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Online studieren: Was hilft, was fehlt?

Online studieren: Was hilft, was fehlt?

Anstatt sich in Vorlesungssäle zu setzen, schalten Studierende überall auf der Welt zurzeit ihre Computer ein, um die Vorträge der Dozenten zu hören. Was sind die Vor- und Nachteile dieser neuen Form des Studierens?

Zeit- und Kostenersparnis

Da ich in einem Wohnheim auf dem Campus wohne, kann ich jedes Universitätsgebäude in weniger als zehn Minuten zu Fuß erreichen. Jedoch können oder wollen nicht alle Studierenden in unmittelbarer Nähe zu ihrer Hochschule wohnen und hätten eine deutlich längere Anreise. Egal, ob man im Student Village oder am anderen Ende der Stadt wohnt, wenn die Vorlesungen online stattfinden, entfällt der Weg zur Hochschule. Das spart Zeit und Geld.

Studieren im eigenen Tempo

Weil sich nach fünf Wochen im ersten Semester immer noch nicht alle Studierenden vor Ort befinden, sind die Dozenten gezwungen, alle Vorlesungsinhalte und sonstigen Informationen online bereitzustellen. Die Vorlesungen werden aufgezeichnet und im Internet hochgeladen. So hat jeder die Chance, verpasste Inhalte nachzuholen oder ergänzende Videos und Aufgaben in der bevorzugten Geschwindigkeit zu bearbeiten.

Bessere Konzentration

Die Bahn hatte Verspätung und jetzt sind nur noch die erste und die letzte Sitzreihe im Vorlesungssaal frei? Bei Onlinevorlesungen muss sich niemand zwischen schlechter Akustik und den Blicken der Kommilitonen im Rücken entscheiden. Denn die Vorlesung kann mit angepasster Lautstärke auf den gewünschten Bildschirm gestreamt werden. Mir fällt es dadurch leichter, mich auf die Vorlesungsinhalte zu fokussieren und nebenbei Notizen zu machen.

Gute Infrastruktur wird benötigt

Damit beim Onlinestudium kein Frust aufkommt, sollten Studierende eine gute IT-Ausstattung haben. Dazu gehört: eine stabile Internetverbindung und ein relativ moderner Computer beziehungsweise Laptop. Für Personen in finanziellen Schwierigkeiten bietet meine Universität Laptops zum Ausleihen oder einen finanziellen Zuschuss beim Kauf eines neuen Gerätes an.

Schreibtisch in einem Zimmer im Studentenwohnheim
Mein Arbeitsplatz für die Onlinevorlesungen und das Selbststudium.

Der persönliche Kontakt fehlt

Der mit Abstand größte Nachteil an den reinen Onlinevorlesungen ist der eingeschränkte Kontakt zu den Kommilitonen. In manchen Modulen diskutieren wir regelmäßig mit dem Dozenten oder bekommen während der Vorlesung eine Aufgabe gestellt, die wir in kleinen Gruppen bearbeiten müssen. Dann schalten auch viele Leute ihre Kameras ein. Um uns über Gruppenarbeiten abzustimmen, greifen wir ebenfalls auf Videokonferenzen zurück, da sich zurzeit nur Personen aus maximal zwei verschiedenen Haushalten treffen dürfen. Die Zusammenarbeit auf diese Weise funktioniert aus meiner Sicht erstaunlich gut. Was insgesamt jedoch zu kurz kommt, ist der Smalltalk mit den Kommilitonen, der sich sonst vor und nach den Veranstaltungen an der Hochschule ergibt. Gerade dieser persönliche Austausch ist entscheidend, um Beziehungen aufzubauen, und hilft dabei, mit den Herausforderungen eines Studiums zurechtzukommen.

Für mich persönlich ermöglicht das derzeitigen Onlinestudium ein effektiveres und effizienteres Lernen. Bei einem Studium im Ausland geht es jedoch um mehr als das Lernen von theoretischen Inhalten. Idealerweise kommt man nicht nur mit einem Abschluss, sondern mit einem Netzwerk von Kontakten und vielen neuen Freundschaften nach Hause. Daher freue ich mich auf die ersten Präsenzveranstaltungen in der Universität.

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