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Wie du als Freemover in die USA kommst!

Berkeley – für viele ein Sehnsuchtsort voller akademischer Exzellenz, sonniger Hügel und kreativer Energie. Für mich: mein Traumziel. Aber wie kommst du als deutscher Studierender eigentlich ohne offizielles Austauschprogramm dorthin? Die Antwort: Als sogenannter Freemover – und mit sehr viel Eigeninitiative. In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie ich es geschafft habe, ein Forschungspraktikum in den USA zu organisieren – inklusive J1-Visum, Laborplatz und Unterkunft.

Schritt 1: Supervisor finden – und nicht gleich aufgeben

Am Anfang stand eine Absage. Ich hatte dem Professor direkt geschrieben – höflich, motiviert, interessiert. Erstaunlicherweise habe ich sogar eine Antwort bekommen, allerdings die Folgende: Kein Platz. Erst vier Monate später kam der Wendepunkt: Ich habe über LinkedIn einem deutschen Postdoc geschrieben, der im Keasling Lab in Berkeley arbeitet. Er war offen, hilfsbereit – und letztlich der Schlüssel zu allem (credits für Matthias Schmidt). Er stellte den Kontakt zu Jay Keasling her, einem der weltweit renommiertesten Biotech-Forscher, und sprach sich intern für meine Bewerbung aus.

Dann ging alles plötzlich schnell. Ich bekam eine offizielle Bestätigung von Jay – und damit war der Weg frei für alles Weitere. Die eigentlichen Interviews mit den PhDs und Postdocs kamen erst danach – zu dem Zeitpunkt war längst klar, dass ich ins Team darf.

Mein Learning: Gib nicht auf, wenn’s beim ersten Mal nicht klappt. Beziehungen und Netzwerke sind oft entscheidender als perfekte Noten oder Bewerbungen. Und manchmal kommt Hilfe von dort, wo du sie gar nicht erwartest.

Schritt 2: Offizielle Einladung & Visumsprozess vorbereiten

Damit ich überhaupt ein Visum beantragen konnte, musste mich mein Betreuer offiziell bestätigen – in einem Schreiben mit Start- und Enddatum, Projekttitel und Ort. Dann ging es los mit den Dokumenten. Viele Dokumente.

Für die Bewerbung am Labor und die Beantragung des DS-2019 Formulars (wichtig fürs Visum):

Sobald alles hochgeladen ist (z. B. über das LBNL-Portal), prüft die Host-Organisation deine Angaben und stellt das DS-2019 Formular aus. Damit kannst du offiziell dein J1-Visum beantragen.

Schritt 3: Visum beantragen – willkommen im Bürokratie-Labyrinth

Für das J1-Visum brauchst du:

Ich sage es direkt: Dieser Prozess ist langwierig. Nimm dir Zeit, lies alles sorgfältig und plane mehrere Wochen für die Terminvergabe bei der Botschaft ein.

Schritt 4: Krankenversicherung – aufpassen!

Die USA sind bei Gesundheitskosten bekanntlich… speziell. Daher musst du eine J1-kompatible Krankenversicherung nachweisen. Die UC Berkeley Website bietet eine Liste mit zugelassenen Alternativen – deine Versicherung muss u. a. folgende Punkte abdecken:

  • Mind. $100.000 pro Unfall/Krankheit
  • Rückführung im Notfall
  • Kein Selbstbehalt* > $500
  • Selbsterhalt: Der Betrag, den du im Schadensfall selbst tragen musst, bevor deine Versicherung einspringt.

Ich habe mehrere Anbieter verglichen iNext, die UC Berkeley eigene Krankenversicherung SHIP und Compass Student Insurance – lies das Kleingedruckte genau!

Schritt 5: Unterkunft suchen – Facebook und Craigslist retten Leben

Ohne die Berkeley-eigene „Housing Guarantee“ für Austauschstudierende musste ich mir selbst etwas suchen. Gute Adressen:

Ich hatte Glück und bekam, über die website der UC Berkeley, ein Wohnheimzimmer im University Village Albany – xucyun ruwway. Zwar nicht zentral, aber ruhig und mit viel Platz. Falls ihr mehr darüber wissen wollt schaut euch meinen Beitrag „Wohnen in der Bay Area“ an.

Schritt 6: Ankommen, einchecken, durchatmen

Nach der Einreise (Achtung: DS-2019 ausgedruckt dabeihaben!) kam der nächste Papierkram:

  • Labor-Onboarding: Sicherheitsunterweisungen, Tests, Trainings.
  • Berkeley-ID: Da ich technisch gesehen zum Lawrence Berkeley National Laboratory gehöre, musste ich diese separat beantragen. Formulare, Uploads – du kennst das Spiel.

Das Labor-Onboarding war beispielsweise notwendig, um einen Termin für die Badge zu beantragen. Die „Badge“ ist notwendig, um Zugang zum Labor zu bekommen. Also für das Gebäude, die Aufzüge und so weiter. Die Berkeley ID wiederum habe ich gebraucht, um Zugang zu meinem Wohnheim zu bekommen.

Lohnt sich das Ganze?

Ganz ehrlich: Ich hatte Momente, da wollte ich alles hinwerfen. Die Menge an Formularen, Zahlungen, E-Mails und Unsicherheiten war überwältigend. Aber im Rückblick kann ich nur sagen: Es hat sich mehr als gelohnt.

Ich habe in einem der besten Forschungslabore der Welt gearbeitet, neue Leute getroffen, mein Englisch verbessert und einen riesigen Schritt in Richtung meines Traums gemacht.

Wenn du also überlegst, als Freemover in die USA zu gehen, dann sage ich: Tu es. Es ist nicht der einfachste Weg, aber einer, der dich wachsen lässt. Wenn du allerdings die Möglichkeit hast, nicht als Freemover, sondern über eine Organisation ins Ausland zu gehen, dann TU ES ERST RECHT!

Tipps zum Schluss:

💡 PS: Wie ich das ganze finanziert habe und wie du selbst Geld für deinen Auslandsaufenthalt sammeln kannst, erfährst du im Beitrag als Freemover Leben in der Bay Area finanzieren.

Hast du noch Fragen?

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