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Auslandssemester in Schweden: Wer kann sich das schon leisten?

Auslandssemester in Schweden: Wer kann sich das schon leisten?

Ein Auslandssemester ist nur was für Reiche? Falsch! Warum das nur ein Vorurteil ist und wie ihr euch ein Auslandssemester in einem der teuersten Länder der EU finanzieren könnt, lest ihr hier.

Das beliebte Erasmus+

Erasmus+ ist wohl der größte Segen für alle, die im EU-Ausland studieren wollen. Durch das Erasmus-Programm fallen in der Regel nämlich nicht nur die Studiengebühren an der Austauschuni weg, sondern es bekommen auch alle Erasmus-Studierenden einen monatlichen Zuschlag, der nicht zurückgezahlt werden muss. Je nach Lebensunterhaltungskosten im Gastland unterscheidet sich die Höhe dieses Zuschlags. Schweden befand sich 2020 in der höchsten Förderungsgruppe. Ein Studienaufenthalt dort wird somit bis 450€ monatlich gefördert.

Bargeld
Bargeld nutzt in Schweden übrigens so gut wie niemand. Alles wird über Kreditkarte oder die Banking App Swish bezahlt. Oft wird Bargeld sogar gar nicht akzeptiert. Zur Sicherheit habe ich trotzdem immer etwas dabei.

Das Auslandsbafög

Zusätzlich zur Erasmus+ Förderung kann man auch Auslandsbafög beantragen. Das ist für viele ein guter Tipp, da die Förderungsbedingungen in der Regel niedriger sind als beim gewöhnlichen InlandsBAföG. Das heißt, es ist durchaus möglich AuslandsBAföG zu erhalten, wenn man im Inland nicht förderungsberechtigt ist. Den Antrag stellt ihr bei dem Amt für Ausbildungsförderung, das für euer Zielland zuständig ist. Hier findet ihr heraus, welches das ist. Beachtet, dass man sich circa sechs Monate vor der Ausreise den Antrag für AuslandsBAföG stellen sollte.

Stipendien sind nicht nur was für Hochbegabte

Ein Tipp, den ich vorher gerne gewusst hätte: Stipendien sind nicht nur etwas für Hochbegabte. Ich habe mir damals gedacht, ein Stipendium ist nichts für mich. Heute bereue ich, dass ich mich nicht wenigstens beworben habe. Oft sind nämlich nicht nur die Noten in der Uni ausschlaggebend. Die Stipendiendatenbank des DAAD zeigt euch Fördermöglichkeiten für euer Zielland. Wenn ihr an einer Fachhochschule oder einer Hochschule für angewandte Wissenschaften studiert, könnt ihr euch auch auf die HAW.International Stipendien bewerben. Hier seht ihr alle Infos und Finanzierungsmöglichkeiten schön gesammelt. Also: Informiert euch und lasst euch ruhig im International Office beraten. Die Förderungsmöglichkeiten sind meistens vielfältiger als ihr denkt!

Teuer, teurer, Schweden?

Machen wir uns nichts vor: Schweden ist teuer. Sehr teuer. Glücklicherweise habe ich für schwedische Verhältnisse bei der größten Ausgabe ein richtiges Schnäppchen gemacht: für mein Zimmer im Wohnheim zahle ich umgerechnet nur knapp 400 Euro im Monat.

Sangria
Kaum zu glauben, aber wahr: Eine Flasche Sangria kosten hier über 8 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland kostet das günstige, alkoholhaltige Süßgetränk 2-3 Euro.

Tipps und Tricks zum Kronen sparen

Nach einigen Monaten hier konnte ich jedoch einige Wege finden, um an so mancher Stelle Geld zu sparen. So bleibt schließlich mehr für Kaffee übrig!

Zuerst: Göteborg ist eine ziemlich laufbare Stadt. Zwar ist der öffentliche Nahverkehr sehr gut ausgebaut, aber viele Wege sind zu Fuß machbar. So kommt man mal vom Laptop weg und kann sich bewegen, während man Geld spart. Falls ihr doch viel Bahn fahrt, informiert euch über Dauertickets und Studierendenrabatte. In Göteborg bekommt man als Studierender ein 90-Tage Ticket für circa 160€.

Außerdem sollte man nicht unterschätzen, wie viel günstiger die Discounter in Schweden sind. Ein Einkauf im Discounter ist deutlich günstiger als bei den beliebten, großen Supermärkten wie ICA, Coop oder Willys. Besonders teuer ist in Schweden übrigens Alkohol. Den gibt es nur im staatlichen Unternehmen Systembolaget zu kaufen. Viele Studierende lassen sich aufgrund der hohen Preise Alkohol vom Besuch aus Deutschland mitbringen, oder man verzichtet halt mal ganz.

Mein letzter Tipp: Zu Hause essen. Für viele Schweden ist Essen gehen ein richtiger Luxus. Oft kocht man gemeinsam oder nimmt sich bei einem Ausflug etwas mit. Für ein Essen im Restaurant sollte man 20 Euro pro Kopf rechnen, ohne Getränke. Aber auch hier gibt’s einen Spartipp: Viele Restaurants in Göteborg bieten Studentenrabatt mit der Mecenat App an. Und wenn man noch was Gutes für die Umwelt tun will: die App Too Good To Go gibt es auch in Schweden.

Essen vorm Müll retten

Mit der App ‚Too Good To Go‘ kann man in Göteborg am Ende des Tages für circa 5-6 Euro so eine Mahlzeit vor dem Müll retten. An dieser Stelle ein Danke an meine gute Freundin Cathi, die entdeckt hat, dass es dieses Angebot auch in Schweden gibt.

Fazit: Es gibt viele Finanzierungsmöglichkeiten für ein Auslandsstudium. Traut euch ruhig, euch über die gewöhnlichen Finanzierungswege hinaus zu informieren und euch zu bewerben. Mit ein paar Tipps und Tricks lässt sich auch das Auslandsstudium in Schweden gut finanzieren. Falls ihr mehr über Studienfinanzierung außerhalb der EU wissen wollt, schaut doch mal Sarah in den USA, bei Elena in der Schweiz oder bei Cara in Südkorea vorbei.

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