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Ready, Set, Seoul – gut vorbereitet ins Auslandssemester nach Südkorea

Ready, Set, Seoul – gut vorbereitet ins Auslandssemester nach Südkorea

Ein halbes Jahr am anderen Ende der Welt in einer Millionen-Metropole leben und studieren – das will gut vorbereitet sein. Wie du ohne böse Überraschungen in dein Auslandssemester in Seoul startest, erfährst du in diesem Beitrag.

Auch wenn ich im alltäglichen Leben zu den spontanen Zeitgenossen zähle und die Dinge gerne auf mich zukommen lasse, war ich mir im Hinblick auf mein Auslandssemester sicher, dass ich schon frühzeitig mit der Planung beginnen sollte. Und so viel sei vorab verraten: Es hat sich gelohnt.

Du interessierst dich auch für ein Auslandssemester in Südkorea? Dann kannst du dich bei der Vorbereitung ganz einfach an den folgenden fünf Steps orientieren.

Ausblick über die Skyline von Seoul
Stadt so weit man blicken kann – Seoul ist die fünftgrößte Metropole weltweit.

Step 1: Recherche deiner Wunsch-Universität und der Bewerbungsfristen

Zu allererst gilt es, deine Wunsch-Uni ausfindig zu machen. Beginn mit der Recherche am besten ein bis anderthalb Jahre vor dem geplanten Start des Auslandssemesters, damit du genügend Zeit hast, um alle notwendigen Unterlagen für die Bewerbung parat zu haben.

Dabei gibt es generell zwei Möglichkeiten: Entweder du bewirbst dich an einer Partner-Uni oder als Freemover an einer Uni deiner freien Wahl. Letzteres empfiehlt sich, falls deine Uni in Deutschland keine Kooperationen in Südkorea hat beziehungsweise deine Wunsch-Uni nicht dabei ist. Sollte dies der Fall sein, dann lass dich jedoch keinesfalls davon abschrecken!

Du findest die internationalen Partnerschaften in der Regel auf der Website deiner Uni im Bereich International und Outgoings. Außerdem gibt es meist Info-Veranstaltungen zum Thema Auslandssemester, die sehr hilfreich sind, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Ich habe zudem einfach einen Beratungstermin im International Office meiner Uni in Deutschland vereinbart und hatte so die Möglichkeit, alle offenen Fragen im Detail zu besprechen. Das kann ich dir auch nur ans Herz legen.

Hinsichtlich der Kriterien für deine Wunsch-Uni in Südkorea empfehle ich dir, bei deiner Recherche auf drei wesentliche Aspekte zu achten: das Kursangebot, die Professoren und deren fachliche Schwerpunkte sowie die Lage des Campus. Dabei hilft es zunächst, die Webseite der Uni unter die Lupe zu nehmen. Im Anschluss kannst du außerdem nach Publikationen der jeweiligen Professoren suchen.

Du hast deine favorisierte(n) Uni(s) gefunden? Super! Allerdings nur die halbe Miete. Mindestens genauso wichtig: Recherchiere die jeweiligen Bewerbungsfristen! In meinem Fall musste ich die vollständigen Bewerbungsunterlagen bis zum 15. Juli einreichen, um im darauffolgenden Sommersemester ins Ausland zu gehen. Der Vorlauf lag also bei etwas über einem halben Jahr. Watch-Out: Bei zahlreichen Unis ist der Vorlauf sogar länger.

Step 2: Bewerbung

Sobald du deine Wunsch-Uni(s) gefunden hast, geht es an die Bewerbung. Bei mir fand das Ganze über das Portal Mobility Online statt und ich musste zunächst folgende Unterlagen einreichen:
• Online-Bewerbungsformular
• Grade Transcript
• Immatrikulationsbescheinigung
• Motivationsschreiben (Tipp: komm dabei auf den Punkt und schreibe maximal    zwei Seiten)
• Sprachnachweis für die Unterrichtssprache (in meinem Fall Englisch)
• Nachweis über die Staatsbürgerschaft

Im zweiten Schritt – nachdem die Uni in Südkorea meine Bewerbung zugelassen hat – galt es dann noch weitere Unterlagen einzureichen:
• Nachweis der Krankenversicherung (im In- und Ausland)
• Medical Check-Up

Bezüglich der Krankenversicherung ist die Situation etwas knifflig. So lange du weiterhin in Deutschland gemeldet bleibst – was sich empfiehlt, wenn du nur für ein Semester ins Ausland gehst – solltest du weiterhin im Inland krankenversichert sein. Dadurch musst du doppelt Beiträge zahlen. Allerdings gibt es einige gute Auslandskrankenversicherung-Deals. Informiere dich hierzu bei deiner deutschen Krankenversicherung. Vielleicht bietet Sie für bestehende Mitglieder eine vergünstigte Auslandskrankenversicherung an – so war es jedenfalls bei mir.

Da der Medical Check-Up für die Bewerbung auf einen Studienplatz in Südkorea sehr wichtig ist, widme ich ihm den nächsten Step.

Step 3: Medical Check-Up und Impfungen

Direkt nachdem die Zusage von der KMU bei mir eingetroffen ist, habe ich einen Termin bei meiner Hausärztin für den Medical Check-Up vereinbart. Ich empfehle dir, es genauso zu handhaben, damit der zeitliche Vorlauf bis zur endgültigen Bewerbungsfrist ausreicht. Der Check-Up hat es nämlich ganz schön in sich. In meinem Fall mussten folgende Dinge nachgewiesen beziehungsweise getestet werden:

• Physical Exam (Größe, Gewicht, Blutdruck, Sehtest, Hörtest – weiß der Geier, warum)
• Urintest
• Großes Blutbild (inkl. AIDS- und Hepatitis-Test)
• Syphilis-Test
• Tuberkulose-Test (Röntgenbild der Lunge)

Das mag dich auf den ersten Blick erst einmal ziemlich erschlagen, aber lass dich davon nicht demotivieren! So lange du rechtzeitig den Arzttermin vereinbarst, ist das Ganze halb so wild.

Zusätzlich zum Check-Up habe ich einige Impfungen aufgefrischt. Zwar gibt es keine Pflichtimpfungen für die Einreise nach Südkorea, jedoch werden folgende Impfungen empfohlen: Hepatitis A, Tollwut und japanische Enzephalitis. Mehr Infos findest du auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Step 4: Visum

Entgegen meiner ersten Erwartung war der Antrag des Visums extrem easy und dazu auch noch komplett kostenfrei. Als Student benötigt man das D-2 Visum.

Welche Unterlagen du genau dafür brauchst, erfährst du auf der Website der Koreanischen Botschaft. Dabei gibt es zwei leicht unterschiedliche Möglichkeiten, das Visum zu beantragen:

  •  Eigenständige Beantragung mit dem Certificate of Admission (Zulassungsbescheid deiner Uni in Südkorea)
  • Beantragung mit Unterstützung deiner koreanischen Uni über die Confirmation of Visa Issuance (diese erhältst du von deiner Uni in Südkorea)

Die Uni in Korea hat mich informiert, dass sie generell die Beantragung mit der Confirmation of Visa Issuance empfehlen. Rückblickend wäre es für mich jedoch ehrlich gesagt besser gewesen, das Visum komplett eigenständig zu beantragen. Der Grund dafür war, dass ich das Dokument erst anderthalb Wochen vor meiner Abreise von der KMU erhalten habe. Das hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht.

Allerdings waren hierfür etwas außergewöhnliche Umstände verantwortlich – aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus musste die koreanische Uni länger auf die Confirmation of Visa Issuance von der Botschaft in Seoul warten. Normalerweise geht das wohl viel schneller.

Obwohl ich das Dokument erst so kurz vor meiner Abreise erhalten habe, hat alles super funktioniert. Man benötigt bei der koreanischen Botschaft in Berlin keinen Termin, sondern muss lediglich die Öffnungszeiten beachten. In der Botschaft angekommen, musste ich einfach nur alle Unterlagen sowie meinen Reisepass abgeben und konnte dann eine Woche später meinen Pass inkl. Visum abholen – das war übrigens genau zwei Tage vor meinem Abflug. Um solche Sperenzchen zu umgehen, empfehle ich dir, lieber den Weg der eigenständigen Beantragung zu gehen.

Step 5: Alien Registration Card

Der Teufel liegt im Detail – diesen letzten Schritt kann man schnell übersehen, jedoch ist er sehr wichtig! Denn jeder Ausländer, der vorhat, länger als 90 Tage in Südkorea zu bleiben, muss eine Alien Registration Card beim Immigration Office beantragen. Das Ganze ist total unkompliziert: Account auf dem Portal Hi Korea erstellen, Termin online reservieren (Tipp: Das hat bei mir nur mit Firefox als Browser funktioniert) und dann mit allen Unterlagen ins Immigration Office düsen. Fertig! Detaillierte Infos zum Ablauf der Beantragung findest du hier. Da man mitunter vier bis sechs Wochen auf einen Termin warten muss, empfiehlt es sich, diesen Step nicht erst zu vollziehen, nachdem man schon 89 Tage im Land ist. Ich habe mir schon aus Deutschland einen Termin vereinbart.

Soweit, so gut. Jetzt fragst du dich bestimmt, wie du eine Unterkunft in Seoul findest und – noch viel wichtiger – wie du den ganzen Spaß überhaupt finanzieren kannst. Das erfährst du in meinen nächsten beiden Blogbeiträgen. Stay tuned!

Schau in der Zwischenzeit gerne bei den anderen Correspondents vorbei. Zum Beispiel bei Alina in Malaysia, Mia in Belgien oder Sophie in Portugal.

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