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Was tun, wenn man Corona im Ausland bekommt?

Was tun, wenn man Corona im Ausland bekommt?

Ja, es gibt bekanntlich ein Risiko während Corona ins Ausland zu gehen. Dass man sich mit Corona im Ausland ansteckt, kann passieren. Aber man kann sich genauso gut auch in Deutschland mit Corona infizieren. Wichtig ist, wie gehe ich damit um, vor allem, wenn ich im Ausland bin?

Auto vor Bergen
Beim Warten auf unseren PCR-Test zum Beenden der Quarantäne, immerhin eine schöne Aussicht.

Mein Auslandsmaster erfordert, dass ich oft umziehe. Insbesondere für die zweite Mobilitätsphase meines Studiums in Italien ist meine Präsenz zum Erhalt meiner Erasmus+ Förderung notwendig. Mir war das Risiko bewusst, das mit dem vielen Umziehen einhergehen kann. Auch die unterschiedlichen Inzidenzzahlen und verschiedenen Coronaregelungen und deren Risiken waren mir bekannt. Ich habe mich an die Vorschriften gehalten, insbesondere an die Einreisebestimmungen und an die lokalen Hygienemaßnahmen.

In Italien herrschen semi-strikte Coronaregelungen. Es herrscht ein Farbensystem, je nach Inzidenzzahl werden verschiedene Regionen anders eingefärbt und es gelten andere Regelungen. Trento gehörte bei meiner Anreise in die gelbe Zone: Cafés, Bars und Restaurants waren offen, eine Ausgangssperre herrscht dennoch von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Maskenpflicht herrscht überall draußen, außer beim Sport.

Und dann ist es passiert …

Ich habe mich doch mit Corona infiziert. Mit Erkältungssymptomen hat es angefangen, und dann habe ich einen Schnelltest gemacht, der positiv war. An PCR-Tests kommt man hier nicht so leicht heran. Dafür muss man mit Fieber zum Arzt gehen, der einem einen PCR-Test verschreibt. Schnelltests sind dafür relativ leicht in Apotheken zu buchen. Allerdings muss man deutlich machen, dass man Ausländer ist, damit das Ergebnis direkt mitgeteilt wird, da man ansonsten eine italienische Krankenversicherungsnummer braucht, um das Ergebnis online einzusehen.

Corona im Ausland: meine Erfahrungen

Zwei Whiteboards mit Kalendereinträgen

Die Whiteboards, auf denen ich die Symptome festgehalten habe, und der „Gesundheitstracker“, auf dem Temperatur, Medikamente, aber auch gekochtes Essen und Verständnis von Eltern festgehalten wurde.

Zu meinem persönlichen Krankheitsverlauf: Die erste Woche ging es mir echt nicht so top, Fieber, Husten, Kopfweh – die ganze Palette. Dann hat es sich aber rasch eingependelt und Symptome wie Kopfweh und Müdigkeit sind vereinzelt und schwächer aufgetreten, der Husten ist etwas hartnäckiger geblieben. Leider ging es kurz vor meinem zweiten Test wieder deutlich bergab, mit Fieber und  Husten, der etwas schlimmer wurde. So fiel auch der zweite Test leider positiv aus. Aber ab der zweiten Woche ging es schon etwas besser und ich habe auch meine Kurse ganz normal online verfolgt, meinen Italienisch-Intensivkurs absolviert und die anschließende Prüfung abgelegt. Ich habe auch noch an einem Workshop teilgenommen – das habe ich ein bisschen bereut: Mein Kopf war kurz vor dem Explodieren. Ich kann euch nur mitgeben: Es ist okay, sich auszuruhen und Pause zu machen, wenn man krank ist.

Meine Mitbewohnerin war zum Glück noch auf Sizilien und sollte erst nach Ende meiner Quarantäne heimkommen, dadurch war sie schon mal nicht der Gefahr ausgesetzt, sich anzustecken. Leider habe ich eine andere Freundin angesteckt. Damit sie ihre WG wiederum nicht ansteckt, ist sie für die Zeit der Quarantäne zu mir gezogen. So war ich wenigstens nicht alleine.

How to: Corona Edition

Erstmal: Verantwortungsbewusst in Quarantäne bleiben. Kontakte ausfindig machen und Bescheid geben, dass diese bestenfalls auch einen Coronatest machen. Da nur Schnelltests hier direkt verfügbar sind, ist es sinnvoll, sich auch mit einem negativen Ergebnis für ein paar Tage zu isolieren und zu schauen, ob man Symptome entwickelt. Das haben auch diejenigen gemacht, die ich in den Tagen vor dem Coronatest gesehen hatte.

Dann: keine Panik schieben. Ich bin jung, treibe regelmäßig Sport und ernähre mich relativ gesund. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Corona-Erkrankung schlimm verläuft, ist ziemlich gering. Trotzdem habe ich es ernst genommen. Ich habe jeden Tag Fieber gemessen und meine Symptome notiert, ich konnte auch schnell eine Verbesserung feststellen (mit einem kleinen Rückfall um Tag 10 rum). Ich habe meine Eltern jeden Tag angerufen und ein Update über die Situation gegeben. Ich habe ganz brav jeden Tag stoßgelüftet und Medikamente gegen die Symptome genommen. Ich habe mich aber auch sehr viel ausgeruht und besonders zu Anfang richtig viel geschlafen. Viel gesund gegessen und wahrscheinlich mehr Vitamine und Tee zu mir genommen als menschlich möglich ist – Disclaimer: Ich bin kein Arzt! (Unten seht ihr einen Auszug aus dem Essenstagebuch, vielleicht findet ihr ja auch etwas Inspiration.) Klar, es ist blöd, Corona zu bekommen, aber den Umständen entsprechend bin ich eigentlich schon froh, dass ich es in Italien bekommen habe, weil ich hier meine Eltern und Großeltern der Gefahr nicht ausgesetzt habe, sich womöglich anzustecken.

Etwas Positives, dass ich durch Corona mitnehmen werde, ist der Zusammenhalt und die wirklich große Unterstützung aus meinem Studiengang. Es haben sehr viele direkt geschrieben, ob ich etwas brauche, wie es mir geht, sind einkaufen gegangen, auch mal spontan zur Apotheke, als es mit dem Husten schlimmer wurde – ein großes Dankeschön an Matt, Josh, Apolline, Johanna, Camilla und Filippo. Auch Gianluca von den Behörden hier, war am Wochenende für uns verfügbar und hat uns konsequent im ganzen bürokratischen Prozess unterstützt. Corona im Ausland zu bekommen, kann einen schon etwas in Angst versetzen, aber zu wissen, dass ich Menschen um mich habe, auf die ich mich verlassen kann, hat mir und auch Sarah (mit der ich die Quarantäne gemeinsam verbracht habe) wirklich gut zugesprochen und hat uns auch in unserer positiven Stimmung bestärkt. Wir haben zwar letztendlich doch die 21 Tage Quarantäne machen müssen, aber auch die gingen schnell vorbei.

Wie es Andrej in dem mittlerweile fast coronafreien Island ergeht, erfahrt ihr hier, und auch Cara berichtet über die Lage aus Südkorea.

Corona habe ich jedenfalls erst mal überstanden, weiterhin gilt: La prudenza non è mai troppa – Vorsicht ist nie zu viel.

Kommentare
  1. MarcoM

    17. März 2021

    La prudenza non è mai troppa! Sehr mütig, dass du den Erkrankungsablauf für dich beschrieben hast. Buona permanenza a Trento! 🙂

Hast du noch Fragen?

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  • Auf diesem Bild bin ich auf dem höchsten Wanderpunkt in Pisa und habe einen Überblick über die ganze Region

    Raus aus der „Erasmus-Blase“

    In den letzten Monat ist mir etwas aufgefallen: Ich finde mich immer häufiger Umgeben von denselben Bars, Restaurants, Leuten und Gewohnheiten. Dies bedeutete für mich: Ich befand mich in der Erasmus-Blase und habe diese Dinge unternommen, um wieder mehr von dem italienischen Leben mitzunehmen.

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