von anderen Student*innen. Denn je nachdem, für welche Universität du dich letztendlich entscheidest, kommt es darauf an, ob du dich eigenständig als „Freemover“ oder an einer Partneruniversität deiner Universität bewirbst.

Unterschied zwischen Freemover und Partneruniversität

Als „Freemover“ entscheidest du dich für eine Universität im Ausland, die nicht in der Liste der Partneruniversitäten deiner Heimatuni zu finden ist. Du bewirbst dich also initiativ an der Universität deiner Wahl und wirst für die Studienkosten im Normalfall selbst aufkommen müssen. Diese variieren dabei von Land zu Land sehr stark.

Entscheidest du dich im Gegensatz dazu für eine Partnerhochschule oder -universität, hast du meistens den Vorteil, nur die üblichen Semesterkosten der Heimathochschule tragen zu müssen. Das verleiht dir die Chance, an Universitäten im Ausland zu studieren, die sonst beispielsweise aufgrund der hohen Studienkosten nicht in Frage gekommen wären.

So ist es auch in meinem Fall. Hier in Deutschland haben wir das Privileg, oft nur sehr niedrige Semesterkosten zu bezahlen, wohingegen Universitäten wie zum Beispiel in Lateinamerika oder den USA sehr teuer sind. Das liegt in meinem Fall außerdem daran, dass das TEC eine private Universität ist.

Zudem wird der Bewerbungsprozess von der Heimatuniversität begleitet und bei Fragen steht das International Office immer zur Verfügung. Es befindet sich im direkten Austausch mit den Partneruniversitäten, wodurch Informationen sofort an die Student*innen weitergeleitet werden und man während des Bewerbungsprozesses direkt betreut wird.

Der Bewerbungsprozess in  Pandemiezeiten

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie dauerte der Bewerbungsprozess für Mexiko etwas länger als sonst, da es lange Zeit nicht klar war, ob wir Auslandsstudent*innen überhaupt vor Ort studieren können oder auch die Uni besuchen dürfen. So musste ich noch vor der finalen Zusage entscheiden, ob ich weiterhin vor Ort in Mexiko studieren möchte oder ein Online-Programm in Deutschland bevorzuge. Die Option, nur ein Online-Programm durchzuführen, kam für mich damals nicht in Frage und ich bin auch bis heute noch sehr froh, mein Auslandssemester in Präsenz angetreten zu haben.

Achtung bei verschiedenen Semesterzeiten!

Sobald du dich dann für ein Land und eine Universität entschieden hast, informiere dich am besten auch gleich über die Semesterzeiten der Universität im Ausland. In meinem Fall ist es so, dass die Universität in Mexiko nur im Wintersemester Auslandsstudierende annimmt. Zudem sind die Semesterzeiten komplett verschieden. Hier in Mexiko beginnt das Semester im August und endet schon Anfang Dezember. Zusätzlich sollte man auch wissen, wann generell ein Auslandssemester im Studienplan der eigenen Universität vorgesehen ist, denn die Semesterzeiten sind ein wichtiger Bestandteil bei der Planung. Mir war das Auslandssemester letztendlich so wichtig, dass ich mein Studium sogar um ein Semester verlängere. Mehr über mein Studienvorhaben im Ausland erfährst du hier.

Fördermöglichkeiten

Wenn du dich für ein Auslandssemester entscheidest, überlege dir am besten schon bei der Auswahl der Universität und des Landes, wie du dein Studium finanzieren kannst. Wie schon erwähnt, können Studien- sowie Lebensunterhaltskosten im Ausland extrem variieren und deshalb ist es gut, sich vorher einen Überblick über mögliche Kosten und die Finanzierung zu verschaffen. Häufig findest du Infos zu Förderungsmöglichkeiten über die Website deiner Heimatuniversität.

Neben dem Erasmus+ und dem PROMOS-Förderprogramm des DAAD, gibt es auch regionale Stiftungen, die Stipendienplätze vergeben. Ich werde von der Baden-Württemberg Stiftung gefördert, da meine Hochschule im Schwarzwald-Baar-Kreis und somit in Baden-Württemberg liegt. Auf das Stipendium bin ich über das International Center der HFU aufmerksam geworden und habe mich daraufhin auf einen Platz beworben. Voraussetzung war eine entsprechende Qualifikation durch meine bisherigen Prüfungsergebnisse im Studium.

Die Baden-Württemberg-Stiftung verfügt über verschiedene Programmlinien für Studierende sowie Berufstätige. Mit dem Stipendium für Studierende werden jährlich circa 1500 Student*innen weltweit ins Ausland geschickt. Neben einer Förderung von bis zu elf Monaten wird man auch Teil eines weltweiten Netzwerks und kann sich somit kulturell austauschen und international Kontakte knüpfen.

Die Förderung deckt einen großen Teil meiner Ausgaben hier in Mexiko, jedoch nicht zu 100 Prozent. Dadurch, dass beispielsweise die Kosten für die Krankenversicherung in Deutschland noch weiter laufen, die Mietkosten vergleichbar mit der Wohnung in Deutschland sind und ich hier auch mehr Ausgaben für Freizeitaktivitäten habe, reicht die Finanzierung nicht komplett aus, trägt aber einen großen Teil dazu bei, dass ich Mexiko in allen Facetten kennenlernen kann. Für diese Unterstützung bin ich sehr dankbar und kann jedem nur raten, eine solche Förderung, wenn möglich, in Anspruch zu nehmen.

Grundsätzlich ist bei der Bewerbung eines Stipendienplatzes vor allem das Bewerbungsdatum zu beachten. Oft gibt es nur einen Bewerbungszeitraum für einen Stipendienplatz, unabhängig von Winter- oder Sommersemester.

Bei der Baden-Württemberg Stiftung ist der allgemeine Bewerbungsschluss der 31. März für das im Herbst beginnende Stipendienjahr. Also auch hier gilt: so früh wie möglich die Fristen und Bewerbungskriterien checken!

Allgemeine Checkliste für eine Bewerbung auf einen Stipendienplatz:

  • Studienvorhaben
  • Lebenslauf
  • Notenspiegel
  • Sprachnachweis
  • Gutachten zum Antrag eines Stipendiums
  • Bewerbungsformular

Die geforderten Unterlagen für eine Stipendienplatz-Bewerbung sind natürlich immer abhängig von der jeweiligen Universität und der Stiftung oder dem Förderungsprogramm.

Noch ein abschließender Tipp:

Oft verfügen Universitäten über ein sogenanntes „Buddy-Programm„, durch das man schon während des Studiums internationale Studierende bei ihrem Aufenthalt in Deutschland unterstützen und Kontakte knüpfen kann. Das kann vor allem auch dabei helfen, einen Einblick in andere Kulturen zu erhalten und die Seite eines Auslandsstudierenden hier in Deutschland mitzubekommen. So durfte ich beispielsweise letztes Semester einem spanischen Auslandsstudenten bei Fragen rund ums Studium, der aktuellen Pandemiezeit und bei der Eingewöhnung in Furtwangen helfen. Außerdem nahm ich an verschiedenen Veranstaltungen des International Centers teil. Ein Highlight, wenn keine Corona-Pandemie herrscht, ist unter anderem das International Festival, bei dem die Auslandsstudierenden typisches Essen, Musik und Tänze aus ihren Heimatländern vorstellen.

Abgesehen davon, dass eine Teilnahme oft hilfreich bei der Bewerbung für ein Förderungsprogramm ist, eignet es sich vor allem, um sich mit anderen international Studierenden auszutauschen und eventuell auch den Wunsch eines Auslandssemesters zu verfestigen.

Ich hoffe, ich konnte einige hilfreiche Tipps mitgeben!

¡Hasta pronto!

 

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