8. Dezember 2025
Nach einer unkomplizierten Anreise war mein erster richtiger Eindruck von der Stadt Gävle (Schweden): ruhig, sauber und sehr entspannt. Die Stadt ist nicht groß, aber genau das macht den Start angenehm. Keine Hektik und Menschenmassen, stattdessen viele Fahrräder und Natur.
Am ersten offiziellen Uni-Tag hatten wir ein Willkommenstreffen, bei dem wir eine kurze Einführung in das Leben in Schweden erhielten. Dort wurde uns auf eine lockere Art erklärt, welche typischen schwedischen Wörter und Sätze man kennen sollte und was man im Alltag beachten muss. Das hat den Einstieg erleichtert, weil wir so direkt ein Gefühl für die schwedische Kommunikation bekommen haben.
Im Anschluss gab es eine kleine „Messe“, bei der verschiedene Hochschulgruppen und Services (zb. Fitnessstudios) Stände aufgebaut hatten. Man konnte sich dort informieren, ein paar Goodies mitnehmen und erste Gespräche führen.

In den darauffolgenden zwei Wochen hat die Uni täglich Veranstaltungen angeboten, die vollständig von Studierenden organisiert wurden. Dazu gehörten eine Schnitzeljagd durch die Stadt, ein Bar-Hopping-Abend, Schlittschuhlaufen und viele weitere Aktivitäten. Natürlich musste man nicht an allem teilnehmen, vor allem, da auch die ersten Kurse gestartet sind und es sonst zu viel geworden wäre. Es war auf jeden Fall eine super Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen. Und das Beste, auch jetzt während des Semesters, findet etwa alle zwei Wochen eine Veranstaltung für internationale Studierende statt.
Das tägliche Leben: Einkaufen, Bank, SIM-Karte und mehr
Supermärkte
Die wichtigsten Supermärkte hier sind ICA, Willys und Lidl. Die Preise sind höher als in Deutschland, aber man gewöhnt sich schnell daran. Einige Produkte kosten inzwischen sogar ähnlich viel wie in Deutschland.
SIM-Karte
Grundsätzlich braucht man als EU-Bürger keine schwedische SIM-Karte, da EU-Roaming gilt. Ich musste mir erst nach ein paar Monaten eine kaufen, weil mein Datenroaming abgelaufen war (dies gilt nur temporär im Ausland). Sobald ich wieder ins deutsche Netz gehe, wird mein Roaming automatisch wieder aktiviert. Sollte euch das auch passieren, empfehle ich eine eSIM. Vergleiche hierbei die verschiedenen Online-Anbieter für den besten Preis.
Bank & Bezahlung
In Schweden wird fast nur bargeldlos bezahlt. Man zahlt alles mit Karte, egal ob im Supermarkt oder im Cafe. Bargeld habe ich bisher noch nie gebraucht.
Öffentlicher Verkehr
Viele Studierende sind hier mit den Fahrrad unterwegs, weil die Wege in Gävle kurz sind. Für internationale Studierende gibt es sogar Läden, bei denen man Fahrräder für einige Wochen kostenlos ausleihen kann. Ich persönlich fahre kein Fahrrad. Deshalb nutze ich fast immer den Bus (das Monatsticket kostet ca. 30 €). Wenn ich weiter weg möchte, zum Beispiel nach Stockholm, nehme ich den Zug. Überall gibt es Studentenrabatte, die sich lohnen.
Kulturelle Unterschiede
Die Fika ist ein fester Bestandteil des Alltags. Diese kleinen Pausen mit Kaffee und etwas Süßem ist eine Tradition und schaffen eine angenehme Atmosphäre – auch in der Uni.
Fika ist eine schwedische Tradition, die weit mehr als nur eine Kaffeepause ist. Man nimmt sich bewusst eine Auszeit vom Alltag, um beim Kaffee oder Tee und oft mit Gebäck mit Familie, Freunden oder Kollegen zusammenzusitzen, zu entspannen und das soziale Miteinander zu pflegen. Fika ist ein fester Bestandteil der schwedischen Kultur und dient der Gemütlichkeit sowie dem bewussten Genießen.
Die Menschen in Schweden habe ich als eher ruhig, aber offen kennengelernt. Viele wirken im ersten Moment etwas reserviert, aber sobald man eine Frage hat oder Hilfe braucht, sind sie sehr freundlich und hilfsbereit. Alle, egal ob jung oder alt, scheinen sehr gut Englisch zu sprechen. Vor allem in öffentlichen Verkehrsmittel merkt man das respektvolle und rücksichtsvolle Miteinander. Die Menschen sind im Bus leise, drängeln nicht und halten Abstand. Wenn irgendwo noch ein einzelner Platz frei ist, bleibt man eher stehen, als sich direkt neben jemandem zu setzen. Das ist hier normal und wirkt gar nicht unhöflich, sondern eher respektvoll.
Tipps für einen Stressfreien Tag
- Nutze die Welcome Week, um Kontakte zu knüpfen
- Sei offen für neue Leute, aber mach dir kein Stress
- Knüpfe Kontakte zu Studenten, die die gleichen Kurse belegen
- Nimm dir Zeit um anzukommen
- Mach nur bei Veranstaltungen mit, die du wirklich möchtest
- Organisiere kleine Dinge frühzeitig (z. B. Bus-App, Einkaufsmöglichkeiten,…)
Mein Start in Schweden war ruhig, entspannt und gleichzeitig aufregender, als ich gedacht hätte. Ich fühle mich inzwischen richtig wohl und freue mich auf alles, was noch kommt!