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So finanziert man ein Auslandssemester

Wer den Wunsch hegt während seines Studiums für ein Semester ins Ausland zu gehen, stößt in seiner Planung früher oder später auch auf die Frage, wie das Abenteuer in einer fremden Kultur finanziert werden kann. Flug, Studiengebühren, Unterkunft und Unterhalt kosten. Trotzdem sollte man nicht vor einem Auslandsaufenthalt zurückschrecken, denn es gibt verschiedenste Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu bekommen.

Beim Begriff Auslandssemester denken wahrscheinlich die wenigsten Leute als erstes an China (mich eingeschlossen, als ich mich vor zwei Jahren mit dem Thema beschäftigte). Wie ist es also dazu gekommen, dass ich jetzt auf der anderen Seite der Welt sitze und dort studiere? Um es vorweg zu nehmen: Nein, es war keine Schnapsidee und auch keine verlorene Wette.

Schon zu Beginn meines Studiums war für mich klar, dass ich einen Auslandsaufenthalt absolvieren möchte. Dabei standen zunächst Länder wie Dänemark, die Schweiz aber auch Australien oder die USA im Raum. Wie komme ich also von solchen Zielländern auf ein Land, in dem kaum jemand Englisch spricht und noch nicht mal lateinische Buchstaben auf den Straßenschildern zu sehen sind?  Die Antwort ist eigentlich recht einfach. Ich habe mich an meine Heimat Hochschule, der Fachhochschule Lübeck, sozial engagiert. Durch eine über 10-jährige Kooperation mit meiner Gast-Uni, der East China University of Science and Technology (ECUST), kommen jedes Jahr etwa 60 chinesische Studierende nach Deutschland an die FH Lübeck, um dort ihren Bachelor zu beenden. Sie studieren im Rahmen eines Double-Degree-Programms 5 Semester in China und drei Semester in Deutschland. Um den Chinesen bei ihrer Eingewöhnung in Deutschland zu helfen, bietet die FH das Chinabuddy-Programm an. An diesem habe ich teilgenommen und bin so auf China und die spezielle Verbindung der FH Lübeck zur ECUST aufmerksam geworden.

Durch den recht engen Kontakt mit der China-Koordination und auch den chinesischen Studierenden wurde das Land für mich immer Interessanter. Nun beinhaltet die Kooperation nicht nur das Double-Degree-Programm, sondern auch, wie im Artikel über meine Projektarbeit hier in China schon erwähnt, eine Art Austausch – im Rahmen des Shanghai-Stipendiums. Und so wären wir beim Thema Finanzierung angekommen.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um ein Stipendium, das von der ECUST an Studierende der FH Lübeck vergeben wird. Pro Semester gibt es bis zu drei Stipendiaten. Genau darauf habe ich mich beworben und habe eine der drei Plätze bekommen.

Das Stipendium beinhaltet die Studiengebühren, die Unterbringungskosten im Wohnheim, und ein Taschengeld von 1.000 RMB, was ca. 130 Euro entspricht. Damit wären schon mal Unterkunft, Studiengebühren und ein Teil der sonstigen Kosten abgehakt.

Vom International Office meiner Heimat Uni habe ich dann den Hinweis auf das PROMOS-Reisekostenstipendium bekommen. Also Bewerbung fertig gemacht, abgeschickt und Glück gehabt! Auch hier habe ich einen Zuschlag erhalten und konnte mir einen Reisekostenzuschuss von 850 Euro sichern. Damit waren die Flugkosten auch abgehakt.

Theoretisch könnte ich mir durch die beiden Stipendien meinen kompletten Aufenthalt finanzieren. Nun ist es aber so, dass man zwar mit den 1.000 RMB die Lebensmittelkosten decken kann, wenn man immer günstig in der Kantine ist. Jedoch bleibt dann für sonstige Freizeitunternehmungen nichts mehr übrig. Daher werde ich zusätzlich noch etwas von meinen Eltern unterstützt, damit ich in meiner Zeit hier in China auch mal mit Freunden abends ausgehen oder Ausflüge, wie den zur Chinesischen Mauer unternehmen kann.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten finanzielle Unterstützung für Auslandsaufenthalte zu bekommen. Daher informiert euch bei den Jungs und Mädels von Google oder bei eurem International Office, eurem Fachbereich oder beim Erasmus-Koordinator eurer Hochschule. Dort freut man sich über euer Interesse und hilft euch gerne weiter.

Und es lohnt sich, denn im Ausland sammelt ihr so viele neue Erfahrungen, trefft tolle neue Freunde, entwickelt euch persönlich weiter – nicht zuletzt ist es ein Boost für eure Karriere, denn jeder Personaler sieht gerne einen Auslandsaufenthalt im Lebenslauf.

Steckt bei den Gedanken der Finanzierung den Kopf nicht in den Sand, denn es gibt immer Mittel und Wege und genau diese gilt es zu finden.

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