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Von wegen Siesta? – Der Unialltag in Spanien

Von wegen Siesta? – Der Unialltag in Spanien


Seit knappen zwei Monaten besuche ich nun die Universidad de Cádiz in Jerez de la Frontera. Als Zwischenfazit kann ich bereits jetzt sagen, dass sich der Unialltag in Spanien sehr von dem an meiner Hochschule in Deutschland unterscheidet. Wenn ihr wissen wollt, was die Besonderheiten an meiner neuen Universität sind, bleibt gerne dran!

Ein kunterbunter Stundenplan

An meiner Universität in Spanien belege ich insgesamt vier Kurse: Unternehmenskommunikation (auf Spanisch), Englisch in der Tourismusbranche, Englisch in der Öffentlichkeitsarbeit und einen spanischen Sprachkurs (Niveau B2). Für meine Kurse bekomme ich dieses Semester 25 ECTS.

Anders als in Deutschland, wird bei spanischen Kursen zwischen den normalen Vorlesungen und den sogenannten „Practicas“ unterschieden. Die Practicas dienen dazu, das gelernte Wissen in der Praxis anzuwenden. Dafür bekommen die Studierenden jede Woche eine praktische Aufgabe (beispielsweise eine Case Study), die dann in der nächsten Woche im Plenum präsentiert wird.

Auch bei den Englischkursen wird eine Trennung zwischen Vorlesungen und dem sogenannten „Sprachlabor“ gemacht. Das letztere findet in Computerräumen statt, die mit Kopfhörern und Mikrofonen ausgestattet sind. Hier haben die Studierenden die Möglichkeit, eine spezielle Software zu nutzen, um ihre Aussprache zu verbessern. Zu Beginn dieses Kurses musste ich mir das Lachen verkneifen. Denn wenn alle Studierenden vor ihren Bildschirmen sitzen und ihre Vokabeln in das Mikrofon grölen, ist dies erstmal eine merkwürdige Situation.

Zusätzlich gibt es für die Englischkurse „Lectoras“. Diese werden meistens von Muttersprachler:innen gehalten und zielen darauf ab, Konversationen in der Fremdsprache zu führen. Dieser Kurs hilft mir besonders, mit den Spanier:innen in Kontakt zu kommen, da die Professorin sehr darauf achtet, dass ERASMUS-Studierende mit Einheimischen zusammenarbeiten.

Hast du deine Hausaufgaben gemacht?

Die Universität, an der ich studiere, ist sehr verschult. Das bedeutet, dass man regelmäßig Hausaufgaben bis zu einer Deadline abgeben muss. Das hat den Vorteil, dass man das Gelernte sofort anwenden kann. Der Nachteil ist, dass man in der Planung seines Unialltags weniger Freiheiten hat. Auch regelmäßige Präsentationen sind an meiner Universität keine Seltenheit. Hausaufgaben und Präsentationen werden allesamt benotet.

Ebenfalls zur Endnote zählen die Anwesenheit und Beteiligung an der Vorlesung. Dass Studierende aufmerksam den Unterricht verfolgen, Fragen stellen und ihre Meinung einbringen, wird in Spanien sehr geschätzt.

Aber keine Sorge: Mit einer guten Organisation hat man trotz der Verpflichtungen noch genügend Freizeit um zu reisen, Freunde zu treffen und Spanien zu genießen!

Ich persönlich war am Anfang etwas überfordert mit den vielen Verpflichtungen. Jetzt führe ich allerdings einen Terminkalender und erstelle mir täglich To-Do-Listen. Somit habe ich alle Deadlines im Blick.

Über die Note Eins kann sich nicht gefreut werden …

… denn das spanische Notensystem geht von Eins bis Zehn, wobei Zehn die bestmögliche Note ist. Bei Hausaufgaben, Prüfungen und Co werden die Noten mit Kommastellen vergeben (zum Beispiel 8,5). Ab der Note Fünf aufwärts hat man bestanden.

Professor López oder Paloma?

Was mir in Spanien besonders gefällt, ist der persönliche Umgang mit den Professor:innen. Von meinen Professor:innen werde ich geduzt, und auch ich darf meine Professor:innen duzen! Viele nehmen sich vor und nach den Vorlesungen Zeit, um Fragen mit ihren Studierenden zu klären, aber auch für Smalltalk. Da man sich auf gleicher Augenhöhe begegnet, herrscht stets eine angenehme Lernatmosphäre.

Professorin und Studentin in einem Klassenzimmer
In Spanien schätze ich besonders die Nähe zwischen Lehrenden und Lernenden

Nun hoffe ich, dass ich euch mit meinen Blogbeitrag einen guten Überblick zu den Unterschieden zwischen dem deutschen und spanischen Unialltag geben konnte. Sonnige Grüße aus Andalusien und bis bald! 

 

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