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Wenn der Peso rollt – Finanzierung in Mexiko

Wenn der Peso rollt – Finanzierung in Mexiko


Cash, Zaster, Moneten – ohne die kommt ihr auch im Ausland nicht aus und für viele sind sie ein entscheidender Faktor, wenn es um das Thema Auslandssemester geht. Wie das Leben mit dem mexikanischen Peso so ist, welche Kosten auf euch zukommen und wie ihr das alles auch ohne reiche Eltern finanzieren könnt, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Der Peso – kleine Gemälde im Portemonnaie

Wer sich für Münzen, Geldscheine und fremde Währungen interessiert, wird in Mexiko viel Spaß haben. Für etwa einen Euro erhaltet ihr in der Wechselstube einen 20 Peso Schein, bedruckt mit einem Stück mexikanischer Geschichte. Die Scheine wurden erst vor kurzem neu gestaltet. Der größte im Umlauf ist 500 Peso wert, umgerechnet sind das rund 25 Euro. Besonders verwirrend war für mich am Anfang jedoch das Symbol des Peso, der einfach mit dem Dollarzeichen „$“ abgekürzt wird und nicht mit anderen Dollars verwechselt werden sollte. Online steht deshalb oft ein MX oder US vor oder hinter dem „$“.

Ein Schein und einige Münzen
Der 20-Peso Schein erinnert an die Unabhängigkeit Mexikos.

Cash oder Karte?

Um in Mexiko Geld abheben zu können, braucht ihr eine Giro-, Debit- oder Kreditkarte, die auch im Ausland funktioniert. Bei vielen Karten ist das der Fall, checkt aber vorher, welche Gebühren beim Abheben bzw. Bezahlen im Ausland entstehen. Infos diesbezüglich findet ihr normalerweise in den Vertragsunterlagen eures Kontos oder auf der Webseite eurer Bank.

Ich empfehle euch zwei Karten mit ins Auslands zu nehmen, denn ich habe nach zwei Monaten eine meiner Karten im Automaten vergessen und nie mehr wieder gesehen. Glücklicherweise hatte ich in Deutschland einige Wochen vor Abflug ein separates Konto bei einer Bank eröffnet. Dabei war eine Kreditkarte enthalten, die im Ausland keine Extrakosten mit sich bringt und die ich seit dem Verlust der anderen Karte benutze.

Um in kleinen Orten und Imbissbuden bezahlen zu können, solltet ihr immer genug Bargeld dabeihaben. Abheben könnt ihr das Geld direkt auf dem Campus, dort gibt es auf dem Platz mit dem Brunnen drei verschiedene Automaten. Ich vermeide den von der spanischen Bank mit „S“, dort werden 6% extra Gebühren seitens der Bank fällig. Stattdessen gehe ich immer zum Automaten der Bank mit „H“, dort bezahle ich ca. 1,50 Euro pro Abhebung und der Umrechnungskurs ist fair.

Costa fast gar nix?

In Mexiko beziehungsweise Querétaro sind die Lebenshaltungskosten grundsätzlich niedriger als in Deutschland. Die Annahme, dass hier alles billiger ist, ist jedoch falsch. Miete, Restaurants, Imbissbuden und lokales Essen sind zwar günstiger, die mexikanischen Supermärkte sind im Schnitt jedoch ungefähr so teuer wie die deutschen und aufgrund der fehlenden Straßenbahn und unzuverlässigen Bussen gebe ich hier viel Geld für Mitfahrgelegenheiten aus. Wenn ihr reisen, ab und zu feiern und euch gelegentlich etwas gönnen wollt, solltet ihr für die alltäglichen Ausgaben etwas mehr als in Deutschland einplanen. Wohnen ist hier jedoch wie gesagt ziemlich günstig, einen Artikel zu dem Thema findet ihr hier.

Mangos im Supermarkt
Dinge, die in Deutschland teuer sind, sind hier teilweise sehr günstig. Wie z.B. diese Mangos für weniger als 1 Euro pro Kilo. Dafür ist jedoch z.B. Käse sehr teuer.

Die Basics – Flug, Miete, Handyvertrag und Versicherung

Beim Buchen des Flugs hatte ich ziemlich Dusel. Gebucht hatte ich nämlich erst rund drei Wochen vor Abflug, habe von Frankfurt nach Querétaro aber insgesamt nur 350 Euro gezahlt. Bucht aber lieber so früh es geht, vor allem wenn ihr zum Wintersemester herkommt und Ende Juli oder Anfang August reist (Urlaubszeit).

Obwohl Querétaro eine der wohlhabendsten und teuersten Städte Mexikos ist, sind die Mieten im Vergleich zu Deutschland etwas niedriger. Für ein WG-Zimmer direkt neben dem Campus zahle ich monatlich 240 Euro, die anderen Austauschstudenten zahlen ähnlich hohe Mieten.

Gleich am ersten Tag in Querétaro habe ich mir einen mexikanische Sim-Karte von „Telcel“ zugelegt. Eine Flatrate mit 3 GB Datenvolumen und unbegrenzten SMS und Anrufen kostet dort monatlich etwa 10 Euro. Die Karte ist direkt in „Telcel“-Läden erhältlich, von denen es in jeder Stadt mehrere gibt. Mein Datenvolumen war durch die vielen Ausflüge teilweise schon nach 3 Wochen verbraucht, die Karte lässt sich jedoch an jedem Oxxo aufladen.

Um am TEC studieren zu können braucht ihr eine bestimmte private Versicherung, die euch nach der Zusage genannt wird. Für einen Zeitraum von fünf Monaten kostet die günstigere Variante rund 370 Euro, diese hat für mich gereicht und ich habe auch keine weitere Auslandsversicherung abgeschlossen. Ein paar Tipps für den Krankheitsfall oder, falls ihr euch verletzt, findet ihr übrigens hier.

Essen, Einkäufe und Freizeit

Fertiges Essen ist hier etwas preiswerter als in Deutschland, für etwa 4,50 Euro bekommt ihr in Campusnähe ein ganzes Mittagsmenü mit Suppe, Getränk, Hauptgang und sogar einem kleinen Snack als Nachtisch. Das Essen auf dem Campus ist vergleichsweise teuer, mein Lieblingsessen dort ist ein Chapata (kleines Baguette) mit einem Salat für circa 3,50 Euro.

Die Preise im Supermarkt sind mit denen in Deutschland zu vergleichen. Lokale Produkte sind sehr günstig, bei anderen Waren kommen die mexikanischen Läden jedoch nicht ganz an die deutschen Discounterpreise ran. Hier ein paar Beispiele:

  • Ein Kilo Bananen → 1,10 €
  • Ein Collegeblock (oder etwas in der Art) → 2,50 €
  • Eine Flasche Wasser (1 Liter) → 0,40 €
  • Ein Deostick → 1,30 €
  • Eine Tube Zahnpasta → 1,30 €
Einkaufswagen im Supermarkt
Zwei riesige Supermärkte befinden sich zu Fuß ca. 5 Minuten vom Campus entfernt.

Freizeitaktivitäten sind grundsätzlich billiger und es gibt einige Partys für die ihr keinen Eintritt bezahlen müsst, weil sie von Studentenorganisationen mitorganisiert werden. Eine kleine Flasche Bier kostet in der Bar etwa 2 Euro, außerdem sind Veranstaltungen und Kinobesuche günstiger als in Deutschland. Einige Museen sind an manchen Tagen kostenlos, informiert euch da aber nochmal genau auf der Website des Museums, das ihr besuchen wollt.

Finanzierung – Wie soll ich das bezahlen?

Es gibt viele Wege, um ein Auslandssemester zu finanzieren. In meinem Fall beziehe ich seit mehreren Semestern das Deutschlandstipendium, das 300 Euro monatlich beträgt und auch im Ausland gilt. Davon konnte ich in den letzten Semester schon etwas zurücklegen, was mir hier sehr geholfen hat. Dazu kamen bei mir bis zum dritten Monat in Mexiko auch noch Kindergeld und ein paar Ersparnisse aus Nebenjobs.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind Auslands-BAföG, das aufgrund des höheren Förderbetrags einfacher zu erhalten ist als normales BAföG, und zahlreiche andere Stipendien. Bewerbt euch am besten frühzeitig (je nach Frist) bei vielen verschiedenen Stipendien. Wenn ihr einmal für eine Bewerbung mit eurem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben vorbereitet habt, werden die weiteren Bewerbungen deutlich einfacher.

Eine gute Übersicht über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten und Stipendien findet ihr hier. Viel Erfolg bei euren Bewerbungen!

Das war’s erstmal zum Thema Finanzierung von mir. Falls ihr Fragen habt meldet euch wie immer gerne hier in den Kommentaren oder auf Instagram bei mir.

LG Roman 🙂

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