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Nicht aller Anfang ist schwer

Nicht aller Anfang ist schwer


Liebes Tagebuch, erinnerst du dich noch, wie ich mir vor einem Monat große Sorgen gemacht habe, Deutschland zu verlassen und ob die erste Zeit in Brasilien grauenhaft sein wird? Nun sitze ich in einem brasilianischen Café und blicke auf meine ersten Wochen zurück.

Vogelperspektive auf einen Tisch mit Kuchne und Laptop
Bei so einem leckeren veganen Kuchen arbeitet es sich gleich viel besser!

Als ich nach meiner schweißreichen Anreise heil in Florianópolis angekommen bin, ging alles ganz schnell. Mein Gepäck war schon vor mir da, ich konnte den beinahe gespenstisch sauberen Flughafen innerhalb von fünf Minuten verlassen und wurde von meiner „Study Buddy“ abgeholt.

Mit offenen Armen aufgenommen

Alle meine Sorgen über meine sechs Mitbewohner waren völlig unbegründet – von dem ersten Tag an haben wir uns gut verstanden. Damit meine ich die menschliche Basis, das tatsächliche Verstehen war und ist durch mein eingeschränktes Portugiesisch noch immer nicht perfekt! Die ersten Tage in der „república“ (port. für ‚WG‘) war ich damit beschäftigt, einige grundsätzliche Dinge für mein Zimmer zu organisieren und die Umgebung zu entdecken.

Die herzliche Offenheit der Brasilianer ist mir in der ersten Woche schon positiv aufgefallen. Zusammen mit meinen Mitbewohnern habe ich den ersten Einkauf im Supermarkt, Bus fahren und die Verwendung von Gasherd- und Ofen gemeistert. Ob Mitbewohner oder Kassierer: Im Supermarkt, ich bin überall Verständnis begegnet, wenn ich Schwierigkeiten hatte, das Gesagte zu verstehen oder mich mit holprigen Sätzen nicht ausdrücken konnte. Große Neugierde über einen Gast von einem anderen Kontinent hätte ich nicht erwartet, da Florianópolis sowohl in Brasilien als auch von Backpackern ein beliebtes Reiseziel ist.

All das hat es für mich einfach gemacht, mich schnell einzuleben und wohlzufühlen. Auch wenn es auf den ersten Blick beängstigend ist, die Sprache des Gastlandes nicht so gut zu beherrschen wie z. B. Englisch, lasst euch nicht davon abhalten. Es hat sich zugegebenermaßen wie ein großer Triumph angefühlt, als ich ohne Hilfe eines Übersetzers nach dem Weg fragen konnte und auch verstanden wurde. Was ich damit sagen will: Meine früheren Sorgen über Grammatik, die ich nicht verstehe oder Wörter, die ich mir einfach nicht merken kann, sollte ich eigentlich wegradieren. Erstens habe ich mich schnell daran gewöhnt, meinen Alltag auf einer anderen Sprache zu meistern und zweitens, werde ich dank all der Übung beim nächsten Pantomime-Spiel sicher Hochhaus gewinnen.

Rein ins Vergnügen!

Da ich nicht damit gerechnet hatte, vor meiner Abreise schon eine Unterkunft zu finden, bin ich schon zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn zur Wohnungssuche angereist.

Mein erstes Wochenende habe ich komplett auf dem „Marotona Cultural“ verbracht. Durch dieses Festival gab es im Stadtzentrum viele Ausstellungen, Live-Musik und Konzerte – alle gratis! Dadurch, dass ich drei Tage in Folge unterwegs war, habe ich einen Crashkurs in Sachen brasilianische Musik, Kultur, Feiern und Sprache absolviert. Zwar war ich zugegebenermaßen nach dem Wochenende ziemlich müde, aber es hat sich definitiv gelohnt!

Auch wenn Florianópolis eine mäßig große Stadt ist (verglichen zu São Paulo oder Rio), gibt es viel zu entdecken – und das habe ich ausgenutzt! Zu der Stadt und Insel Florianópolis kann ich nur sagen: Ich bin schockverliebt. Die grünen Hügel, die sich hinter meinem Viertel erstrecken, die zahlreichen traumhaften Strände, aber auch der wöchentliche Markt mit saftigen tropischen Früchten. Auch meine república, die am Ende des Schotterweges auf dem Hügel thront und mit den zwei Katern über die Stadt wacht, fühlt sich jetzt schon wie zu Hause an.

Wie heißt das Sprichwort gleich nochmal? Aller Anfang ist schwer. Zwar in einigen Hinsichten, wie auf sprachlicher Ebene, aber dafür kann ich guten Gewissens dem Sprichwort dieses Mal widersprechen. Denn meine erste Zeit in Brasilien war bezaubernd schön und ich kann es gar nicht erwarten, viele weitere Ecken dieser „magischen Insel“, wie Florianópolis auch genannt wird, zu entdecken.

In diesem Sinne, sei gespannt auf die weiteren Abenteuer, liebes Tagebuch, die wir zusammen erleben werden!

Bis dann,
Anna

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