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Setzen, F! Andere Länder, andere (Schul)Sitten

Sich morgens viel zu früh aus dem Bett quälen, halb verschlafen zur Schule schleppen und das fünfmal die Woche, das hat jeder Schulalltag so an sich. Doch was hinter den Schultüren passiert, welche Schulordnung herrscht, welche Noten verteilt werden, all das ist von Schule zu Schule und besonders von Land zu Land unterschiedlich. Hier ein paar kleine Unterschiede, dir mir aufgefallen sind, während meines Praktikums an der Rilke Schule.

Das Schuljahr

Das Schuljahr ist in den USA in Quarter, also Viertel, aufgeteilt. Somit gibt es auch nicht wie bei uns in Deutschland ein Halbjahres- und ein Endzeugnis, sondern nach jedem Quarter werden Notenbescheide ausgeteilt.

Ferien während des Schuljahres gibt es leider auch nur über Weihnachten (zehn Tage) und eine Woche im Frühling (Springbreak). Dafür haben die Schüler ganze drei Monate im Sommer frei. Diese Einteilung hat so seine Vor- und Nachteile. Persönlich finde ich jedoch die Ferienregelung in Deutschland besser, denn 15 Wochen am Stück Schule zu haben bis die ersten Ferien in Sicht sind, kann einem wie eine Ewigkeit vorkommen. Nicht nur die Schüler, sondern auch alle Lehrer sind dann mehr als bereit für ein paar Tage Abstand voneinander. In Deutschland sind es höchstens fünf bis sechs Wochen bis zu den nächsten Ferien, was weitaus erträglicher ist.

Noten

In Deutschland werden Noten von 1 bis 6 verteilt. In den USA hingegen gibt es Buchstaben von A bis F, wobei E ausgelassen wird. F bedeutet so viel wie „failed“ und der Test bzw. die Schulaufgabe wurde nicht bestanden. Das Gute jedoch ist, dass die Möglichkeit besteht die Schulaufgabe zu wiederholen (bei der Note D oder F). Persönlich finde ich diese Regelung sehr gut, denn wie oft ist es schon in meiner eigenen Schulzeit vorgekommen, dass ich einen schlechten Tag hatte oder es gab einfach nicht genug Zeit zum Lernen. Somit hat man eine zweite Chance diese eine schlechte Note auszubügeln und muss nicht versuchen durch Referate oder andere mündliche Mitarbeit.

Schüler mit Laptops im Klassenzimmer
Die Schüler können ihre Noten und andere Schularbeiten online überprüfen.

Auszeichnungen

Amerikaner lieben Auszeichnungen! Und somit gibt es auch am Ende jedes Quarters eine „Awards Assembly“. Alle Schüler, Lehrer und Eltern treffen sich in der Schulaula und es werden Auszeichnungen verteilt:

  • Perfect Attendance (die Schüler müssen 90 Tage am Stück in der Schule anwesend sein). Ob man dafür eine Auszeichnung erhalten muss, ist meiner Meinung nach fraglich.
  • A Honor Roll (der/die SchülerIn hat nur As in allen Fächern erhalten. Sowohl in der Deutsch- als auch in der Englischklasse)
  • A/B Honor Roll (der/die SchülerIn hat nur As und Bs in allen Fächern erhalten)

Natürlich wird das ganze übertrieben zelebriert, aber so sind die Amerikaner nun mal.

Schulklima

In meiner Schulzeit war es so üblich, dass man den Rektor eigentlich nie zu Gesicht bekommt, außer man hat etwas angestellt und wurde in sein Büro hineingerufen. Anders in den USA. Der Rektor hat immer ein offenes Ohr für alle Lehrer und Schüler. Fast täglich schaut er im Klassenzimmer vorbei, scherzt mit den Schülern oder hinterlässt kleine Notizzettel, auf denen Aufmunterungen oder positive Bemerkungen für die Lehrer stehen. Der Rektor meiner Schule, Herr Barr, hat auch seine eigene kleine Radiostation. Hier werden alle möglichen Themen diskutiert. Hört mal rein.

Podcast auf Facebook
Schuldirektor Herr Barr (rechts) und zweiter Rektor Herr Bearss bei der Aufnahme ihres Podcasts.

Eine große Gemeinsamkeit hat jedoch jede Schule, unabhängig davon in welchem Land man ist: Schüler sind mal mehr und mal weniger motiviert ihre Arbeit zu tun und deshalb ist es gut, sich immer neue Aufgaben und Gruppearbeiten zu überlegen, um die Schüler bei Laune zu halten.

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