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Bewerbung für Forschungsaufenthalte – Ivy-League (2/2)

Bewerbung für Forschungsaufenthalte – Ivy-League (2/2)

Im ersten Teil habt ihr mehr über die Finanzierung erfahren, und wie man seinen Forschungsbereich bzw. die ideale Forschungsgruppe findet. Was nun?

(4) ForschungsgruppenleiterIn kontaktieren:

Auf den Papern sind auch oft die E-Mail Adressen der ProfessorInnen vermerkt, die ihr nutzen könnt, um den ersten Kontakt herzustellen. Für die Bewerbung werdet ihr wahrscheinlich folgende Dokumente benötigen:

  • Motivationsschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf
  • Notenspiegel (Transcript of Records)
  • Sprachnachweis
  • ggf. ein kurzes Anschreiben
  • Letter of Recommendation von ProfessorInnen

Ich bin so vorgegangen, dass ich das Anschreibens schon direkt in die E-Mail an die Professorin geschrieben und es nicht als Anhang angefügt habe. Auf diese Art wird es sofort gelesen und ihr könnt versuchen, sofort zu punkten. Ich kann es nur noch einmal unterstreichen: Der erste Eindruck zählt, und deswegen muss der Text der E-Mail sehr überzeugend sein!

Angehängt habe ich dann alle weiteren Dokumente. Meine Professorin wollte dann noch zusätzliche Empfehlungsschreiben bekommen, welche ich ihr nachgereicht habe.

Natürlich solltet ihr auf allen Dokumenten glänzen, wenn ihr an die Top-Universitäten wollt, aber es ist sicherlich nicht unbedingt nötig, einen 1,0 Schnitt zu haben. Wenn ihr überzeugend genug darstellen könnt, warum ihr für das Thema brennt, dann wird euch fast jede Forschungsgruppe nehmen.

Es wird euch auch passieren, dass die ProfessorInnen euch initial nicht antworten, ihr solltet deswegen einplanen nach ca. einer Woche eine kurze Follow-up Mail zu schreiben. Meiner Meinung nach ist die Dauer, bis ihr eine Antwort bekommt ein erstes Indiz dafür, wie die Betreuung später sein wird. Meine Professorin hat mir immer innerhalb von <3 Tagen geantwortet und meine Betreuung hier ist extrem gut!

(5) Tipps für das Anschreiben

Das Anschreiben ist deswegen essentiell, weil das der allererste Eindruck ist, den der/die ProfessorIn von euch haben wird. Ihr solltet in dem Anschreiben kurz darauf eingehen, warum ihr in das Labor wollt, wie ihr auf das Projekt aufmerksam geworden seid, was euch am Thema interessiert, und was ihr gerne erforschen wollt. Ihr solltet unbedingt auf Paper aus der Forschungsgruppe verweisen, die ihr gelesen habt. Generische Floskeln alá „Ich fand Ihre Forschung toll…“ funktionieren nicht. Ihr müsst beweisen, dass ihr euch in dem Thema auskennt und wisst, wovon ihr redet.

Beschreibt (wenn möglich), dass ihr mit eurem eigenem Funding kommt, bzw. den Großteil der Lebenskosten abdecken könnt. Falls ihr Erfahrung mit dem amerikanischen Bildungssystem habt und Laborerfahrung vorweisen könnt, geht unbedingt darauf ein!

Nennt am Ende noch eure Kontaktdaten und fragt nach einem persönlichen Gespräch, damit die Forschungsgruppe sich ein besseres Bild von euch machen kann.

(6) Interview

Jedes Interview ist unterschiedlich. Ich kann von den verschiedenen Interviews berichten, die ich durchlaufen musste. Größtenteils geht es hier darum, euch persönlich kennenzulernen und herauszufinden, wer die Person ist, die sich so gut auf dem Papier präsentieren konnte.

Mir wurden keine allgemeinen Fachfragen gestellt, um herauszufinden, ob ich gut in Biochemie oder Physiologie bin, aber es wurde immer wieder noch genauer gefragt, warum ich mich für das Thema interessiere und welche Ziele ich mit meinem Aufenthalt verfolge. Es wurden zudem auch Fragen zum Projekt gestellt, das ich vorgeschlagen habe, möglicherweise um zu testen, wie tief ich mich mit der Materie auskenne. Vorbereiten könnt ihr euch am besten, wenn ihr die Publikationen der Forschungsgruppe gut kennt und auch wisst, was ihr erforschen wollt.

Wenn es zu einem Interview kommt, dann seid ihr schon mit einem Fuß im Labor, denn kein/e ProfessorIn nimmt sich die Zeit, um nicht-vielversprechende Kandidaten zu interviewen. Deswegen geht es im Grunde genommen nur darum, einen guten Eindruck zu hinterlassen, denn dann ist alles in trockenen Tüchern.

(7) Supervisor in Deutschland

Eine Frage, die ich oft höre ist: Sollte ich zuerst eine*n SupervisorIn an meiner Heimuni finden, und dann im Ausland schauen oder vice versa? Eine richtige Antwort darauf wird es nicht geben, aber mein Tipp lautet: Zuerst die Zusage aus dem Ausland bekommen und dann die ProfessorInnen an eurer Heimuni fragen.

Warum? Weil es einfacher sein wird eine/n ProfessorIn an eurer Uni davon zu überzeugen, eure/r SupervisorIn zu werden, wenn schon alles bereit steht. Wenn ihr zuerst bei eurer Uni anfragt, kann es schwerer werden, jemanden zu finden, da noch vieles unsicher ist.

Der/die SupervisorIn an eurer Heimuni sollte sich thematisch sehr gut mit dem Bereich auskennt, in welchem ihr forschen wollt.

Nun könnt ihr anfangen euch um das Visum und eine Wohnung zu kümmern.

Kommentare
  1. Lukas

    26. April 2019

    Kannst du noch einige Worte zum Sprachnachweis sagen? Wie lange ist der gültig? Was empfiehlst du?

    Vielen, vielen Dank für deinen Bericht- er hilft enorm weiter!

    Beste Grüße

    Lukas

  2. ZoZo

    21. März 2019

    Guten Tag,
    vielen Dank für deine Beiträge hier. Ich bin ebenfalls gerade dabei eine Bewerbung fertig zu stellen. Allerdings handelt es sich eher um eine Anfrage für ein Praktikum (also kein „richtiger“ Forschungsaufenhalt), welches im Rahmen meines Studiums stattfinden soll.
    Meine Frage hierzu wäre, ob ich mich bei meiner Bewerbung nach den gleichen Schritten orientieren könnte oder ob es andere Aspekte gibt, die ich beachten sollte.
    Ich bedanke mich im Voraus und freue mich auf eine Rückmeldung.
    Mit freundlichen Grüßen

    1. Backtosch Mustafa

      24. März 2019

      Hey,
      Danke für Deine Frage!
      Ich würde tendenziell sagen, dass du ähnliche Schritte für ein Praktikum gehen kannst. Einige meiner Freunde, die Biologie o.ä. studieren sind auch so vorgegangen. Du solltest beachten, dass du mit deiner ProfessorIn/SupervisorIn genau besprichst, was und wofür du dort bist, damit sie sich auch ein besseres Bild machen kann.
      Viel Glück beim Bewerben!
      Liebe Grüße,
      Backtosch

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