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Leben im Lockdown: Auslandssemester in Italien

Leben im Lockdown: Auslandssemester in Italien

Auch in Italien ist die dritte Welle und somit auch der nächste Lockdown angekommen. Seit dem 15.3. ist die Region Trentino, in der ich meinen Auslandsaufenthalt verbringe, in der roten Zone oder „la zona rossa“. Bis Ostern herrscht hier erst mal ein vollständiger Lockdown, strenger als ich es in Schottland und Deutschland erlebt habe.

Arbeitsplatz am Fenster mit Laptop und Blumen
Meine tägliche Aussicht von meinem Schreibtisch.

 

Der dritte Lockdown findet für mich wo anders statt, den ersten habe ich in Deutschland verbracht, den zweiten in Schottland. Meine Erfahrungen hier sind ganz unterschiedlich gewesen – in Deutschland hatte ich persönlich es als recht entspannt empfunden, man durfte noch draußen spazieren und meistens eine Person außerhalb seines Haushaltes treffen. Auch in Schottland, wo ich im November den zweiten Lockdown miterlebt hatte, durfte man noch eine weitere Person treffen, und man durfte noch raus. Nicht so aber Italien: Die Maßnahmen hier finde ich deutlich strikter. Das liegt allerdings auch an einer vergleichsweisen viel höheren Inzidenzzahl, als bei den ersten beiden Lockdowns und dass die Region Trentino autonom ist und somit seine eigenen Regeln beschließt.

Aktuell darf man das Haus wirklich nur noch zum Einkaufen verlassen (aber nur eine Person pro Haushalt) oder für notwendige Dinge, wie zur Arbeit zu gehen oder aus gesundheitlichen Gründen. Universitäten und Schulen haben geschlossen. Man darf alleine Sport draußen machen, aber nicht weiter als eine Stunde von seinem Wohnort entfernt. Man darf keine weiteren Haushalte treffen. Allerdings wird die Umsetzung nicht ganz so streng umgesetzt, ich sehe weiterhin kleinere Gruppen draußen zusammen unterwegs. Eigentlich sollen nur die essentiellen Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken offen haben, aber beim Joggen gestern habe ich einen offenen Geschirrladen und Unterwäschegeschäft gesehen.

Häuser in den Alpen am Fluss
Meine Joggingrunde

Mein Alltag im Lockdown: Online Uni

Während wir vorher ein Hybridmodell mit Präsenz- und Onlineunterricht hatten, wo man die Vorlesungen an der Uni besuchen konnte (die aber gleichzeitig über Zoom gestreamed worden sind) und die Seminare online stattfanden, ist nun wieder alles Online. Der Übergang klappte aber komplett problemfrei. Mittlerweile sind sowohl Dozenten und Studierende den Onlineunterricht gewöhnt.

Die Uni in Italien finde ich persönlich ziemlich anspruchsvoll und trotz Online Unterrichts bin ich weiterhin ganz schön eingespannt.  Neben meinen Kursen, absolviere ich auch noch einen weiteren Italienisch Kurs, denn ich muss im Rahmen meines Masters mindestens A2 in Italienisch erlangen.

Tipps & Tricks für ein Leben im Lockdown

Ich habe mich für eine WG in Italien entschieden und hatte echt Glück, denn es ist eine wirklich schöne Wohnung, super zentral gelegen und ich habe eine Mitbewohnerin, Carlotta, die aus Sizilien kommt. Wir verstehen uns prima, und so bin ich im aktuellen Lockdown auch nicht alleine und wir verbringen viel Zeit gemeinsam. Ich versuche mein Sportpensum zu erhöhen und nach meiner Coronaerkrankung wieder regelmäßig laufen zu gehen, als Ausrede um wenigstens alle paar Tage mal meine Wohnung zu verlassen.

Meine persönlichen Tipps:

  • Gemeinsame Zeiten mit der WG suchen, und zusammen kochen oder einen Film schauen: Wir haben unsere Liebe für Animationsfilme wiederentdeckt und können Soul, Zootopia und Raya und der letzte Drache empfehlen!
  • Routine beibehalten: Zwar manchmal schwieriger als man denkt, aber ich mache weiterhin meine Kurse ganz normal vom Schreibtisch mit, und mache regelmäßig Sport als Ausgleich.
  • Viel telefonieren: Die Zeit daheim kann man auch gut nutzen, um mit Freunden und Familie in der Heimat auszutauschen, vor allem, wenn man aktuell nicht so leicht einfach mal nach Hause über Ostern fahren kann.
  • Mit dem Studiengang austauschen: Mein Jahrgang hat einen Online Spiele-Abend veranstaltet, wo jeder Anekdoten einreichen konnte, die dann zugeordnet werden mussten.
  • Produktive Phasen und aktive Pausen: Ich habe die Zeit genutzt, um zusätzlich aktiv Praktika zu suchen und mich darauf zu bewerben, habe aber auch die Wochenende genutzt, um einfach mal nichts zu machen, da meine Wochentage schon ziemlich gefüllt sind.

Auch wenn der Lockdown relativ entspannt verläuft, kann ich es kaum erwarten, wieder draußen zu sein oder wie man in Italien sagt – non vedo l’ora di poter uscire di nuovo.

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