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10 Erfahrungen aus meinem Alltag in Mexiko

10 Erfahrungen aus meinem Alltag in Mexiko

Die Zeit vergeht schnell und ich bin mittlerweile schon über einen Monat hier in Monterrey. In den letzten Wochen durfte ich einiges über die Kultur und die Menschen hier in Mexiko lernen und konnte auch meine Sicht auf einige Dinge erweitern.

1 Wasser ist ein kostbares und begrenztes Gut

8:00 Uhr am Morgen, der Wecker klingelt, ich stehe auf, gehe ins Bad, dusche mich und mache mich fertig für den Tag. Allein beim Duschen verbraucht man schon je nach Duschkopf und Wasserfluss zwischen sechs und fünfzehn Liter pro Minute.

Danach bereite ich mir mein Frühstück zu, wasche einen Apfel und spüle das übriggebliebene Geschirr. Hätte ich einen Geschirrspüler hier in der WG, würden wir pro Spülgang zwischen sieben und sechzehn Liter Wasser verbrauchen. Dann noch kurz die Beine vertreten und auch eine Klospülung verbraucht je nach Alter zwischen drei bis fünfzehn Liter Wasser pro Spülung.2 Das heißt, ich bin gerade mal eine Stunde wach und habe schon mindestens 60 Liter Wasser verbraucht…

In Deutschland verbraucht eine Person pro Tag im Durchschnitt 125 Liter Wasser.In den meisten Fällen geschieht das ganz selbstverständlich, denn wir kommen in Sekundenschnelle an sauberes Trinkwasser und anders sind wir es ja auch gar nicht gewohnt. Doch wenn das Wasser dann mal ausfällt, ist das ganz schön blöd, denn was tun, wenn man den Hahn aufdreht und nur noch die letzten Tropfen in das Waschbecken fließen?

Das passierte mir in den ersten Wochen in Mexiko gleich dreimal in zwei verschiedenen Haushalten. Da war das Wasser dann erstmal einfach weg. Erst da ist mir so wirklich bewusst geworden, wie oft und für welche Dinge wir das Wasser aus dem Hahn eigentlich nutzen.

Das Zähneputzen und der Toilettengang wurden dann etwas beschwerlicher und Duschen sowie Spülen war eigentlich gar nicht mehr möglich. Einen Tag lang hatten wir keinen Zugriff auf das wohl „selbstverständlichste“ Gut der Erde. In diesem Moment wird mir bewusst, was für eine falsche Annahme das ist, denn Wasser sollte alles andere als „selbstverständlich“ sein. Wasser ist ein sehr kostbares Gut und außerdem in seiner Ressource knapp.Das sollte uns allen viel bewusster werden!

Weltweit haben 2,2 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser. Rund 785 Millionen Menschen haben noch nicht einmal eine Grundversorgung mit Trinkwasser.

Doch sauberes Wasser sollte ein Recht für alle sein und kein Privileg. 6 „So the next time you open the tap of clean water, ask yourself: how will you turn this privilege into purpose?“7

2 Leitungswasser trinken – nicht aus dem Hahn, sondern aus dem „garrafón“

In Mexiko ist das Wasser aus der Leitung oft nicht als Trinkwasser nutzbar. Deshalb ist es wie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas üblich, das Wasser nicht aus der Leitung zu trinken, sondern aus einem „garrafón“, einer 20 Liter schweren Korbflasche.

Eine 20 Liter Korbflasche mit Trinkwasser.

Die 20 Liter Korbflasche mit Wasser, „el garrafón de agua“.

3 Von tacos, tortillas und frijoles

Die mexikanische Küche hat wirklich sehr vieles zu bieten, doch eine Leibspeise Vieler sind definitiv Tacos. Man bekommt sie an jeder Straßenecke, es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen, sie sind günstig und vor allem sehr lecker. Neben den Tacos sind besonders Tortillas und „frijoles“, also Bohnen, Grundnahrungsmittel hier in Mexiko. Lecker, lecker, lecker!

4 Das Paradies der verschiedenen „salsas“

Ein Muss hier in Mexiko sind die „salsas“, die verschiedenen Soßen, die man zu fast jedem Gericht angeboten bekommt. Ohne sie können die meisten Mexikaner nicht leben. 😉

"Tacos al Pastor" mit verschiedenen salsas und einem Reisgetränk "horchata".

„Tacos al Pastor“ mit verschiedenen „salsas“ und einem Reisgetränk, dem sogenannten „horchata“.

5 ¿Está picante?

Oft sind die Soßen auch sehr scharf, deshalb immer vorher fragen, falls man „picante“, also die Schärfe nicht verträgt. Auch wenn es anfangs vielleicht etwas ungewohnt ist, darf selbst bei mir mittlerweile die typische mexikanische „salsa“ nicht mehr fehlen. Momentan befinde ich mich auf der Skala der Schärfe im unteren Bereich, mal schauen, ob sich das noch ändern wird. 😉

6 Fünf Millionen Einwohner in der Metropolregion

Monterrey ist mit seinen fünf Millionen Einwohnern in der Metropolregion die drittgrößte Stadt Mexikos. Am besten kommt man hier tatsächlich mit dem Auto voran, denn Busse sind zum einen nicht sehr verlässlich und zum anderen auch nicht sehr sicher. Das Metronetz ist sehr klein, es gibt insgesamt nur zwei Linien im Stadtkern. Zu Fuß ist es oft nicht angenehm weitere Strecken zu laufen, da man oft größere Brücken überqueren muss, um auf die andere Straßenseite zu kommen. Deshalb sind die meisten verständlicherweise größtenteils mit dem Auto oder einem Uber unterwegs.

 

Brücke zum Überqueren der Straße
Eine der vielen gelben Brücken zum Überqueren der vielbefahrenen Straßen in Monterrey.

7 Monterrey und die Verkehrsmittel

Mexiko hat eine Fläche von 1.972.550 km² und ist somit fast sechs Mal so groß wie Deutschland. Es hat 32 Gliedstaaten und 31 Bundesstaaten und grenzt im Norden an die Vereinigten Staaten Amerikas und im Süden an Guatemala und Belize.8 Aufgrund der Größe des Landes fliegt man also gut mehrere Stunden in andere Städte, je nachdem, wo man eben hin möchte. Mit dem Auto sind die Strecken meist zu lang, hier empfehlen sich eher große Busunternehmen, mit denen man gut von einer Stadt in die nächste kommt.

8 – Mexicanismos – mein Spanisch verändert sich

Was mich am meisten an der spanischen Sprache fasziniert ist die Vielfältigkeit. Deshalb habe ich mich auch schon im Vorfeld sehr auf Mexiko gefreut. Denn wie in jedem anderen lateinamerikanischen Land auch, gibt es hier bestimmte Wörter, Phrasen und Ausdrücke, die einfach typisch mexikanisch sind. Oft ändern sich auch die Bedeutungen der Wörter in den verschiedenen Ländern und es gibt sogar regionale Unterschiede. So langsam merke ich schon, wie ich verschiedene Wörter und Ausdrücke in meinen Sprachgebrauch aufnehme. Wenn du Lust hast noch mehr „Mexicanismos“ kennenzulernen, dann schaue gerne bei meinem Twitter-Account vorbei. Dort gibt es wöchentlich einen neuen Ausdruck oder eine mexikanische Redewendung.

9 Jeden Tag ein neuer Ohrwurm

Die Mexikaner sind ein sehr fröhliches und aufgeschlossenes Volk. Dementsprechend spielt auch Musik eine große Rolle im alltäglichen Leben. Egal wo man ist, hört man entweder Mariachis, Reggaeton oder Banda – drei typische mexikanische Genres. Die Lieder sind meistens sehr „pegajosos“, also ansteckend, und ich habe fast jeden Tag einen neuen Ohrwurm. Auch wenn die Lieder oft von Herzschmerz handeln, animieren sie sofort zum Tanzen und zum sehr lauten Mitsingen. Textsicherheit ist hierbei von Vorteil, aber auch kein Muss.

10 Die Vielfältigkeit Mexikos

Generell ist Mexiko ein sehr facettenreiches Land. Nicht nur aufgrund der großen Esskultur, der wunderschönen Landschaften oder der unfassbaren Geschichte, sondern auch im Bereich Kunst und Kultur hat Mexiko sehr viel zu bieten. Neben Diego Rivera und Frida Kahlo ist auch Rufino Tamayo ein bedeutender mexikanischer Künstler.

Zudem hat das Kunsthandwerk eine große Bedeutung in Mexiko. Ein Beispiel hierfür sind die sogenannten „Alebrijes“, aus Pappmaché oder Holz hergestellte Fantasiewesen. Es sind meistens leuchtend bunt bemalte, tierähnliche Figuren mit Flügeln, langen Zungen und Schwänzen, Hörnern und riesigen Zähnen. Zum Leben erweckt wurden sie von Pedro Linares Lopez, bekannt sind sie dem ein oder anderen vielleicht auch aus dem Film „Coco“.

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