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Zwischen Bibliotheken und Cafés: Meine Lieblingslernorte in Prag

Zwischen Bibliotheken und Cafés: Meine Lieblingslernorte in Prag

Manchmal brauche ich einfach einen Tapetenwechsel, und während ich auch viel von zu Hause aus lerne, möchte ich euch heute meine drei Lieblingsorte zum Lernen in Prag vorstellen!

Studentin in der Bibliothek mit Maske
In der Nationalbibliothek bin ich häufig anzutreffen.

Ich persönlich habe immer so Auf und Abs, wenn es um das Lernen in Bibliotheken geht. Im Bachelor war ich viel in der Bibliothek, da musste man aber auch immer sehr früh da sein, um einen Platz zu erwischen. Ich hatte damals ein kleines traumatisches Erlebnis in meinem Auslandsjahr in Südkorea: Ich hatte nicht verstanden, dass die Bibliothek nachts schließt, man aber freiwillig eine Nachtschicht dort machen kann. Letztendlich habe ich unfreiwillig eine Nacht in der Bibliothek verbracht, und danach habe ich Bibliotheken erst mal gemieden und habe hauptsächlich in Cafés gelernt. Meine Bachelorarbeit habe ich großteils in der Bibliothek der Kanzlei, in der ich zu dem Zeitpunkt gearbeitet hatte, geschrieben, weil die Unibibliothek wegen Corona entweder geschlossen oder komplett ausgebucht war. Im Master habe ich die Bibliothek kaum benutzt, weder in Schottland noch in Italien. Ich habe sowohl in Glasgow und in Trient die Bibliothek einmal besucht und das war’s. Hier in Prag habe ich mir jetzt einen Ausweis für die Nationalbibliothek und für die Bibliothek der akademischen Wissenschaften der Tschechischen Republik erstellt. Normalerweise lerne ich an ein oder zwei Tagen hier, um etwas Abwechslung von der Wohnung zu bekommen und am Wochenende suche ich mir meist Cafés.

Die tschechische Nationalbibliothek

Národní knihovna České republiky wie sie so schön auf tschechisch heißt, ist die größte und älteste Bibliothek der tschechischen Republik mit dem Gründungsjahr 1777. Die Bibliothek ist im Klementinum, einem Barockgebäude und ehemaligen Jesuitenkolleg, untergebracht. Ganz bekannt ist auch der barocke Bibliothekssaal mit Deckenfresken – den habe ich aber noch nicht besucht!

Um einen Ausweis zu beantragen, habe ich nur meinen Personalausweis gebraucht. Ich musste ein Formular unterschreiben und habe direkt ein Foto für den Ausweis gemacht – wahrscheinlich das schlimmste Ausweisfoto von mir überhaupt! (Für diejenigen, die mir auch auf Instagram folgen, haben den schon bestimmt gesehen…) Für den Ausweis habe ich 110 CZK (ca. 4,20€) bezahlt, und er ist ein Jahr gültig. Als Besucher könnt ihr aber auch ein Tagesticket für 10 CZK (40ct) lösen.

Ihr könnt den großen Lesesaal nutzen, aber auch kleinere Leseräume. Hier wird Abstand gehalten und alle tragen weiterhin Maske. Pro Tisch sitzt immer nur eine Person und alle sitzen leicht versetzt, sodass immer gut Abstand gehalten werden kann. Getränke dürfen nicht mit rein, aber es gibt ein Regal vor dem Eingang, wo diese abgestellt werden, ihr könnt einfach zwischen durch kurz rausgehen, um einen Schluck zu trinken. Wie in vielen Bibliotheken darf man Jacke und große Taschen nicht mit in den Lesesaal nehmen, diese müssen in Schließfächern draußen eingeschlossen werden. Für die Schließfächer braucht ihr ein Schloss, das gegen eine Leihgebühr von 50 CZK (2€) zu bekommen ist. Ihr könnt aber auch nur eure Jacke abgeben und dann kein Schließfach extra mieten. Kleine Taschen wie meinen Jutebeutel konnte ich problemlos mitnehmen.

Der Hauptlesesaal ist direkt rechts vom Eingang, wo ihr eure Karte scannen müsst. Im 2. Stock gibt es auch einen Leseraum, den ihr nutzen könnt, wo ihr anfangs eure Karte abgibt. Es gibt auch eine kleine Kantine in der Bibliothek. Es gibt Internet und Steckdosen und ist eine sehr ruhige und angenehme Lernumgebung und für mich immer mal eine gute Abwechslung vom Zuhause aus Lernen. Die Bibliothek ist auch nur ein 15-Minuten-Fußweg von mir entfernt und ich gönne mir da gerne mal einen Kaffee auf dem Weg dahin! Der Hauptlesesaal ist montags bis freitags von 9 Uhr bis 22 Uhr geöffnet.

Die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik

Um die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften zu nutzen, musste ich auch nur ein Formular unterschreiben und mein Studentenausweis fungiert gleichzeitig als Bibliotheksausweis. Für ein halbes Jahr habe ich 80 CZK bezahlt, das sind umgerechnet ungefähr 3€. Die Bibliothek hat montags bis freitags von neun Uhr morgens bis sieben Uhr abends offen. Hier ist die Atmosphäre etwas entspannter als in der Nationalbibliothek, da ich hier Getränke und Jacke problemlos mit reinnehmen kann. Wie in der Nationalbibliothek gibt es hier auch WLAN und Steckdosen. Hier gilt weiterhin zwei Meter Abstand und Maskenpflicht. Auch finde ich es nicht ganz so kalt hier wie in der Nationalbibliothek!

Coffee and Riot

Eins meiner absoluten Lieblingscafés zum Lernen ist das Coffee and Riot. Nicht nur gibt es hier WLAN, sondern es ist auch supergemütlich und eine entspannte und ruhige Atmosphäre, in der man problemlos etwas arbeiten und lernen kann. Ein Cappuccino kostet 65 CZK, also ca. 2,50€.

Beide Bibliotheken sind nur etwa 15 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung entfernt, und dementsprechend praktisch, hier werde ich auf jeden Fall einen Teil meiner Masterarbeit verfassen… Auch das Coffee and Riot ist nur zehn Minuten Fußweg von mir entfernt. Seid ihr eher Bibliotheks- oder Café-Lerner oder bleibt ihr lieber zuhause? Lasst es mich doch gerne in den Kommentaren wissen!

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