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2,5 Jahre Praxis + 5 Semester Uni, davon 3 im Ausland = Viktors Studium

2,5 Jahre Praxis + 5 Semester Uni, davon 3 im Ausland = Viktors Studium

Praxis und Theorie zu verbinden ist das Ziel eines dualen Studiums. Viktor Gümüs kombinierte das obendrein mit drei Auslandsaufenthalten. Nach einem halben Jahr in den USA folgte ein Semester in Mexiko. Zuletzt war er im kolumbianischen Medellín. Warum tut er sich das an?

StudentViktor vor einer Wand mit Streetart in Medellín

„Geh doch lieber nach Australien“, hatte seine Mutter gesagt, als Viktor sich für ein Semester in Medellín entschieden hatte. Die Millionenstadt im kolumbianischen Norden war bis Mitte der 90er in der Hand des Drogenkartells rund um Pablo Escobar und zählte zu den gefährlichsten Städten der Welt. Kein Wunder also, dass Viktors Mutter sich ihren Sohn lieber ins friedliche Australien wünschte. Nur ist das mit dem Ruf der kolumbianischen Metropole, die aufgrund ihres Klimas auch „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt wird, so eine Sache: Medellín befindet sich seit Jahren im Wandel, die Kriminalitätsrate ist drastisch gesunken und 2013 kürte das Wall Street Journal Medellín sogar zur innovativsten Stadt der Welt. Die andere Sache war: Wenn Viktor sich etwas in den Kopf setzt, zieht er es auch durch. Daher hielt der Protest der Mutter auch nicht lange an. „Mein Vater wäre sogar am liebsten mitgekommen“, erzählt der angehende Wirtschaftsingenieur.

2,5 Jahre Praxis + 5 Semester Uni, davon 3 im Ausland = Viktors Studium

Der Kern des dualen Studiums, das Viktor in Ingolstadt bei Audi begonnen hat, ist die Kombination aus Theorie und Praxis. Das in der Uni erlernte Wissen wird im Unternehmen in Praxisphasen umgesetzt. Auslandserfahrungen sind keine Pflicht, aber bei einem internationalen Unternehmen wie Audi natürlich gerne gesehen. Es gibt mehrere Partnerunis der Technischen Hochschule Ingolstadt, die die Studierenden mit vergleichsweise wenig Organisationsaufwand aufnehmen. Viktor nutzte das Angebot so oft wie möglich: Im dritten Semester ging er in die USA, im fünften nach Mexiko und nun kurz vor Ende des Studiums nach Kolumbien.

Persönlicher Antrieb statt Karrieredenken

Wenn man Viktors Lebenslauf betrachtet, könnte man ihn als zielstrebig und karriereorientiert bezeichnen. Aber sein Antrieb ist vor allem ein persönlicher: „Klar hat man im Hinterkopf, dass sich das gut im Lebenslauf macht“, so der 24-Jährige, „aber ich bin immer ins Ausland gegangen, weil ich das für mich wollte.“ Die Wahl des Studienorts hatte immer unterschiedliche Beweggründe: In den USA wollte er die College-Zeit samt Spring Break kennenlernen. Weg von den westlichen Standards hin zu einer ganz anderen Kultur ging er nach Guadalajara, Mexiko. Dort konzentrierte er sich aufs Studium und machte mehr Kurse als erhofft. Und schließlich – fast scheinfrei – wollte er in Medellín vor allem seine Spanischkenntnisse vertiefen und Land und Leute kennenlernen. Die offene und freundliche Art der Kolumbianer und die vielfältige Natur und Kultur des Landes haben ihn begeistert.

Zurück in Ingolstadt – und dann?

Auf zu Hause hat er sich dennoch gefreut. „Ich habe mehrere Monate lang nun so viel gesehen und erlebt, da kann ich in Ingolstadt wieder zur Ruhe kommen.“ Mittlerweile arbeitet Viktor bei Audi in Ingolstadt im Digital Business Development. Für ihn steht fest, dass er in ein paar Jahren wieder ins Ausland will:„für einen Master vielleicht oder um zu arbeiten“. Denn eins ist ihm jetzt schon klar: „Nach einer gewissen Zeit kommt bei mir das Fernweh zurück.“ Seine Eltern kennen das ja bereits.

Grafik: Zeitstrahl zum dualen Studium bei Audi
So läuft das duale Studium bei Audi

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Ausgabe 2018 von „Erlebe Es – das Magazin für Auslandsaufenthalte“, das du hier herunterladen kannst.

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