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Ausweg aus dem Praktikumslabyrinth

Ausweg aus dem Praktikumslabyrinth

Ein Praktikum im Ausland? Schön und gut, aber wie organisiert man das alles? Ist das nicht sehr teuer? Und überhaupt bestimmt so viel Aufwand! Keine Sorge, wenn man alles Schritt für Schritt macht, kommt man ganz leicht zum Ziel.

Eine Praktikumssuche ist zugegebenermaßen anstrengend und langwierig, und ich habe bestimmt 40 Bewerbungen abgeschickt, die meisten davon Initiativbewerbungen. Da ich aber zwischen Februar und Juni gesucht habe, hat Corona die ganze Suche natürlich noch mal sehr erschwert. Ich kann aber sagen: Der Aufwand lohnt sich definitiv!

Praktikum finden

Anfangs hatte ich noch außerhalb von Europa gesucht, dieses Vorhaben dann aber ganz schnell aufs Eis gelegt. Auch andere europäische Länder waren mir irgendwann zu unsicher, weshalb für mich schnell klar war, in Frankreich zu bleiben. Ich habe hauptsächlich in Toulouse gesucht, da ich mich dort schon super eingelebt hatte, bin jetzt aber sehr glücklich mit Marseille und der Möglichkeit, noch mal eine andere Stadt kennenlernen zu können.

Die Bewerbungen für Praktika beim Auswärtigen Amt laufen über ein spezielles Bewerbungsprogramm. Dort muss man verschiedene Dokumente hochladen und kann mehrere Auslandsvertretungen auswählen.

Allgemein sollte man sich überlegen, nach was man eigentlich genau sucht. Geht es einem eher darum, in einem bestimmten Land/ einer Stadt ein Praktikum zu absolvieren, bei einem speziellen Unternehmen, in einer bestimmten Sprache oder doch einfach nur, um eine ungefähre Richtung?

Daran kann man dann seine Suche anpassen. Internetseiten für Praktika im Ausland gibt es wie Sand am Meer, und auch auf Uniseiten, beim DAAD oder direkt hier auf studierenweltweit findet man noch mal Angebote und Ratschläge. Ansonsten hat Kristina auch noch gute Tipps für euch.

Ganz wichtig: Scheut euch nicht vor Initiativbewerbungen! Oft vergeben Unternehmen Praktika nur durch Hörensagen oder veröffentlichen sie nicht genau auf den Internetseiten, auf denen man gesucht hat. Deshalb lohnt sich eine Initiativbewerbung auf jeden Fall.

Organisation

Da ich vor meinem Praktikum schon ein Erasmusjahr in Toulouse gemacht habe, fiel mir die ganze Organisation natürlich wesentlich leichter. Ein Nachmieter für meine geliebte WG in Toulouse war schnell gefunden, eine WG in Marseille habe ich relativ kurzfristig über La Carte des Colocs organisiert. Weitere Infos dazu, wie ihr eine Wohnung finden könnt – gibt es hier.

Ein zweiter Erasmus-Antrag war auch schnell ausgefüllt und abgeschickt. Alle nötigen Infos und Anleitungen dazu findet Ihr auf euren jeweiligen Uni-Webseiten.

Auch meine französische SIM-Karte und mein Bankkonto konnte ich einfach weiter benutzen. Ob sich eine französische Nummer und das Erstellen eines Bankkontos für ein Praktikum lohnen, hängt von der Dauer ab. Die französische Bürokratie kann einen nämlich ganz schön verrückt machen, andererseits lohnen sich diese Sachen bei längeren Aufenthalten.

Meine SIM-Karte mit einem monatlich kündbaren Vertrag habe ich bei La Poste Mobile. Ich zahle 10 € für 30 GB und unbegrenztes Telefonieren und SMS.

Mein Bankkonto habe ich bei BNP Paribas, die kostenlose Konten für Studierende anbieten.

Finanzierung

Bei der Finanzierung wird man auf keinen Fall allein gelassen. Ich habe mich für Erasmus+ und für ein DAAD Stipendium für Kurzzeitpraktika im Ausland beworben. Ich wurde dann sogar bei beiden genommen, leider kann man aber nur eins von beiden nehmen. Entschieden habe ich mich dann für das Erasmus-Stipendium, da bei diesem der Förderbetrag von 495 € pro Monat höher liegt als beim DAAD-Stipendium.

Ich habe das große Glück, zusätzlich auch noch ein bezahltes Praktikum gefunden zu haben. Praktika beim Auswärtigen Amt werden mit 300 € monatlich vergütet. Das ist zwar auch nicht viel, aber in Kombination mit der Erasmus-Förderung schon mal gar nicht schlecht. Wenn man das dann noch mit BAföG , Ersparnissen und Zuschüssen von den Eltern kombiniert, lässt es sich gut in Marseille leben.

Weitere praktische Tipps

Was sich auf jeden Fall auch lohnt, ist ein Leihfahrrad. In Marseille kann man sich für 5 € pro Jahr ein VéloMarseille holen und die ersten 30 Minuten sind immer kostenlos. Da in Marseille alles gestohlen wird, was nicht niet- und nagelfest ist, ist ein Leihfahrrad eine sehr gute und kostengünstige Alternative.

Außerdem sollte man sich die Angebote der SNCF für Bahntickets anschauen. Von Bahnkarten für ganz Frankreich, für bestimmte Zeiträume bis hin zu nur bestimmten Regionen ist alles dabei. Wenn man ein bisschen die Gegend und umliegende Städte erkunden will, lohnen sich diese Tickets ganz schnell. Ich habe mir für 25 € die Carte Jeune geholt. Mit dieser hat man ein Jahr lang 30 Prozent Vergünstigung auf Züge in Frankreich.

Zusätzlich sollte man sich nicht vor dem CAF-Antrag scheuen. Dieser ist zwar mit Aufwand verbunden, dafür gibt es dann Wohngeld vom französischen Staat, das man nicht zurückzahlen muss. Ich zahle für meine WG 430€ Miete, bekomme aber 130€ CAF, womit sich meine Miete dann nur noch auf 300€ beläuft.

Ich drücke euch die Daumen und lasst euch nicht unterkriegen bei der Bewerbung und Organisation!

Falls Ihr Fragen habt, schreibt mir gerne.

À bientôt!

Clara

 

 

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